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Anlagen- und Netzschutztechnik

Elektrische Leistung und Energie sind nicht nur in industriellen und gewerblichen Prozessen ein wesentlicher Produktionsbestandteil, sondern sind entscheidend für die Erhaltung der Qualität unserer Zivilisation. Fehler in elektrischen Anlagen führen zu zwangsläufigen Unterbrechungen der Stromversorgung und müssen daher rasch bestens und selektiv abgeschaltet werden.

Diese Aufgabe wird von Schutzeinrichtungen erfüllt, welche von speziell ausgebildeten Schutztechnikern und Schutztechnikerinnen qualifiziert ausgewählt, parametriert und betrieben werden.

Das Ziel des Kurses ist die Beherrschung der dem Stand der Technik entsprechenden Technologie bei Betrieb und Überprüfung von Schutzeinrichtungen und -systemen. Wesentliche Themenschwerpunkte des Universitätskurses sind nach einer Abklärung der notwendigen Anforderungen an ein Schutzsystem die Fehlerberechnung für ein- und mehrpolige Fehlerfälle, die Vorstellung der verschiedenen Schutzkonzepte.

Inhalte und Schwerpunkte

  • Sie erlernen die schutztechnologischen Grundlagen.
  • Sie beurteilen die Abläufe von Störungen und das Verhalten der Schutzgeräte kritisch.
  • Sie lernen, wie Sie die Versorgungssicherheit sicherstellen können.
  • Sie erfahren wegweisende Grundlagen der Netz- und Anlagenschutztechnik.


Der Online-Universitätskurs besteht aus 6 Modulen:

Modul 1: Systemaspekte

  • Systeme und Versorgungssicherheit
  • Kurzschluss-Berechnungen
  • Fehler und Netzverfügbarkeit
  • Risiko-Management
  • Wahrscheinlichkeit der Koinzidenz
  • Indikatoren für Schutz- und Netzwerkzuverlässigkeit

Modul 2: Überstromschutz

  • Schutz und Fehlerdynamik
  • Grundlagen des Überstromschutzes
  • Zeitstaffelung von Schutzeinrichtungen
  • Überstromschutz bei Ringstrukturen
  • Zeitstaffelschutz bei Transformatoren
  • Rückwärtige Verriegelung
  • Selektivität des Überstromschutzes, Fehlerlokalisierung
  • Überstromreserveschutz

Modul 3: Differentialschutz

  • Grundlagen des Differenzialschutzes

Modul 4: Erdschlussschutz

  • Erdschlussschutz und Sternpunktbehandlung
  • Erdschlüsse - Dynamik und stationäres Verhalten
  • Erdschlussberechnungen
  • Erdschlussrelais - Wattmetrische Relais
  • K0-Faktor

Modul 5: Distanzschutz

  • Grundlagen des Distanzschutzes
  • Grundlegende Selektivität und Staffelung
  • Signalvergleich

Modul 6: Verhalten bei Fehlern

  • Fehlerarten und Fehleranalyse
  • Vektorgruppen bei Transformatoren
  • Störungen hinter verschiedenen Transformator-Vektorgruppen
  • Stromwandler
Bildquelle: gjp311 – Fotolia.com

Termine und Fristen

wird in Kürze bekannt gegeben

Lehr- und Lernkonzept

Der Universitätskurs wird nach dem Prinzip des E-Learnings durchgeführt.

Den Teilnehmenden werden Kurzvideos („Nuggets“) zur Verfügung gestellt, die etwa 75 Prozent des Lerninhaltes abdecken.

Zu jedem Video gibt es jeweils ein Skriptum, das die Inhalte in Kurzform zusammenfasst. Darüber hinaus sind ein ausführliches Skriptum sowie ein Fragenkatalog verfügbar. Selbsttests zu den einzelnen Lernvideos dienen dem Sofort-Feedback der Teilnehmenden. Aufbauend auf die Grundkenntnisse folgt die Vermittlung des Anwendungswissens in Form von fünf 2-stündigen Webinareinheiten.

Das erworbene Wissen wird in der individuellen Ausarbeitung von vier realitätsnahen Beispielen angewendet. Nach der Abgabe dieser werden zwei 2-stündige Online-Q&A-Sessions angeboten, die zur Vorbereitung für die schriftliche Abschlussprüfung dienen.

Bildquelle: Sissi Furgler Fotografie GmbH
Lothar Fickert, wissenschaftlicher Leiter des Kurses

Nur ein sachkundiger Schutz sichert die Zuverlässigkeit in Netzen, Verbraucheranlagen und Erzeugungsanlagen!

Wissenschaftliche Leitung

Lothar FICKERT
em.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn.
Institut für Elektrische Anlagen
lothar.fickertnoSpam@tugraz.at

Unterrichtsplan Anlagen- und Netzschutztechnik

Unterrichtsplan

Vera Poschauko, Bildquelle: sara-sera – TU Graz

Kontakt

Vera Carla POSCHAUKO
Mag.
TU Graz Life Long Learning
Tel.: +43 316 873 4932
vera.poschaukonoSpam@tugraz.at

Zielgruppen und Zulassungsvoraussetzungen

Der Kurs richtet sich an Technikerinnen und Techniker mit HTL- bzw. Universitätsabschluss und einschlägiger Berufspraxis. 

Voraussetzung für die Teilnahme am Universitätskurs ist eine grundlegende Fachkundigkeit die, z.B. über eine abgeschlossene Ausbildung als HTL-Ingenieurin bzw. HTL-Ingenieur in den Bereichen Elektroenergietechnik, Nachrichtentechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik nachgewiesen werden kann. Eine facheinschlägiger FH- Ausbildung erfüllen ebenfalls die Voraussetzungen für eine Teilnahme.

Die Entscheidung über die Aufnahme erfolgt durch die Lehrgangsleitung auf Basis der vorgelegten Qualifizierungen.