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Bachelorstudium Physik

Von Archimedes Hebelgesetz bis Einsteins Relativitätstheorie – nahezu alle Phänomene, die uns im Alltag begegnen, beruhen auf physikalischen Gesetzen. Sie experimentieren gerne und mathematisch-physikalische Zusammenhänge finden Sie spannend? Im Bachelorstudium „Physik“ erhalten Sie ein vielfältiges und anwendungsorientiertes Fachwissen das Ihnen ermöglicht, Zustände, Vorgänge und Gesetzmäßigkeiten in der Natur zu verstehen.

Frau in einem Labor arbeitet mit einem technischen Gerät.

Eckdaten

  • Studiendauer: 6 Semester
  • ECTS-Anrechnungspunkte: 180
  • Abschluss: Bachelor of Science (BSc)
  • Unterrichtssprache: Deutsch

Das Studium

Das NAWI Graz Bachelorstudium „Physik“ bietet Ihnen eine solide und breit angelegte Grundausbildung in experimenteller und theoretischer Physik. Im Studium spielen dabei vier Bereiche eine zentrale Rolle: eine umfassende Ausbildung in Mathematik, Grundlagen der experimentellen Messmethoden, theoretische bzw. mathematische Modellbildungen sowie die Computersimulation von physikalischen Phänomenen.

Studierende profitieren von einer hervorragenden Forschungsinfrastruktur. So haben Sie Zugang zu modernsten experimentellen Messapparaturen wie z. B. einem Elektronenmikroskop, Rastertunnelmikroskop oder höchstauflösenden Lasern. In einer selbst entwickelten IT-Umgebung haben Sie die Möglichkeit, Programmiersprachen eigenständig und interaktiv zu Erlernen.

Der Bezug zur Praxis wird im Studium groß geschrieben. Sie können im „Philab“ – einem Labor, das von Studierenden für Studierende betrieben wird – eigene Ideen in Anwendungen umsetzen. Viele Studierende arbeiten auch bereits parallel zum Studium in lokalen Firmen an anwendungsbezogenen physikalischen Fragestellungen.

Internationaler Austausch auf wissenschaftlicher Ebene spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Renommierte internationale Gastwissenschafterinnen und -wissenschafter geben regelmäßig Einblick in Ihre Forschung. Im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums halten Wissenschafterinnen und -wissenschafter wöchentlich Vorträge über aktuelle Forschungsthemen.

Curriculum

Semesterplan

Videointerview zum Studium

Inhaltliche Schwerpunkte

Sie vertiefen sich in folgende Module:

Einführung in die Physik: Sie erlernen elementare Grundbegriffe der Physik, physikalische Messmethoden sowie Grundlagen aus Mathematik. Darüber hinaus lernen Sie eine strukturierte Programmiersprache und wenden diese bei der Lösung einfacher physikalischer Probleme an.

Experimentalphysik: Sie beschäftigen sich mit Mechanik, thermischen Vorgängen, Elektrizität, Magnetismus und Optik. Sie lernen in Laborübungen, Experimente aufzubauen und physikalische Messungen selbständig durchzuführen.

Mathematische Methoden: Sie vertiefen sich in verschiedene mathematische Themengebiete angefangen von Differenzial- und Integralrechnung, Lineare Algebra über Differenzialgleichungen, Vektor- und Funktionsanalysis bis hin zu Statistik und Datenanalyse. Dabei lernen Sie z. B. physikalische Theorien mithilfe mathematischer Techniken zu formulieren und wenden diese zur Lösung physikalischer Probleme an. Ihre Abstraktionsfähigkeit wird in großem Maß gefördert.

Theoretische Mechanik: Sie erlernen Grundtechniken der theoretischen Mechanik und können physikalische Probleme mit den abstrakten Methoden der theoretischen Physik beschreiben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt unter anderem auf der Newtonschen Mechanik und der relativistischen Mechanik.

Atom-, Kern- und Teilchenphysik sowie Quantenmechanik: Sie beschäftigen sich mit grundlegenden physikalischen Konzepten zu den Themen Elementarteilchen, Atomkerne, Atome und Moleküle. Weiters werden Sie mit Grundlagen der Quantenmechanik und deren mathematischen Beschreibungsmethoden vertraut gemacht.

Computerphysik und Elektronik: Sie befassen sich mit den Elementen und dem Aufbau analoger und digitaler Schaltungen, mit Sensoren und mit numerischen Methoden zur Lösung komplexer mathematischer Probleme.

Elektrodynamik und Thermodynamik: Sie vertiefen sich unter anderem in elektromagnetische und thermodynamische Problemstellungen und sind mit den Hauptsätzen der Thermodynamik vertraut.

Molekül- und Festkörperphysik sowie Chemie: Sie setzen sich mit einfachen Fragestellungen und Grundlagen der Chemie und Festkörperphysik auseinander und diskutieren deren technische Anwendungen.

Fortgeschrittenenpraktikum und Wissenschaftliches Arbeiten: Sie bearbeiten praktisch anspruchsvolle physikalische Messprobleme aus den Bereichen Optik, Atomphysik und Festkörperphysik und führen die dafür vorgesehenen Experimente unter Anleitung durch. Weiters eignen Sie sich Kenntnisse zu verschiedenen Veröffentlichungsformaten wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie zur Recherche und korrekten Zitierwiese an.

