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Gebäude und Bauten der TU Graz

Vom Lesliehof zu drei großen Campusstandorten

1811 | Erwerb des Lesliehofes in der Raubergasse

Die Stände des Herzogtums Steiermark erwerben den im 17. Jahrhundert erbauten Lesliehof in der Raubergasse 10 in der Grazer Altstadt, um den Lehrbetrieb des von Erzherzog Johann gegründeten Joanneums zu ermöglichen.

Campus „Alte Technik”

Campus „Neue Technik”
Campus „Inffeldgasse”

Stammhaus Raubergasse, Bildquelle: UMJ

Kontakt

Bernhard REISMANN
Mag.phil. Dr.phil.
Archiv und Dokumentation
Technikerstraße 4, 8010 Graz
Tel.: +43 873 6610
E-Mail: bernhard.reismannnoSpam@tugraz.at

Campus „Alte Technik“

Bildquelle: Lunghammer – TU Graz
Bildquelle: Lunghammer – TU Graz

1884 bis 1888 | Die „Alte Technik“ entsteht

Im Lesliehof wird es eng: Zusätzlich zur Raubergasse 10 werden bereits im Lindnerhaus in der Neutorgasse und im Mildschuhhaus auf dem Dietrichsteinplatz Räume angemietet. Auch die Ausweichquartiere können der steigenden Hörerzahl nicht mehr gerecht werden. Das Ministerium für Kultus und Unterricht kauft den ehemals Baron Mandell’schen Grund in der Rechbauerstraße an. Die Professoren Josef Horky und Johann Wist übernehmen die Planung der „Alten Technik“, des Stammhauses der neuen k.k. Technischen Hochschule. Am 26. November 1884 wird der erste Spatenstich gesetzt. Die Eröffnung des Gebäudes findet am 12. Dezember 1888 in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs I. statt.

1965 bis 1969 | Errichtung Fakultätsgebäude Bauingenieurwesen

Auf den ehemaligen Mandell’schen Gründen entstehen neben der „Alten Technik“ verschiedene Erweiterungsbauten. Diese Entwicklung beginnt 1965 mit der Errichtung eines Fakultätsgebäudes für Bauingenieurwesen in der Technikerstraße, das 1969 bezogen wird.

1970 bis 1975 | Bau der Zentralbibliothek

Ab 1970 entsteht mit dem Bau der Zentralbibliothek nach einer Planung des Teams um Karl Raimund Lorenz ein Erweiterungsbau in der Technikerstraße. Dieser südliche Abschluss an der Gabelung Technikerstraße/Sparbersbachgasse ist der erste eigenständige Hochschulbibliotheksbau in Österreich. Im Jahr 2012 wird der Bibliotheksbau umfassend modernisiert.

1993 | Bezug des Neubaus für Architektur und Bauingenieurwesen

Der Architekt Günter Domenig entscheidet 1983 den Wettbewerb um den Erweiterungsbau für Institute der Architektur und des Bauingenieurwesens in der Lessingstraße 25 für sich. Bürgerproteste führen zu einer letztlich sehr reduzierten Version des Entwurfs, erst im Oktober 1993 ziehen die ersten Institute ein. Den Eingangsbereich prägt ein Glaskörper, die relativ enge Halle mit umliegenden Galerien auf den einzelnen Geschoßebenen ziert die „Wetterwand” des Malers Christian Ludwig Attersee.

Campus „Neue Technik“

Bildquelle: Lunghammer – TU Graz
Bildquelle: Lunghammer – TU Graz

1921 bis 1928 | Neubau Kopernikusgasse/Brockmanngasse

Steigende Studierendenzahlen und die Neugründungen von Lehrkanzeln vor allem im Maschinenbau aber auch in Architektur, Bauingenieurwesen und Naturwissenschaften nach Ende des ersten Weltkrieges lassen den Raumbedarf weiter ansteigen. 1921 erfolgt der Spatenstich zum Neubau an der Ecke Brockmanngasse/Kopernikusgasse – das erste Gebäude des Campus „Neue Technik“. 1928 beziehen die die Fakultät für Maschinenbau und ein Institut für Elektrotechnik den Neubau.

1954 bis 1961 | Bau der „Alten Chemie“

Die Raumverhältnisse für die Naturwissenschaften in der Alten Technik sind unzumutbar geworden. Nach dreijähriger Planungsphase beginnt 1954 der Bau des von Karl Raimund Lorenz konzipierten Chemiegebäudes in der Stremayrgasse. 1961 ziehen die Chemienstitute der TH Graz ein.

