Zum Hauptinhalt springen
TU Graz/ News/

Von Indien nach Österreich: studieren an der TU Graz

Von flexiblen Lernformen über kulturelle Unterschiede bis zum Studentenleben in Graz: Erfahre, wie sich indische Studierende in Graz, mitten im Herzen Europas, einleben. (Bildquelle: Lunghammer – TU Graz)

Von flexiblen Lernformen über kulturelle Unterschiede bis zum Studentenleben in Graz: Erfahre, wie sich indische Studierende in Graz, mitten im Herzen Europas, einleben und hol dir Tipps für den Erfolg

Für ein Studium in ein neues Land zu ziehen, ist aufregend, gleichzeitig aber auch mit Unsicherheit verbunden. Als ich mich entschied, mein Masterstudium an der TU Graz in Österreich zu absolvieren, hatte ich aus Indien kommend viele Fragen. Wie unterschiedlich würde das Bildungssystem sein? Würde ich mich an die Kultur anpassen können? Wie würde der Alltag als Studentin aussehen?
Nachdem ich nun beide Systeme kennengelernt habe, möchte ich meine Erfahrungen teilen und zeigen, wie es wirklich ist, als Studentin aus Indien in Österreich zu studieren.

Lernstil in Österreich versus Indien

In Österreich ist das Bildungssystem flexibler als in Indien und es wird großer Wert auf Selbststudium und eigenständiges Denken gelegt. (Bildquelle: Fotogenia – TU Graz)

In Indien folgt das universitäre Bildungssystem häufig einer klar strukturierten Form mit regelmäßigen Vorlesungen, Aufgaben und kontinuierlicher Leistungsbewertung. In Österreich hingegen ist das System flexibler und es wird großer Wert auf Selbststudium und eigenständiges Denken gelegt. Die Vorlesungen vermitteln die Grundlagen, aber ein tiefergehendes Verständnis erarbeitest du dir selbst. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich eine meiner ersten Vorlesungen verließ und das Gefühl hatte, alles verstanden zu haben – bis ich mich später selbst zum Lernen hinsetzte und merkte, wie viel es noch zu entdecken gab.
Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Struktur der Lehrveranstaltungen wider. An der TU Graz – wie generell in Österreich – werden Kurse mithilfe von ECTS-Punkten organisiert, die den gesamten Arbeitsaufwand angeben. Viele Lehrveranstaltungen sind in Vorlesungen (VO) und praktische Einheiten (Übung, UE) unterteilt.
Während Vorlesungen stärker auf die Theorie fokussiert sind und oft weniger Prüfungsleistungen während des Semesters beinhalten, umfassen Übungen in der Regel regelmäßige Aufgaben, durch die du die Inhalte kontinuierlich anwenden kannst. Die Abschlussprüfung spielt bei vorlesungsbasierten Lehrveranstaltungen häufig eine zentrale Rolle. Zudem hast du in vielen Fällen Flexibilität bei der Wahl des Prüfungstermins sowie die Möglichkeit, Prüfungen zu wiederholen.

Flexibilität und Eigenverantwortung im Studium an der TU Graz

An der TU Graz hast du viel Flexibilität bei der Auswahl deiner Lehrveranstaltungen und der Planung deines Semesters. Das ist ein großer Vorteil, bedeutet aber auch, dass du dein Zeitmanagement selbst in die Hand nehmen musst. Im Gegensatz zu Indien, wo Stundenpläne meist stärker vorgegeben sind, musst du hier Fristen im Blick behalten und Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Projekte eigenständig koordinieren. Das kann am Anfang herausfordernd sein, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran – und es hilft dir, deutlich organisierter und selbstständiger zu werden.

Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden an der TU Graz

An der TU Graz wirkt die Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden offener und oft auch informeller, und Studierende werden aktiv dazu ermutigt, Fragen zu stellen und Ideen zu diskutieren. (Bildquelle: Lunghammer – TU Graz)

Ein weiterer Unterschied, den ich besonders geschätzt habe, ist die Zugänglichkeit der Lehrenden. An der TU Graz wirkt die Kommunikation offener und oft auch informeller, und Studierende werden aktiv dazu ermutigt, Fragen zu stellen und Ideen zu diskutieren. Es fühlt sich nicht einschüchternd an, den Kontakt zu suchen, was das Lernen deutlich interaktiver macht, anstatt nur passiv zuzuhören. Mit der Zeit hat mir das auch geholfen, selbstbewusster meine Meinung zu äußern.

