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Körperpflege-App für Jahrtausend-Männer

8.06.2017 | Studium

Von Ute Wiedner

Studenten der TU Graz und der WU Wien haben für den „L’Oréal Brandstorm“ Wettbewerb eine Handy-App entwickelt, die Hautprobleme ermittelt und Produkte vorschlägt – und stehen damit im Finale in Paris.

Die drei stolzen Gewinner der L’Oréal Brandstorm Tech-Challenge-Vorausscheidung halten gemeinsam den gläsernen Preis (von links nach rechts): Aleksandar Sargic (mit Bart und Brille), Stefan Stevanovic und Omar Saracevic.
Die drei stolzen Gewinner der nationalen L’Oréal Brandstorm Tech-Challenge-Vorausscheidung in Wien (von links nach rechts): Aleksandar Sargic, Stefan Stevanovic und Omar Saracevic.

Von der perfekten Rasur über die Diagnose von Akne oder trockner Haut bis hin zu gesundheitsgefährdenden Auffälligkeiten – „Meet Lore“ ist eine App zur Unterstützung der männlichen Hautpflege – samt persönlicher Assistentin „Lore“, die gleich passende Produkte vorschlägt.  Ganz im Sinne des Kosmetikherstellers L’Oréal, der 2017 im Studierendenwettbewerb „L’Oréal Brandstorm“ die Aufgabe stellt, Männer zwischen 18 und 25 Jahren dazu anzuregen, sich mehr mit ihrer Körperpflege zu beschäftigen. Omar Saracevic, Biomedical Engineering-Student an der TU Graz, Stefan Stevanovic und Aleksandar Sargic, beide Studenten der Wirtschaftsuniversität Wien, stellten ihre Idee für die um die Jahrtausendwende geborenen „Millenial Males“ zunächst zur Vorausscheidung in der Kategorie „Tech Challenge“ auf die Online-Plattform. Dort hatten die Studierenden der beiden Unis als Team „Paradigm Shifters“ zusammengefunden. Unter insgesamt mehr als 25.000 Studierenden aus 60 Ländern, die in der „Brand Challenge“ für Business und Marketing sowie der „Tech Challenge“ für technische Produkte online eingereicht hatten, wählte L’Oréal Österreich die „Paradigm Shifters“ – zunächst in die nationale Ausscheidung in Wien. Dort verteidigte das Team seine Idee in der Tech Challenge gegen sechs andere Teams, darunter ein weiteres der TU Graz, und sicherte sich das Ticket für die westeuropäische Runde. Auch dort konnte sich die Idee von der Handy-App, die auf allen Endgeräten funktionieren soll, durchsetzen. Von 14. bis 16. Juni kämpfen die „Paradigm Shifters“ mit 42 anderen Teams aus aller Welt um den Sieg – und damit um die Chance, die Idee für L’Oréal tatsächlich umzusetzen.

In Wien stellte sich das Team Paradigm Shifters gemeinsam mit einem anderen TU Graz-Team zum gemeinsamen Foto auf (v.l.n.r.): Stefan Schöpf, Stefan Stevanovic, Omar Saracevic, Mark Celaj, Aleksandar Sargic, und Bernd Somitsch

Mit einem weiteren Team der TU Graz standen die Paradigm Shifters zunächst in der österreichischen Vorausscheidung, bevor die Studierenden von TU Graz und WU Wien weiter in die westeuropäische Runde und schließlich ins Finale aufstiegen. In Wien fanden Sie sich zum gemeinsamen Foto (v.l.n.r.):  Stefan Schöpf, Stefan Stevanovic, Omar Saracevic, Mark Celaj, Aleksandar Sargic, und Bernd Somitsch.

Selbstvertrauen mit Lore

„Unser Projekt ist eine Anwendung für Mobiltelefone, die das Gesicht scannt und dann mit Hilfe dieses Fotos, künstlicher Intelligenz und verschiedenen „Machine Learning“-Algorithmen feststellt, welche Hautprobleme der Anwender hat und wo er vergessen hat, sich zu rasieren“, erklärt der gebürtige Amerikaner Omar Saracevic die App, die er gemeinsam mit Stefan Stevanovic, der an der WU Wien „Economics with Marketing and Special Marketing Specialization“ studiert, und dem Sozial- und Betriebswissenschaftsstudenten Aleksandar Sargic entwickelt hat. Damit Assistentin Lore das perfekt abgestimmte L’Oreal Men Expert Produkt empfehlen kann, ist die App zusätzlich mit dem Navigationssystem (GPS) verbunden und ermittelt so nicht nur die Wetterlage sondern auch ein Geschäft in der nächsten Umgebung, das dieses Produkt führt. Wenn es zum Beispiel sonnig ist, schlägt Lore ein Produkt mit einem höheren Lichtschutzfaktor vor. „Die persönliche Assistentin Lore spricht ähnlich wie Siri für Apple oder Alexa für Amazon mit dem User. Sie weiß aus dem Kalender des Benutzers, ob ein wichtiger Termin wie etwa ein Bewerbungsgespräch ansteht und unterstützt sein Selbstvertrauen in diesem Fall mit einem bestimmten Produktvorschlag“, führt Saracevic aus.

Glück im Team

Gefunden hat sich das Team „Paradigm Shifters“, das die Kosmetikindustrie digitalisieren will, auf der online Plattform des „L’Oréal Brandstorm“-Studierendenwettbewerbs. „Ich nehme neben meinem Studium der biomedizinischen Technik gern an Wettbewerben teil und bin im letzten Semester einfach online auf die L’Oréal Brandstorm Challenge gestoßen“, beschreibt Omar Saracevic seinen Weg zur Teilnahme. Weil ihm klar war, dass gute Wirtschafts- und Businesskenntnisse für die Projektentwicklung wichtig sein würden, suchte er gezielt nach diesen Fertigkeiten. So fand er online zu Stevanovic und Sargic, denen wiederum die technischen Skills fehlten. Das war die Geburtsstunde der „Paradigm Shifters“, denen wir im großen Finale in Paris fest die Daumen drücken.

Die L’Oréal-Gruppe setzt Brandstorm seit 1992 als Rekrutierungsmaßnahme für Nachwuchskräfte aus aller Welt ein. Nach einer Teilnahme an dem Business-Game kommen Studierende häufig für ein Praktikum oder eine Festanstellung zu L’Oréal zurück. Das macht Brandstorm weltweit zu einer Chance für den Berufseinstieg, sowohl für Studierende als auch für L’Oréal.

Information

Seit der erstmaligen Ausschreibung 1992 bis 2017 haben rund 120.000 Studierende am L’Oréal Brandstorm teilgenommen. Ursprünglich richtete sich der von der L’Oréal-Gruppe ausgerichtete internationalen Businesswettbewerb an Studierende mit Marketing-Schwerpunkt. Mit der „Tech Challenge“ gibt es heuer eine neue Kategorie für Technik. Zudem sollen siegreiche Projekte zum ersten Mal vom Weltmarktführer in der Kosmetik auf den Markt gebracht werden. 

Kontakt

Omar Saracevic
Team Paradigm Shifters
Tel.: +43 677 62463922
osaracevnoSpam@gmail.com