Bachelorarbeit: Sie widmen sich eigenständig eines Forschungsthemas bzw. einer physikalischen Fragestellung und verfassen eine Abschlussarbeit.

Wahlmodul: Sie können aus einem Katalog verschiedene Vertiefungskurse aus den Bereichen Experimentelle Physik, Astro-Geo-Klima Physik oder Theoretische und Computerorientierte Physik auswählen.

 

Peter Pichler
Peter Pichler, Absolvent; Universitätsassistent am Institut für Experimentalphysik

Als Kind wollte ich Pilot eines Raumschiffes oder Astronaut werden. Das Interesse für Naturwissenschaften und Technik ist bis zur Matura gewachsen und mir war klar, dass ich an einer Technischen Universität studieren möchte. Die Wahl fiel auf Technische Physik, weil ich darin die Möglichkeit sah, den Geheimnissen des Universums auf den Zahn zu fühlen und gleichzeitig mein erarbeitetes Wissen anwendungsorientiert unter Beweis zu stellen.

Mehr über Peter Pichler und seine Arbeit am Institut für Experimentalphysik

Physik in Forschung und Wirtschaft

Erkenntnisse aus der Physik tragen dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen, sei es in der Technik oder Wirtschaft, bei der Schonung von Ressourcen oder bei der Bewältigung des Klimawandels.

Die Physik stellt die Basis jeder technischen Entwicklung dar. Aktuelle wirtschaftliche Fragestellungen, in denen die Physik eine zentrale Rolle spielt, sind zurzeit z. B. Quantencomputer und eine nachhaltige Energieerzeugung und Energiespeicherung, auch Clean Energy genannt.

Die Physik-Institute der TU Graz sind hervorragend in die internationale Forschungslandschaft integriert sowie in lokale und nationale Forschungsinitiativen eingebunden. Geforscht wird auf verschiedensten Gebieten, z. B.

  • Materialentwicklung am Computer,
  • Computersimulationen von Biomolekülen,
  • Experimentelle Beobachtung von Prozessen auf atomarer Skala,
  • Ultrakurzzeitspektroskopie,
  • Entwicklung von neuartigen funktionellen und heterogenen Materialsystemen, von Sensorkonzepten sowie von nanoanalytischen Diagnosetools sowie
  • Quantenphysikalisch dominierte Materialien.
Ein Mann wird von einer grünlichen Lampe angestrahlt.

Online-Vorlesung: Experimente mit Quecksilber

Prof. Pottlacher und Dr. Lammegger demonstrieren in ihrer Vorlesung Experimente mit Quecksilber in verschiedenen Aggregatzuständen.

Zulassung zum Studium

Zulassungsfristen

Wintersemester 2021/22

Allgemeine Zulassungsfrist: 12. Juli bis 5. September 2021

Nachfrist: 6. September bis 30. November 2021

 

Sommersemester 2022

Allgemeine Zulassungsfrist: 10. Jänner bis 5. Februar 2022

Nachfrist: 6. Februar bis 30. April 2022

Information und Beratung

Kontaktieren Sie studynoSpam@tugraz.at

Perspektiven nach dem Bachelor

Berufsfelder

Physikerinnen und Physiker gelten als umfassende Problemlöserinnen und Problemlöser. Sie sind als hervorragend qualifizierte Fachleute in Wirtschaft und Wissenschaft gefragt und Ihre Berufsmöglichkeiten sind breit gefächert. Wenn Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entscheiden, arbeiten Sie an Universitäten oder Forschungseinrichtungen.

In der Wirtschaft können Sie im Bereich Forschung und Entwicklung in unterschiedlichsten Industriezweigen Karriere machen:

  • Medizintechnik,
  • Software- und Halbleiterbranche,
  • Maschinen- und Fahrzeugbau,
  • Luft- und Raumfahrttechnik,
  • Lasertechnik,
  • optische Industrie,
  • Gesundheitswesen und öffentlicher Dienst oder
  • im Dienstleistungssektor.

Dabei zählen zu Ihren Aufgaben z. B. die Entwicklung neuartiger Materialien, neuer Technologien, Prozessinnovationen oder Informationstechnik.

Neben der Möglichkeit eines direkten Berufseinstiegs, qualifizieren sich Absolventinnen und Absolventen für zahlreiche weiterführende Studien, wie die Masterstudien Physics oder Technical Physics sowie Advanced Materials Science, Environmental System Sciences / Climate Change and Environmental Technology und Space Sciences and Earth from Space.

Weiterführende Masterstudien

Mit Abschluss des Bachelorstudiums können Sie folgende Masterstudien an der TU Graz direkt weiterstudieren:

Sind Sie an anderen Masterstudien der TU Graz interessiert, finden Sie die Infos zur Zulassung auf der Seite des jeweiligen Masterstudiums.

Darüber hinaus bietet der Bachelorabschluss die Chance, sich international für Masterstudien zu bewerben.