1960 bis 1964 | Bau des Wasserbaulabors

Die Forcierung des Wasserkraftausbaus nach Kriegsende führt an der TH Graz zu einem starken Anstieg physikalischer Modellversuche. Ein Neubau für das seit 1847 bestehende Wasserbauinstitut soll die schwierige Raumsituation bereinigen. Im Jahr 1960 kommt es zum Baubeschluss und Spatenstich für das neue Gebäude mit angeschlossenem Wasserbaulabor in der Stremayrgasse am Campus „Neue Technik“. Die Eröffnung findet am 26. November 1964 statt.

1970 bis 1975 | Bau des Physikgebäudes

Die Bauarbeiten für das von Eduard Praschag geplante Physikgebäude am ehemaligen Schörgelhofgelände in der Petersgasse beginnen 1970. Der Bau ist 1975 fertig gestellt.

1985 bis 1990 | Bau des Biochemie/Biotechnologie-Gebäudes

Den Wettbewerb um den Bauentwurf für das Biochemie/Biotechnologie-Gebäude an der Kreuzung Mandellstraße/Schörgelgasse gewinnt das Architektenehepaar Michael Szyszkowitz und Karla Szyszkowitz-Kowalski 1983. Die bauliche Durchführung beginnt 1985 und dauert aufgrund eines Finanzierungsengpasses bis 1990.

1987 bis 1990 | Erweiterungsbau für Mathematik und Geodäsie

Der Erweiterungsbau für Mathematik und Geodäsie soll ursprünglich auch die Architektur, das Bauingenieurwesen und die Vermessungstechnik beherbergen und auf den Mandellgründen zwischen Alter Technik und Bibliothek errichtet werden. Eine Bürgerinitiative verhindert den Bauteil für Vermessungstechnik auf dem Stammareal. Der Abbruch eines Heizhauses schafft schließlich Raum auf dem Schörgelhof-Gelände. So findet der von der Architektengemeinschaft Günther Domenig – Hermann Eisenköck geplante Erweiterungsbau für Mathematik und Geodäsie in der Steyrergasse seinen Platz und kann 1990 bezogen werden.

2003 bis 2004 | Bau des Biokatalyse-Gebäudes

Im Bereich der Petersgasse wird der Campus „Neue Technik“ ab 2003 um ein Gebäude für die Biokatalyse erweitert. Das architektonisch preisgekrönte Objekt des Architekturbüros Ernst Giselbrecht und Partner wird im Frühjahr 2004 besiedelt.

2008 bis 2010 | Bau der Neuen Chemie

Das Chemiegebäude in der Stremayrgasse ist nach fast 50 Jahren Betrieb nicht mehr am aktuellen Stand von Lehre, Forschung und Arbeitssicherheit. Insgesamt sind derart umfangreiche Baumaßnahmen notwendig geworden, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb nicht möglich ist – es muss ein Ersatzgebäude her. Im März 2008 erfolgt daher der Spatenstich für die „Neue Chemie“, die im Oktober 2010 eröffnet wird. Ein modernes Hörsaalzentrum und studentische Kommunikationsbereiche ergänzen Instituts- und Laborräumlichkeiten. Auch Kunst findet Platz in der „Neuen Chemie“, konkret auf der Dachterrasse des Neubaus: Mit der „Molekularorgel“ hat Constantin Luser ein Kunstwerk aus 35 ineinander verschlungenen Blasinstrumenten geschaffen.

2013 bis 2015 | Umbau der „Alten Chemie“ zur heutigen BMT

Kaum hat die TU Graz das Chemie-Ersatzgebäude bezogen und die "Alte Chemie" in der Stremayrgasse geräumt, wird das Gebäude zwischenzeitlich von der Karl-Franzens-Universität Graz genutzt. Anfang 2014 starten dann schließlich die intensiven Sanierungs- und Umbauarbeiten, die rund eineinhalb Jahre dauern. Im Oktober 2015 eröffnet die vormalige „Alte Chemie“ unter dem neuen Namen Biomedizinische Technik, kurz BMT,  ihre Pforten. Von dem denkmalgeschützten Instituts- und Laborgebäudes aus den 1960er Jahren bleibt unter der Federführung des Architekten Hans Gangoly nur die äußere Gebäudehülle übrig, in der Innengestaltung präsentiert sich das Gebäude völlig neu. Hörsäle, Labors und Lernräume, die neu organisierte Campus-Bibliothek, ein IT-Servicepoint und EDV-Lernzentrum, studentische Begegnungs- und Kommunikationszonen sowie ein attraktives Gastronomieangebot am Dachgeschoß mit 270 Grad-Panoramablick auf Graz machen die BMT zum neuen Campus-Treffpunkt.Fünf Institute und Arbeitsgruppen der Fakultät für Informatik und Biomedizinische Technik finden hier eine neue, moderne Heimat.

