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Bachelorstudium Verfahrenstechnik

Aus Restmüll wird Energie, aus Raps Biodiesel und aus Weintraubenkernen ein Nahrungsergänzungsmittel? Klingt unglaublich für Sie? Es handelt sich dabei um reine Naturwissenschaft und Technik. Im Bachelorstudium „Verfahrenstechnik“ beschäftigen Sie sich mit der stofflichen Umwandlung von Rohstoffen zu den verschiedensten Produkten und erhalten eine ausgezeichnete Ausbildung, die Ihnen vielseitige Berufsmöglichkeiten in Industrie und Forschung eröffnet.

Eine junge Frau in einem Labor bei der Stoffumwandlung.

Eckdaten

  • Studiendauer: 6 Semester
  • ECTS-Anrechnungspunkte: 180
  • Abschluss: Bachelor of Science (BSc)
  • Unterrichtssprache: Deutsch,
    einzelne Lehrveranstaltungen in Englisch.

Das Studium

Im Bachelorstudium „Verfahrenstechnik“ beschäftigen Sie sich mit allen Prozessen in Technik und Industrie, in denen mit stofflichen Umwandlungsschritten aus einem Rohstoff ein Produkt geschaffen wird. Dieser Rohstoff kann Holz sein, aus dem Zellstoff und später Papier oder Viskose produziert werden, aber auch Abwasser, aus dem zum Beispiel umweltschädliche Substanzen entfernt werden.

Im Studium erhalten Sie eine breite natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundausbildung in den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie, Maschinenbau und Elektrotechnik. Darüber hinaus lernen Sie verfahrenstechnische Grundoperationen kennen. Diese Grundoperationen beinhalten Umwandlungsschritte durch mechanische, thermische oder chemische Prozesse. Sie lernen, diese Prozesse zu beschreiben, entwickeln und simulieren, damit sie in einem industriellen Maßstab wirtschaftlich und nachhaltig umgesetzt werden können.

Neben dem guten Studienklima steht den Studierenden eine ausgezeichnete Labor- und Technik-Infrastruktur an den verfahrenstechnischen Instituten zur Verfügung. Diese bietet Ihnen die Möglichkeit, verfahrenstechnische Prozesse vom Labor- bis zum Pilotmaßstab real kennenzulernen.

Um von Beginn an die industrielle Anwendung und mit den gelernten Grundlagen zu verknüpfen, wird bereits während des Studiums der Kontakt zur Berufswelt intensiv gepflegt:  Exkursionen zu namhaften Industriebetrieben finden statt, Firmenvorträge und Tagungen werden organisiert, industrielle Prozesse werden anhand von Plänen existierender Produktionsanlagen erarbeitet oder Bachelorprojekte im Rahmen von industrienahen Forschungsprojekten angeboten wie z. B. dem Beschichtungsprozess bei der Herstellung von Computer-Chips.

Curriculum

Semesterplan

Videointerview zum Studium

Inhaltliche Schwerpunkte

Sie vertiefen sich in folgende Pflichtfächer:

Grundlagen der Verfahrenstechnik: Sie lösen Aufgaben aus dem Bereich der Stoffbilanzierung und erhalten einen ersten Überblick über die verfahrenstechnischen Grundoperationen.

Mathematik 1 und 2: Sie können die erweiterten Grundzüge der Ingenieurmathematik verstehen und anwenden und sind in der Lage, aus Beobachtungen und Messungen signifikante Wahrscheinlichkeitsmodelle zu bilden.

Naturwissenschaftliche Grundlagen: Sie beschäftigen sich mit Grundlagen der Physik für Ingenieurinnen und Ingenieure, den wichtigsten Grundgesetzen der Chemie und den chemischen Arbeits- und Analysetechniken.

Einführung in den Maschinenbau: Sie erstellen technische Zeichnungen, beschäftigen sich mit der Grobplanung von Fertigungsprozessen wie z. B. dem Umformen, Trennen und Fügen.

Mechanik: Sie können ein- und mehrphasige Systeme mit den Werkzeugen der Kontinuumsmechanik beschreiben. Sie vertiefen sich in Modelle und zugehörige Lösungen von Schwingungs- und Stoßvorgängen im Zusammenhang mit industriellen Umwandlungsprozessen.

Maschinenbau Grundausbildung: Sie können die wichtigsten Maschinenelemente beschreiben und richtig dimensionieren und lernen Werkstoffe zu kategorisieren und die geeigneten auszuwählen. Darüber hinaus lernen Sie 3D-CAD Software zu bedienen und Projektpläne zu erstellen.