Sprachvoraussetzungen für internationale Studierende

Meiner Erfahrung nach war der akademische Teil recht unkompliziert, da das Masterstudium und die Lehre vollständig auf Englisch stattfinden. Außerhalb des Hörsaals, also im Alltag, macht es einen großen Unterschied, wenn man etwas Deutsch kann.
Das ist mir besonders bei einfachen Dingen aufgefallen – etwa beim Einkaufen, bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, beim Erkunden der Stadt oder im Umgang mit Einheimischen. Auch bei Universitätsveranstaltungen und Treffen ist Deutsch hilfreich, da es die Kommunikation und das Knüpfen von Kontakten erheblich erleichtert.
Die TU Graz bietet auch Deutschkurse für Studierende in englischsprachigen Masterstudiengängen an, was eine großartige Möglichkeit ist, die Sprache neben dem Studium zu lernen.

Weitere Informationen zu den Sprachvoraussetzungen deines Wunschstudiums findest du in den FAQ für internationale Studierende der TU Graz.

Lebenshaltungskosten in Graz

Eine Sache, auf die ich vor meiner Ankunft in Graz besonders neugierig war, waren die Lebenshaltungskosten – vor allem im Vergleich zu Indien. Sie sind definitiv höher, insbesondere bei der Miete und den alltäglichen Ausgaben, und das merkt man schon von Anfang an.
Ich erinnere mich noch daran, dass selbst einfache Dinge wie der Einkauf von Lebensmitteln oder die Fortbewegung in der Stadt anfangs etwas ungewohnt waren. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran und lernt, sein Budget besser zu planen. Dank Studierendenrabatten, Möglichkeiten für Teilzeitjobs und etwas Planung werden die Kosten für Studierende durchaus gut handhabbar.

Wenn du detailliertere Informationen zu Ausgaben benötigst, kannst du den Finanzbereich im Blog der TU Graz besuchen.

Studierendenleben in Graz, Österreich

Graz ist eine sehr studentenfreundliche Stadt, und das Leben hier bietet viel Raum, um sich auf das Studium zu konzentrieren. (Bildquelle: Fotogenia – TU Graz)

Studieren in Österreich bedeutet nicht nur Lernen und Prüfungen. Graz ist eine sehr studierendenfreundliche Stadt, und das Leben hier bietet viel Raum, um sich auf das Studium zu konzentrieren und gleichzeitig auch Aktivitäten außerhalb der Universität nachzugehen – zum Beispiel Wandern, Zeit in der Natur verbringen oder in nahegelegene Länder reisen. Diese Kombination aus akademischem Leben und persönlichen Erfahrungen schätze ich besonders, da sie das gesamte Erlebnis viel bedeutungsvoller und unvergesslicher macht.

Mehr Informationen über Graz sowie zu Themen wie Wohnen, Mobilität, Freizeitaktivitäten, Gesundheit und Soziales findest du auf der Webseite „Leben in Graz“.

Kulturelle Unterschiede: Indien versus Österreich

Pünktlichkeit ist sehr wichtig in Österreich – hier wird großer Wert darauf gelegt, pünktlich zu sein. (Bildquelle: Lunghammer – TU Graz)

Der Umzug von Indien nach Österreich bringt auch einige kulturelle Unterschiede mit sich, die einem ziemlich schnell auffallen.
Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, war, wie wichtig Pünktlichkeit ist – hier wird großer Wert darauf gelegt, pünktlich zu sein. Auch die Kommunikation ist direkter, was sich anfangs etwas ungewohnt anfühlte, später aber als klar und effizient erwiesen hat. Außerdem wirkt der Alltag insgesamt strukturierter, zum Beispiel durch feste Öffnungszeiten von Geschäften oder vereinbarte Termine, weshalb vorausschauende Planung wichtig wird.
Es dauert eine Weile, sich an diese Unterschiede zu gewöhnen, aber nach und nach fühlen sie sich ganz normal an. Sich darauf einzustellen ist ein wichtiger Teil davon, in einer neuen Umgebung anzukommen und sich wohlzufühlen.

Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich nach Österreich kam:

  1. Zeitmanagement ist das A und O
  2. Selbststudium ist kein Luxus, sondern zentraler Bestandteil des Lernens
  3. Ein soziales Umfeld aufzubauen braucht Zeit
  4. Das Leben hier ist entschleunigt, und das ist gut so.

