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Am Anfang geht es allen gleich

Papierkram, neue Leute, fremde Orte: 2 Bachelorstudierende im Interview über das große Unbekannte und die ersten Wochen und Monate an der TU Graz.

Allein zu Hause oder unter Gleichgesinnten zum Beispiel im Lernzentrum am Campus Inffeldgasse büffeln: Auch den eigenen Lerntyp gilt es in der Anfangsphase des Studiums zu erkunden.

Elisabeth Salomon studiert Telematik an der TU Graz, Ko Odreitz startete mit Biomedical Engineering und wechselte nach 2 Semestern zur Elektrotechnik. Im Face to face-Interview erinnern sie sich an ihren persönlichen Studienbeginn und erzählen von den größten Aufregungen, verunsichernden Hürden und wichtigen Hilfen.

News+Stories: Wie habt ihr die erste Woche an der TU Graz erlebt?

Elisabeth: Ich war vor allem damit beschäftigt, mich in der Stadt und auf den Campusstandorten zurecht zu finden. Und die Aufregung vor der ersten Vorlesung war groß. Ich hatte Angst, dass es gleich Vollgas losgeht und ich den Start verpasse. Tatsächlich wurden aber vor allem Einführungen in die Vorlesungen gehalten und Skripten empfohlen. Alles war viel angenehmer als gedacht.

Ko: Ich habe niemanden gekannt und war sehr nervös. Bei den Welcome Days, der allgemeinen Einführungsveranstaltung für Erstsemestrige, habe ich mich am Tag 1 etwas verloren gefühlt, aber am Tag 2 lief es schon viel besser. Ich kann allen Newcomern empfehlen, dorthin zu gehen.

Was waren die größten Hürden und die wichtigsten Hilfen zu Studienbeginn?

Elisabeth: Der Papierkram am Anfang hat mich verunsichert. Es war seltsam, ganz auf sich gestellt zu sein, sich selbst um den Studienplan und die Prüfungen kümmern zu müssen. Aber man ist damit nicht allein. Durch das Erstsemestrigen-Tutorium habe ich schnell Studienkolleginnen und -kollegen kennengelernt. Sie halfen auch weiter, wenn ich Probleme beim Lernen oder bei Übungen hatte. Motivieren muss man sich allerdings selbst, es gibt auch im Studium interessantere und weniger interessante Themen.

Ko Odreitz und Elisabeth Salomon (v.l.) bei der elektronischen Anmeldung am TU Graz-Campus.

Verwaltungsangelegenheiten sind ebenso zu bewältigen wie Lernprobleme: Einführungsveranstaltungen wie die Welcome Days oder das Erstsemestrigen-Tutorium helfen weiter.

Ko: Noch vor dem Studium musste ich zwischen Studentenheim, WG oder eigenem Appartement entscheiden. Dann kamen die nächsten Schritte: einen Mietvertrag abschließen, den Haushalt selber schmeißen, die Fixkosten für Miete, Strom, Heizung und Leben berechnen – alles keine Themen im „Hotel Mama“. Die Familienbeihilfe beträgt 220 Euro. Allein für Essen kalkuliere ich 150 bis 200 Euro im Monat. Und das Soziale: In einer fremden Stadt kannst Du schnell einsam sein. Daher ist es umso wichtiger, gleich zu Studienbeginn Kontakte zu knüpfen. Es hilft, sich selbst gut zu organisieren, aus begrenzten Mitteln das Maximale herauszuholen und Eigeninitiative zu ergreifen.

Es war seltsam, ganz auf sich gestellt zu sein, sich selbst um den Studienplan und die Prüfungen kümmern zu müssen. Aber man ist nicht allein.

Wie und wo lernst Du am liebsten?

Ko: Ich lerne gern zu später Stunde daheim. Wenn ich in der Gruppe lernen will, nutze ich das Studienzentrum am Campus Inffeldgasse, dort trifft man Gleichgesinnte. Super ist, dass die Räume 24 Stunden geöffnet sind und das 7 Tage die Woche, sogar am Sonntag.

Elisabeth: Ich bereite mich am liebsten in Ruhe daheim auf Prüfungen vor. Beim Lernen ist es wichtig zu wissen, welcher Typ man ist. Lerne ich am leichtesten in der Gruppe, muss ich etwas gehört haben, um es zu verstehen, oder reicht es mir, selbst etwas durchzulesen?

Wie schnell hast du dich in Graz eingelebt?

Elisabeth: Eingelebt habe ich mich in Graz schnell. Die Stadt ist nicht übertrieben groß und hat ein gemütliches Flair. Toll finde ich, dass mit dem Rad und den Öffis alles leicht erreichbar ist.

Ko: Am Anfang kam mir die Stadt wenig einladend vor, aber jetzt genieße ich die vielen Grünflächen, gehe gern den Weg von der Herrengasse über die Sporgasse hinauf zum Schloßberg, vorbei an Eisläden … Und ich war überrascht von der Vielfalt an Menschentypen, auch an der Uni. Die treffe ich daheim in der obersteirischen Veitsch nicht. (lacht)

Welche Termine sollte man nicht verpassen, was waren bisher absolute Highlights im Studium oder generell im Uni-Leben?

Elisabeth: Puh, das ist eine schwere Frage. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen und Feste an den drei Campusstandorten der TU Graz, bei denen auch die Preise an Studentenverhältnisse angepasst sind. Eines der größten Feste findet am Anfang jeden Wintersemesters statt: Das TU-Fest mit freiem Eintritt für Erstsemestrige ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer gern neue Sportarten ausprobiert, sollte sich das USI-Angebot ansehen. Dort sind auch Kurse in Bogenschießen oder Paragleiten erschwinglich.
Aber egal, ob ein cooles Fest, eine gute Note in einem schweren Fach oder ein sportliches Abenteuer als Highlight in Erinnerung bleibt: Eigentlich ist die ganze Studienzeit eine besondere Zeit. Genießt es mit allen Höhen und Tiefen!

Habt ihr 3 Tipps zum Studienstart für Newcomer?

Ko:

  • „Die Prüfung wird sicher voll schwer“: Höre nicht auf die Jammerer, sondern mach dir selbst ein Bild.
  • Besuche Vorlesungen, lege Wert auf Übungen und bereite dich auf Prüfungen gut vor.
  • Auch junge Erwachsene dürfen Fragen stellen – an die Familie, an Freundinnen/Freunde, Vortragende – und an sich selbst. Viele wechseln am Anfang sogar die Studienrichtung. Es ist keine Schande mit 18+ nicht gleich das richtige Studium gefunden zu haben.

Elisabeth:

  • Besuche die Welcome Days und das Erstsemestrigen-Tutorium.
  • Such dir die richtigen Anlaufstellen und hab keine Scheu zu fragen – am Anfang geht es doch allen gleich.
  • Lass dich nicht von Hürden irritieren – nimm einfach Anlauf.

Information

Welcome Days: Die Infotage für Erstsemestrige bieten Infos zu Studienorganisation, Beihilfen und Co. und geben Einblick in Arbeitswelten von Absolventinnen und Absolventen. Zu den Welcome Days

HochschülerInnenschaft an der TU Graz (HTU) mit Studienvertretungen: wichtige Anlaufstelle für Fragen rund um Studium (auch zum Angebot an Erstsemestrigen-Tutorien), Beihilfen, Studienrecht, Wohnen. Zur HTU

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