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TU Graz/

TU Graz und Magna eröffnen das Advanced Driving Simulation Center


von Philipp Jarke veröffentlicht am 27.01.2026 Forschung

TU Graz und Magna eröffnen das Advanced Driving Simulation Center

Am Campus Inffeldgasse ermöglicht nun einer der leistungsfähigsten Fahrsimulatoren der Welt Spitzenforschung in den Bereichen Fahrdynamik und -komfort sowie Elektromobilität und automatisiertes Fahren.
Vier Männer posieren an einem Cockpit, das auf sechs Stelzen steht, für die Kamera.
V.l.: Arno Eichberger (Institut für Fahrzeugtechnik der TU Graz), Severin Stadler (Director Adv. Engineering, Cooperations & Strategy, Magna), Martin Peter (Vice President Magna Vehicle Engineering) und TU Graz-Rektor Horst Bischof bei der Eröffnung des Advanced Driving Simulation Centers. Bildquelle: Lunghammer - TU Graz

Die TU Graz und das Mobilitätstechnologieunternehmen Magna haben im neuen Advanced Driving Simulation Center am Campus Inffeldgasse einen der modernsten Fahrsimulatoren der Welt vorgestellt. Der Simulator bildet das Fahrerlebnis auf einzigartige Weise äußerst realistisch ab. Forschungs- und Entwicklungsteams können am Simulator unterschiedliche Fahrzeuge, Fahrwerks- und Reifensetups sowie verschiedene Fahrerassistenzsysteme (ADAS) realitätsnah prüfen und optimieren. Magna übernahm die Anschaffungs- und Installationskosten, die TU Graz finanziert den laufenden Betrieb des Advanced Driving Simulation Centers.

„Das Advanced Driving Simulation Center ist ein Ergebnis der jahrzehntelangen Innovationspartnerschaft von Magna und der Technischen Universität Graz“, sagt TU Graz-Rektor Horst Bischof. „Mit diesem Fahrsimulator verfügen wir nun über eine europaweit einzigartige Forschungsinfrastruktur, die den Automobil- und Mobilitätsstandort Österreich nachhaltig aufwertet.“

Simulator schließt Lücke zwischen Modellierung und menschlicher Wahrnehmung

„Das Advanced Driving Simulation Center erlaubt uns Fahrzeugstudien durchzuführen, deren Ergebnisse exakt mit den physikalischen Gegebenheiten der realen Welt übereinstimmen“, sagt Arno Eichberger, der als Leiter des Instituts für Fahrzeugtechnik für den wissenschaftlichen Betrieb des Prüfstands zuständig ist. „Mit dem neuen Simulator schließen wir die Lücke zwischen theoretischer Fahrzeugmodellierung und realer menschlicher Wahrnehmung unserer Testfahrer*innen.“

Mehrwert für die Fahrzeugentwicklung

Magna wird das Advanced Driving Simulation Center in Entwicklungsprojekten mit internationalen Automobilherstellern nutzen und Innovation im Rahmen von Forschungsprojekten am Standort forcieren. „Zu den wichtigsten Einsatzbereichen zählen die Optimierung und Abstimmung von Fahrwerk und Reifen verschiedenster Fahrzeugtypen in frühen Phasen von Entwicklungsprojekten, weit bevor echte Fahrzeugprototypen zur Verfügung stehen. Das beschleunigt Entwicklungsprozesse und schafft zusätzlichen Raum für Innovationen“, sagt Severin Stadler, der als Leiter für F&E seitens Magna verantwortlich für die Umsetzung des Zentrums ist.

Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bis hin zu autonomen Fahrzeugen

„Aufgrund seiner hohen Bandbreite kann der Simulator selbst feinste Vibrationen generieren, die von verschiedenen Straßenbelägen im Fahrzeug ausgelöst werden. Das ist für die Optimierung von Elektrofahrzeugen essenziell, da Insassen diese Vibrationen wegen der fehlenden Motorgeräusche viel stärker wahrnehmen als bei Verbrennern“, sagt Arno Eichberger. Mit VR-Technologie wird das Advanced Driving Simulation Center zudem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bis hin zu autonomen Fahrzeugen spielen.

Technische Details des Fahrzeugsimulators

  • Hohe Bandbreite: Mit einer Frequenz von über 100 Hz kann der Simulator selbst feinste Vibrationen übertragen. Fahrer*innen spüren dadurch kleinste Bodenwellen, Fahrbahnmarkierungen oder Änderungen der Reifentraktion.
     
  • Sechs Freiheitsgrade: Das Cockpit wird über sechs bewegliche Streben gesteuert. Damit werden Fahrzeugbewegungen in alle Richtungen (vor, zurück, Heben, Senken, Drehen, Neigen, Nicken) präzise nachgebildet.
     
  • VR-Integration: Mit Virtual-Reality-Systemen (VR) werden verschiedenste Fahr- und Verkehrssituationen fotorealistisch simuliert. Dabei können Fahrer*innen neue Anzeige-, Bedien- und Assistenzsysteme im Cockpit testen.
     
  • Extrem niedrige Latenz: Die sehr schnelle Systemreaktion von drei bis vier Millisekunden ermöglicht ein realistisches Fahrgefühl mit geringerem Risiko von Bewegungsübelkeit für Testfahrer*innen.

Kontakt

Arno EICHBERGER
Assoc.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn.
TU Graz | Institut für Fahrzeugtechnik
Tel.: +43 316 873 35210
arno.eichbergernoSpam@tugraz.at

Severin STADLER
Dipl.-Ing.
Director Advanced Engineering, Cooperations & Strategy
MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik GmbH & Co KG
severin.stadlernoSpam@magna.com