Wetter in Österreich: Tipps wie du dich als indische Studentin anpasst

Die Umstellung auf das Wetter in Österreich war ein Erlebnis für sich, besonders da ich aus Indien komme. (Bildquelle: Lunghammer – TU Graz)

Die Umstellung auf das Wetter in Österreich war ein Erlebnis für sich, besonders da ich aus Indien komme. Die Winter können sich lang anfühlen, mit kürzeren Tagen und kälteren Temperaturen, woran man sich erst gewöhnen muss. Mit der Zeit wurde mir klar, wie wichtig es ist, aktiv zu bleiben, zum Beispiel durch Spaziergänge, Treffen mit Freundinnen oder Freunden oder einfach dadurch, tagsüber nach draußen zu gehen. Anfangs war es eine Herausforderung, aber nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und mich an diesen anderen Lebensrhythmus angepasst.

Erfahrungen als internationale Studentin an der TU Graz

An der TU Graz triffst du Studierende aus vielen verschiedenen Ländern, die jeweils ihre eigenen Perspektiven und Erfahrungen mitbringen. (Bildquelle: Lunghammer – TU Graz)

Was ich am Studium an der TU Graz besonders schätze, ist das internationale Umfeld. Du triffst Studierende aus vielen verschiedenen Ländern, die jeweils ihre eigenen Perspektiven und Erfahrungen mitbringen. Das macht das Lernen interessanter und bietet einen Mehrwert, der über das rein Akademische hinausgeht. Gruppenprojekte sind eine hervorragende Möglichkeit, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzuarbeiten. Das verbessert nicht nur die Kommunikationsfähigkeiten, sondern erweitert auch den eigenen globalen Blickwinkel.

Fazit

Das Studium in Graz war mehr als nur die Entscheidung für eine Ausbildung – es war eine wahrhaft bereichernde Erfahrung, die weit über den Hörsaal hinausging. Von der Anpassung an eine neue Kultur bis hin zu mehr Selbstständigkeit hat jeder Aspekt dieser Reise zu meiner persönlichen und akademischen Entwicklung beigetragen.
Rückblickend bin ich wirklich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, und ehrlich gesagt, wenn ich noch einmal vor der Wahl stünde, würde ich ohne zu zögern denselben Weg wählen. Für alle, die ein Studium in Österreich in Betracht ziehen: Offenheit für neue Erfahrungen und die Bereitschaft, die eigene Komfortzone zu verlassen, können diese Reise unglaublich lohnenswert machen.

Bewerbung an der TU Graz aus Indien

Bei Fragen zur Bewerbung kannst du dich jederzeit an das International Office – Welcome Centre der TU Graz wenden. (Bildquelle: Fotogenia – TU Graz)

Wenn du als Drittstaatsangehörige oder -angehöriger eine Bewerbung an der TU Graz in Betracht ziehst, findest du Informationen zu den Bewerbungsfristen, den erforderlichen Unterlagen und dem Nachweis der Sprachkenntnisse auf der Webseite „Überblick Zulassung von internationalen Studienwerberinnen und -werbern“. Achtung: Studieninteressierte aus Indien müssen vor der Bewerbung um die Zulassung eine Kompetenzprüfung bei VFS Global absolvieren.
Für einige Bachelorstudien und die meisten englischsprachigen Masterstudien ist ein Zulassungsverfahren erforderlich. Bitte beachte, dass die Bewerbungsfrist für einige Studien sehr früh endet. Informiere dich unbedingt auf der Webseite des jeweiligen Studiums.

Bei Fragen kannst du dich jederzeit an das International Office – Welcome Centre der TU Graz wenden. Dort erhältst du Unterstützung von Anfang an – auch bei nicht-akademischen Themen wie Einreise und Aufenthalt, Wohnen, Versicherung, Vernetzung und Integration. Zusätzlich können die FAQ für internationale Studierende auf der Webseite der TU Graz hilfreich sein.

Mein Name ist Snehila SNEHILA, und ich absolviere derzeit einen Masterstudium in Data Science an der Technischen Universität Graz (TU Graz). Ich bin für mein Studium von Indien nach Österreich gezogen, und dieser Wechsel war eine spannende Reise der Anpassung an ein neues akademisches System, eine neue Kultur und ein neues Umfeld. In meiner Rolle als International Student Ambassador der TU Graz und in diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erfahrungen rund um das Studieren und Leben in Graz teilen sowie Einblicke geben, die für andere internationale Studierende aus Indien hilfreich sein können, die ein Studium an der TU Graz planen.
Beitrag teilen auf
Zur Blog Startseite