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Englischsprachiges Masterstudium Biorefinery Engineering

Biogene Ressourcen sind zentraler Bestandteil für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem. Das Masterstudium Biorefinery Engineering ist einzigartig im europäischen Raum und setzt auf den Schwerpunkt Engineering im Bereich der biobasierten Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette – z. B. in der Nahrungsmittelbranche, der Zellstoffindustrie oder auf dem Gebiet der Biokunststoffe. Innovationsorientierung, eine enge Bindung an die Praxis sowie internationale Aktivitäten der Studierenden stehen dabei im Mittelpunkt.

Forschende in einer Bioraffinerie.

Eckdaten

  • Studiendauer: 4 Semester
  • ECTS-Anrechnungspunkte: 120
  • Abschluss: Diplom-Ingenieurin bzw. Diplom-Ingenieur (Dipl.Ing. oder DI), entspricht dem Master of Science (MSc)
  • Unterrichtssprache: Englisch

Das Studium

Das Masterstudium „Biorefinery Engineering“ ist fokussiert auf die stoffliche und energetische Verwertung von biobasierten Rohstoffen. Dazu lernen Sie verschiedenste technische Wissensbereiche zur Umwandlung biogener Rohstoffe in Materialien und Energie kennen, wie z. B. Verfahrenstechnik, Chemie und Biotechnologie. Darüber hinaus wird Ihnen Know-how in Energietechnik, Umwelttechnik und Logistik vermittelt.

Sie beschäftigen sich z. B. mit folgenden Aufgabenstellungen:

  • Extraktion von organischen Säuren aus den Nebenprodukten der Zellstoffindustrie
  • Isolierung von unterschiedlichen Wertstoffen z.B. Abtrennung wie z.B. Lignin oder Milchsäure aus wässrigen Prozessströmen
  • Thermische Umwandlung von Biomassen in Wärme, Strom und Treibstoffe
  • Kaskadische Nutzung von Rohstoffen
  • Einsatz biogener Rohstoffe als Elektrolyte in der Batterietechnik

Wesentlicher Bestandteil des Studiums ist die forschungsgeleitete Lehre. Im Rahmen von verschiedenen Laborpraktika und Laborprojekten vertiefen Studierende das erworbene Wissen und haben dabei Zugriff auf zentrale Labors der TU Graz (z. B. Elektronenmikroskopie).

In diesem anwendungsorientierten Studium lernen sie Laborergebnisse auf den industriellen Maßstab hoch zu skalieren. Eine sehr gute Betreuung der Studierenden in Kleingruppen und exzellenter Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Curriculum

Semesterplan

     

Marlene Kienberger, Assistant Professor Biorefinery Engineering, TU Graz. Bildquelle: Kienberger
Marlene Kienberger, Assistant Professor Biorefinery Engineering

Die enge Bindung an die Praxis und eine Innovationsorientierung des Studiums befähigt unsere Studierenden zu qualitativ hochwertiger und strukturierter Forschungsarbeit sowie zur Entwicklung innovativer Prozesse und Produkte auf wissenschaftlicher Basis, um biogene Ressourcen wirtschaftlich und mit großer ökologischer Verantwortung in Energie und hochwertige Produkte im Rahmen einer modernen Bioökonomie überzuführen.

Inhaltliche Schwerpunkte

In folgenden Pflichtmodulen erwerben Sie grundlegende Kenntnisse des Fachbereichs:

  • Engineering Basics: Sie beschäftigen sich mit den Hauptsätzen der Thermodynamik und lernen thermodynamische Prozesse zu analysieren.
  • Mass and Heat Transfer: Sie vertiefen sich in Bereiche der Charakterisierung und Analytik von Stoffströmen.
  • Chemical and Analytical Aspects of Biorefineries: Sie erlernen neue Materialien mittels chemischer Reaktionen oder physikalischer Abscheidung herzustellen.
  • Biorefinery Economic, Ecological and Social Aspects: Sie beschäftigen sich z. B. mit Life Cycle Assessment sowie Analysen wirtschaftlicher und ökologischer Wertschöpfungsketten.
  • Bioresources: Sie erfahren potenzielle Hürden sowie Möglichkeiten und Perspektiven von Bioraffinerien.
  • Biorefinery Technologies: Sie erlernen mechanische und thermische Trennverfahren in der biobasierten Industrie und beschäftigen sich z. B. mit der Zellstoff- und Papierherstellung.
  • Biorefinery and Energy Systems: Sie vertiefen sich in thermochemische Umwandlungsprozesse und können z. B. die Erzeugung von Wärme, Strom und Kraftstoffen auf Basis von thermochemischer Umwandlung von Biomasse verstehen.
  • Biorefinery Project: Sie entwickeln und präsentieren Lösungsansätze für eine praktische Aufgabenstellung im industriellen und/oder wissenschaftlichen Umfeld.

