Sein Zuhause für ein Studium im Ausland zu verlassen, kann aufregend und gleichzeitig herausfordernd sein. Als ich in Graz ankam, wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Ich hatte zuvor andere Länder bereist, aber fürs Studium ins Ausland zu ziehen war etwas komplett Anderes. Plötzlich, war ich selbst für alles verantwortlich: die Uni, Amtswege, Finanzen und das tägliche Leben. Wenn ich heute zurückschaue, war es eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe. Hier sind meine Erfahrungen zu meinem Studium Biomedical Engineering an der TU Graz und wie es war, sich als Studierende aus dem Kosovo ein neues Leben in Graz aufzubauen.
Warum ich Österreich und die TU Graz gewählt habe
Nach dem Schulabschluss im Kosovo wollte ich meine Ausbildung an einem Ort fortsetzen, der hochqualitative Technikstudien und ein internationales Umfeld bietet. Österreich hat sich hervorgetan, weil es recht nahe zur Heimat liegt und mir doch die Gelegenheit gab, eine unterschiedliche Kultur und ein anderes Bildungssystem kennenzulernen.
Ich studiere aktuell Biomedical Engineering an der TU Graz, ein Studium das Technik, Technologie und Medizin vereint. Was mich am meisten anzog, waren die möglichen technologischen Beiträge zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Lebensqualität von Menschen.

Das österreichische Universitätssystem unterscheidet sich von dem im Kosovo, ganz besonders hinsichtlich der Flexibilität, die Studierende für die Organisation ihrer Studien haben. Wenn du mehr über das österreichische Hochschulsystem erfahren möchtest, empfehle ich Miha’s Blogbeitrag übers Studieren in Österreich zu lesen.
Lernen, selbständig zu leben
Eine der größten Herausforderungen für mich war nicht die Universität selbst, sondern zu lernen wie man selbständig lebt. Im Kosovo war ich gewohnt, meine Familie in der Nähe zu haben. Nach dem Umzug nach Graz lagen sogar einfache Dinge plötzlich in meiner Verantwortung: Einkaufen, mit meinem Budget zurechtzukommen, Termine zu organisieren und meinen Studienalltag zu planen.

Zu Beginn fühlte es sich erdrückend an. Wie auch immer, mit der Zeit realisierte ich, dass mir diese Erfahrungen Selbstvertrauen gaben und mir halfen, organisierter zu werden. Heute sehe ich dieses persönliche Wachsen als einen der größten Vorteile eines Auslandsstudiums.
Leben in Österreich und Graz
Etwas, was mir gleich auffiel, war, wie international Graz ist. An der TU Graz treffe ich jeden Tag Studierende aus vielen verschiedenen Ländern. Das schafft eine sehr offene Atmosphäre, wo du ständig Neues über andere Kulturen und Perspektiven lernst.
Graz wird oft als Studierendenstadt bezeichnet und mir ist klar warum. Die Stadt ist groß genug, um viele Aktivitäten zu bieten und gleichzeitig klein genug, dass man alles nutzen kann. Egal, ob ich in der Bibliothek lerne, in der Stadt Freunde zum Kaffeetrinken treffe oder nach einem langen Tag spazieren gehe, man kann immer etwas unternehmen.

Mir gefällt auch wie leicht man in der Stadt herumkommt entweder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder auch zu Fuß.
Wie man Freunde findet und ein Netzwerk aufbaut
Bevor ich nach Österreich gezogen bin, habe ich mir übers Freunde-Finden Sorgen gemacht. Glücklicherweise stellte sich das leichter als gedacht heraus. Viele TU Graz-Studierende sind von zu Hause weggezogen und möchten neue Leute kennenlernen. Durch Lehrveranstaltungen, Laborübungen, Gruppenprojekte und Studierendenevents lernte ich schnell sowohl Österreicher*innen als auch internationale Studierende kennen.
Als Studierende aus dem Kosovo war es auch nett zu entdecken, dass es eine große albanischsprachige Gemeinschaft in Graz gibt. Zu wissen, dass Menschen mit einem ähnlichen kulturellen Hintergrund in der Nähe sind, kann den Übergang leichter machen, speziell während der ersten Monate im Ausland.

Gleichzeitig war eine der wertvollsten Erfahrungen rund ums Studium in Graz, Menschen gänzlich anderer Herkunft zu treffen und Freundschaften aufzubauen, die ich sonst wohl nie gemacht hätte.
Meine Erfahrung an der TU Graz
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Studium an der TU Graz. Biomedical Engineering ist ein herausforderndes Studium, aber es ist auch unglaublich interessant, weil es interdisziplinär ist. Ich genieße es zu lernen, wie technische Prinzipien auf medizinische Probleme angewendet werden können und wie Technologie zu besseren Lösungen fürs Gesundheitswesen beitragen kann. Ein anderer Aspekt, der mich anspricht, ist die praktische Komponente des Studiums. Laborübungen und Projekte erlauben mir, Erfahrungen zu sammeln und das anzuwenden, was ich in den Lehrveranstaltungen gelernt habe.
Die internationale Umgebung, moderne Einrichtungen und eine unterstützende Lernatmosphäre haben meine Erfahrungen and der TU Graz sehr positiv ausfallen lassen.

Lebenshaltungskosten
Im Vergleich zum Kosovo, sind die Lebenshaltungskosten generell höher. Wie auch immer, Graz gilt als eine der studierendenfreundlichsten Städte Österreichs.
Sorgfältiges Planen ist wichtig, aber Studierende können von verschiedensten Rabatten und Unterstützungsangeboten profitieren. Nähere Informationen über Finanzielles können auf der TU Graz Webseite und im Blog gefunden werden.
Zulassung und wichtiger Rat für internationale Studierende
Als Studierende aus dem Kosovo lernte ich sehr früh, dass es wichtig ist, den Zulassungsprozess früh genug zu starten. Da der Kosovo nicht Teil der Europäischen Union ist, könnten einige administrative Schritte länger als geplant dauern inklusive Dokumentenvorbereitung, Zulassungsprozess und Aufenthaltstitel. Mein Rat ist, alle Fristen genau zu prüfen, die nötigen Dokumente so früh wie möglich vorzubereiten und regelmäßig die offizielle TU Graz Zulassungswebseite auf aktuellste Informationen zu prüfen. Organisiert zu bleiben und voraus zu planen, können den Übergang viel reibungsloser machen und helfen, unnötigen Stress vor deinem Studienstart zu vermeiden. Detaillierte Informationen über Zulassungsvoraussetzungen und Prozesse für internationale Bewerber*innen können auf der TU Graz Webseite zur Studienzulassung gefunden werden.

Rückblickend
Vom Kosovo nach Graz zu ziehen war ein großer Schritt aus meiner Komfortzone hinaus. Er hat mich akademisch und persönlich herausgefordert, aber er hat mir auch geholfen, in unerwarteter Weise zu wachsen.
Heute fühlt sich Graz wie ein zweites Zuhause an. Ich habe gelernt, unabhängiger zu sein, habe Leute aus aller Welt getroffen und habe Erfahrungen gesammelt, die weit über den Hörsaal hinausgegangen sind. Für alle, die darüber nachdenken, an der TU Graz zu studieren, habe ich einen einfachen Rat: Seid offen für neue Erfahrungen und habt keine Angst vor den Herausforderungen, die ein Auslandsstudium mit sich bringen. Die ersten Monate könnten sich ungewohnt anfühlen, aber sie könnten auch der Beginn einer unvergesslichen Reise werden.

