Auch im vergangenen Jahr sind die Gletscher weltweit stark abgeschmolzen: Ohne die Eisschilde Grönlands und der Antarktis haben die Gletscher im hydrologischen Jahr 2025 rund 408 Milliarden Tonnen Eismasse verloren, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 1,1 Millimeter geführt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Nature Reviews Earth Environment veröffentlichte Studie des World Glacier Monitoring Service, an der Tobias Bolch vom Institut für Geodäsie der TU Graz beteiligt war.
Fünf olympische Schwimmbecken pro Sekunde
„2025 war ein weiteres Jahr, in dem die Gletscher stark geschmolzen sind“, sagt Michael Zemp, WGMS-Direktor und Erstautor der Studie. „Zur Veranschaulichung: Der Massenverlust der Gletscher im Jahr 2025 hätte ausgereicht, um in jeder Sekunde des Jahres fünf olympische Schwimmbecken zu füllen.“
Alpen besonders stark betroffen
Die prozentual stärksten Rückgänge verzeichneten die Regionen West-Kanada, USA, Island und Mitteleuropa. „Die Alpen gehören zu den Gebirgen der Erde, in denen der Gletscherschwund am höchsten ist“, sagt Tobias Bolch.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der globale Gletscherschwund stark beschleunigt - von weniger als 100 Milliarden Tonnen pro Jahr in der Periode 1976−1995 über 230 Milliarden Tonnen pro Jahr (1996−2015) auf zuletzt 390 Milliarden Tonnen pro Jahr im vergangenen Jahrzehnt. Seit 1975 hat der globale Gletscherschwund zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 26,4 Millimeter geführt.
Publication
The WGMS Network (2026)
Global glacier mass change in 2025
In: Nature Reviews Earth & Environment
DOI: https://doi.org/10.1038/s43017-026-00777-z
Tobias BOLCH
Univ.-Prof. Dr.rer.nat.habil.
TU Graz | Institut für Geodäsie
Tel.: +43 316 873 6848
tobias.bolch@tugraz.at