Zusätzlich können Sie individuelle Schwerpunkte in folgenden Wahlmodulen setzen:

  • Energy Utilisation
  • Material Utilisation and Recovery

 

Kooperationen und Vernetzung

Im Rahmen des Masterstudiums Biorefinery Engineering unterrichten internationale Lehrende aus z. B. Twente, Ljubljana oder Hamburg, sowie Lehrende der im Bereich Bioraffinerie tätigen Unternehmen. Es besteht eine enge Verzahnung mit der Industrie auf nationaler und europäischer Ebene, welche in Form von Kooperationsprojekten (z. B. Projektarbeiten oder Masterarbeiten), Exkursionen und Kooperationsveranstaltungen für die Studierenden spürbar wird. Praxisorientiertes Arbeiten und angewandte Forschung in Zusammenarbeit mit der Industrie stehen im Vordergrund. So werden Studierende z. B. auch als studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in aktuelle Projekte eingebunden.

In sogenannten Student Camps arbeiten interdisziplinäre Studierendenteams mit Unterstützung von Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft, an realen Fragestellungen der biobasierten Industrie. Um den internationalen Austausch zu fördern, finden die Student Camps sowohl in Österreich als auch im Ausland statt.

Weiters können sich Studierende durch zahlreiche Angebote optimal auf eine Tätigkeit im internationalen Umfeld vorbereiten: internationale Praxis-Internships, Teilnahme an internationalen Winter- und Sommerschulen im In- und Ausland oder Auslandssemester.

Zulassung zum Studium

Voraussetzungen für die Zulassung ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums.

Zusätzlich benötigen Sie einen Nachweis der Englischkenntnisse.

 

1. Aufnahmeverfahren

Vor der Zulassung zum Masterstudium absolvieren Sie ein Aufnahmeverfahren.

Registrierung für das Studienjahr 2020/21: abgelaufen

Registrierung für das Studienjahr 2021/22: 15. Oktober bis 15. Dezember 2020

Sie können das Aufnahmeverfahren bereits vor Abschluss Ihres Bachelorstudiums absolvieren.

Zum Aufnahmeverfahren


Ohne Aufnahmeverfahren zugelassen werden Absolventinnen und Absolventen folgender Bachelorstudien an der TU Graz oder der Universität Graz:

Absolventinnen und Absolventen aller andere Studien der TU Graz, bzw. bei einem NAWI Graz Studium auch der Universität Graz, können sich ohne Aufnahmeverfahren um Zulassung im Studienservice bewerben.

2. Zulassung

Wenn Sie bereits an der TU Graz zu einem Studium zugelassen sind oder waren, kommen Sie zur Zulassung während der Zulassungsfrist persönlich ins Studienservice der TU Graz.

Information und Beratung

Kontaktieren Sie studynoSpam@tugraz.at

Berufsperspektiven

Paul Demmelmayer
Paul Demmelmayer, Absolvent; Projekt-Assistent in der Biorefinery Group, Institut CEET, TU Graz

Die praxisorientierte Vermittlung von Lehrinhalten und die internationale Vernetzung, z.B. Summer Schools oder Student Camps, schaffen eine optimale Grundlage für die spätere Arbeit in der Forschung und Industrie. Die Erforschung innovativer Prozesse und Materialen aus nachwachsenden Ressourcen und die dadurch entstehenden, abwechslungsreichen Berufsmöglichkeiten machen dieses Studium so interessant für mich. Ich habe mich nach dem Master für ein Doktoratsstudium im Bereich Biorefinery Engineering an der TU Graz entschlossen, um mein erlangtes Wissen weiter zu vertiefen.

Berufsfelder

Biorefinery Engineers sind Schlüsselexpertinnen und -experten für die Umsetzung einer innovativen Bioökonomie. Sie sind als interdisziplinäres Bindeglied entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der biobasierten Industrie in Europa stark nachgefragt.

Biorefinery Engineers

  • unterstützen die Wende zu einem nachhaltigen Energie- und Wirtschaftssystem.
  • arbeiten mit Expertinnen und Experten aus anderen Fachdisziplinen zusammen, die entlang der Wertschöpfungskette biogener Ressourcen agieren.
  • entwickeln, planen und realisieren innovative, technische Produkte und Prozesse, um biogene Ressourcen wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu nutzen.
  • legen verfahrenstechnische Anlagen zur Produktion von biobasierten Materialien aus und betreiben diese.
  • erkennen Trends in der biobasierten Industrie und führen Innovationen in Geschäftsmodelle über.
  • entwickeln innovative Systeme der Bioökonomie auf wissenschaftlicher Basis.
  • haben Führungsaufgaben im internationalen und interdisziplinären Umfeld.