Campus „Inffeldgasse“

Bildquelle: Lunghammer – TU Graz
Bildquelle: Lunghammer – TU Graz

ab 1970 | Bebauung der Inffeldgründe

Mit der aufstrebenden Entwicklung der Fachrichtung Elektrotechnik an der TU Graz nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen Schwierigkeiten mit der Unterbringung der Institute. 1964 wird die Planung für ein Gebäude der Hochspannungstechnik konkret, nachdem mit den ca. 150.000 Quadratmeter umfassenden Inffeldgründen im Bezirk Graz/St.Peter auch ein geeigneter Baugrund gefunden war. Ab 1970 entstehen im südlichen Bereich des Areals entlang der Inffeldgasse nach und nach Bauwerke mit großen Werks- und Versuchshallen. Die architektonische Planung obliegt den Architekten Ignaz Gallowitsch und Hubert Hoffmann. 1972 wird der Gebäudekomplex mit der angeschlossenen Hochspannungshalle den elektrotechnischen Instituten übergeben.

1972 | Eröffnung des Hochspannungsgebäudes inkl. Hochspannungshalle („Nikola Tesla-Labor“)

Markanter Blickfang am Campus Inffeldgasse ist bis heute die Hochspannungshalle, die 2006 in „Nikola Tesla-Labor“ umbenannt wurde. Die riesige Halle, deren Tor 14 mal 14 Meter misst, hängt an einem äußeren Stahlrahmen und ist besonders gut abgeschirmt.

1988 | Bezug der Maschinenbau-Institute

Problematisch gestaltet sich die Errichtung der maschinentechnischen Institute auf den Inffeldgründen. 1967 gewinnt der Architekt Helmut Dorner den architektonischen Wettbewerb, der Spatenstich für den ersten Institutstrakt erfolgt 1970. Nach umfangreichen Planungsänderungen Mitte der 1970er Jahre können die ersten Maschinenbau-Institute erst ab 1988 einziehen.

1997 bis 2000 | Bau der Informatik- und Telematikgebäude

Langjährige Bemühungen, die über den Campus verstreuten informationstechnischen Institute zu vereinen, münden in einem eigenen Neubaukomplex, den das Architektenteam Florian Riegler und Roger Riewe gestalterisch umsetzt und der im Jahr 2000 seine Türen öffnet.

1999 bis 2000 | Bau des Studienzentrums

Der Campus Inffeldgasse wächst und wächst: Nach 14 Monaten Bauzeit wird im Jahr 2000 das Studienzentrum eröffnet. Der Neubau mitten am Campusgelände stammt von den Architekten Szyszkowith/Kowalski und beherbergt zwei Institute, eine Mensa mit Café, einen Skripten- und Lehrmittelshop, Labors und Büros der Serviceeinrichtung Gebäude und Technik.

1999 bis 2007 | Errichtung des Bautechnikzentrums (BTZ)

In drei Bauabschnitten entsteht ab 1999 das BTZ in der Inffeldgasse 24. Das Gebäude beheimatet Labors zur Prüfung von Werkstoffen, Bauteilen und Konstruktionen mit den dazugehörigen Werkstätten und Büros. Für die architektonische Planung zeichnet das Architekturbüro Kampits & Gamerith verantwortlich.

2005 bis 2006 | Bau des Frank Stronach Institute (FSI)

Das 2003 als Kooperation zwischen der TU Graz und Magna ins Leben gerufene FSI erhält im Juni 2006 nach weniger als einem Jahr Bauzeit sein eigenes Gebäude in der Inffeldgasse 11.

2010 bis 2011 | Bau der Kinderbetreuungseinrichtung „nanoversity

Mit einer Nutzfläche von 1.500 Quadratmetern eröffnet im November 2011 die „nanoversity“ an der TU Graz. Das Haus für Kinder in der Petersgasse 136 ist offen für verschiedene Altersgruppen sowohl von Studierenden als auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und folgt modernen pädagogischen Ideen. Besondere inhaltliche Schwerpunkte sind Naturwissenschaft und Technik, aber auch Gender und Diversity: Die Kinder sollen unabhängig vom Geschlecht ihren Interessen folgen. Eine weitere Besonderheit: Das „Marie Curie Zimmer“ bietet ein kindergerechtes Forschungslabor und eine Werkstatt für Klein und Groß.

2010 bis 2012 | Bau des Produktionstechnikzentrums (PTZ)

Im November 2012 öffnet ein weiterer Neubaukomplex am Campus Inffeldgasse seine Tore: Mit drei Gebäuden und einem autofreien „Hauptplatz“ mit Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen und freiem WLAN prägt das Produktionstechnikzentrum nun das Campusgelände. Das PTZ punktet besonders in Sachen Energieeffizienz: Eine eigene Geothermieanlage mit rund 100 Sonden, die je 120 Meter tief in die Erde reichen, liefert Energie zum Heizen oder Kühlen.