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Mehr Nachhaltigkeit und Effizienz in der Logistik der letzten Meile

07.01.2020 | Mobility & Production (Field of Expertise) | Sustainable Systems (Field of Expertise) | News+Stories | TU Graz news | Forschung | Medienservice

Von Christoph Pelzl

Unter Konsortialführung der TU Graz startet im Jänner 2020 in Graz erstmals ein nutzeroffenes nachhaltiges Paket- und Warenübergabesystem, das die urbane Güterlogistik verbessern und ökologisch nachhaltiger gestalten soll.

Rendering der Paketstation am Campus Neue Technik der TU Graz. Diese steht allen Logistikdienstleistern, Gewerbetreibenden und Privatkunden offen. Sie ist jederzeit zugänglich sowie einfach und flexibel nutzbar. © A1

Das rasante Wachstum des Online-Handels führt in Städten und Ballungszentren zu immer mehr Verkehrsproblemen und somit zu schlechterer Luft. Das Institut für Technische Logistik der TU Graz hat deshalb gemeinsam mit den Projektpartnern Stadt Graz. Abteilung für Verkehrsplanung, Keba AG, Prime Software GmbH und dem Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU Graz das Projekt SoWAS („Skalierbares offenes Waren-Austausch-System“) initiiert, das die sogenannte „letzte Meile“ durch den optimierten Einsatz von Paketsystemen verbessern soll.

Erste „offen nutzbare“ Paketstation

Zentrales Element ist eine von Umsetzungspartner A1 betriebene Paketstation, die – anders als derzeitige Systeme – anbieterunabhängig von allen Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP-Diensten), Gewerbetreibenden und Privatpersonen genutzt werden kann. „Unser Modell greift den Trend hin zur ‚Sharing Economy‘ auf und steht Logistik-Dienstleistern und Privatpersonen gleichermaßen rund um die Uhr (24/7) zur Verfügung. Damit wollen wir die Zustell- und Abholwege reduzieren und positiv auf den Stadtverkehr und die urbane Umwelt einwirken“, erklärt Projektleiter Norbert Hafner vom Institut für Technische Logistik, der die Vorteile für alle Beteiligten zusammenfasst: „Zustelldienste stehen nicht mehr vor verschlossenen Wohnungstüren, auch die Parkplatzsuche fällt weg. Gewerbetreibende können die Waren und Gegenstände außerhalb der Geschäftszeiten zum Abholen hinterlegen. Privatpersonen können sich die Zeit frei einteilen und das Paket auf dem Weg in die Arbeit, am Nachhauseweg oder zwischendurch abholen.“   

Graz-Premiere für neues System

Im Jänner 2020 geht die Paketstation in Betrieb: Im Außenbereich des Campus Neue Technik der TU Graz, unweit der Straßenbahnhaltestelle Linie 6 und somit auch öffentlich gut erreichbar. Bis Jahresende 2020 evaluieren die Forschenden die positiven Effekte des Systems auf das Mobilitätsverhalten, auf Umwelt und Verkehr. Die Projektergebnisse dienen als Grundlage für den weiteren Ausbau des Paketboxen-Netzwerks in Graz und sind in weiterer Folge auch auf andere Städte übertragbar.

Das Forschungsprojekt SoWAS wird gefördert, von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft – Schwerpunkt Gütermobilität“. Gemeinsam mit dem Grazer MobLab (Mobility Lab), mit dem die Stadt Graz neue City-Logistik-Projekte erarbeitet, soll eine zügige Erweiterung der Standorte und Nutzergebiete erfolgen.

Information

Weitere Informationen zu SoWAS finden sich auf der Projekt-Website.

Kontakt

Norbert HAFNER
Ass.Prof. Dr.techn
TU Graz | Institut für Technische Logistik
Tel.: +43 316 873 - 7329
norbert.hafnernoSpam@tugraz.at
itl.tugraz.at

Neben der herkömmlichen Paketzustellung durch kommerzielle Kurier- und Lieferdienste soll das neue System auch den Austausch („sharing economy“) und das Verwahren von Gegenständen sowie im besten Fall weitere neue Serviceleistungen unterstützen. © A1
Der stellvertretende Leiter des Instituts für Technische Logistik Norbert Hafner hat gemeinsam mit den Projektpartnern das skalierbare, offene Warenaustauschsystem entwickelt. © ITL/TU Graz