Thermodynamik: Sie vertiefen sich in die technische Thermodynamik und können mit den erlernten Methoden industrierelevante Problemstellungen lösen.

Strömungslehre und Wärmeübertragung: Sie beschäftigen sich unter anderem mit reibungsfreien Strömungen, Hydro- und Aerostatik sowie der Wärmeübertragung und Wärmeleitung.

Stoffübertragung: Sie lernen Stoffübertragungsprozesse kennen und sind in der Lage, Experimente zur Ermittlung der Auslegungsgrößen für Stoffübertragungsprozesse zu planen, durchzuführen und zu interpretieren.

Einführung in Spezialgebiete: Sie vertiefen sich in die Welt der Biotechnologie und erlernen Grundlagen der Organischen Chemie. Sie verstehen z. B. Abläufe der Papier- und Faserproduktion inklusive aller Stoffströme.

Elektrotechnik und Programmieren: Sie erhalten ein Basiswissen in Elektrotechnik, Messtechnik, Elektronik sowie Schalt-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Sie verstehen die Grundzüge des Programmierens und können das Softwarepaket Matlab anwenden.

Chemische Thermodynamik: Sie erlernen verschiedene Methoden, die Sie zur Berechnung von Stoffeigenschaften, Phasen- und Reaktionsgleichgewichten einsetzen. Sie können grundlegende Methoden zur thermodynamischen Modellentwicklung anwenden.

Reaktionstechnik und Thermische Trennverfahren: Sie vertiefen sich in Stoff- und Energiebilanzen verschiedenster Anwendungsfälle und können thermische Stofftrennverfahren wie z. B. Destillation, Extraktion oder Trocknung berechnen und die erforderlichen Apparate auslegen.

Prozesstechnik: Sie beschäftigen sich mit der Konstruktion von Anlagenkomponenten und Anlagen, der Erstellung von Fließbildern zur Einführung vielfältiger Umwandlungsprozesse sowie der wirtschaftlichen Bewertung von Anlagen oder Einzelkomponenten.

Mechanische Verfahrenstechnik: Sie vertiefen sich z. B. in Bereiche der Partikelcharakterisierung und Probenahme sowie in Prozesse und Apparate zur Partikelabtrennung aus Gasen oder Flüssigkeiten und zur Zerkleinerung bzw. Agglomerierung von Partikeln.

Teresa Jagiello.
Teresa Jagiello, Studentin im Bachelor Verfahrenstechnik

Ich studiere Verfahrenstechnik, weil in meinem Studium die Schwerpunkte Maschinenbau und Chemie optimal miteinander vereint sind und mir damit in der Arbeitswelt viele Möglichkeiten offen stehen.

Verfahrenstechnik in Forschung und Wirtschaft

Die Verfahrenstechnik entwickelt Schlüsseltechnologien zur Produktion von fast allen industriellen Produkten, zur Reduzierung von Emissionen, zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe, zur Minderung der Umweltbelastung und zur patientenzentrierten Herstellung von Medikamenten.

Im Bereich der Forschung werden z. B. neue Simulationsmethoden zur Beschreibung von unterschiedlichsten Produktionsprozessen entwickelt, wie die Herstellung von Computer-Chips, von biobasierten Treibstoffen oder von Medikamenten. Ebenso wird an neuen Katalysatoren für Brennstoffzellen, der Einsparung von Chemikalien und Energie im Produktionsprozess sowie an der Wiederverwertung von CO2 aus Verbrennungsprozessen geforscht. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Beschreibung von Prozessen sowie die Digitalisierung in der Verfahrenstechnik sind weitere Forschungsthemen.

Wirtschaftlich betrachtet, kommt die Verfahrenstechnik in praktisch allen Industriesparten vor. Sei es bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Chemikalien, Treibstoffen, Zellstoff- und Papier, Brennstoffzellen etc. Im Bereich der Umwelttechnologien spielt sie z. B. bei der Abwasser- und Abluftreinigung oder bei Trennprozessen für Abfälle eine wichtige Rolle. Auch in der Verwertung von Bioressourcen wie z. B. Holz oder Agrar-Reststoffen wird sie eingesetzt. Die Bereitstellung von reiner, also partikel- und schadstofffreier, Luft ist z. B. zur Herstellung steriler Medikamente oder in Bio-Sicherheitslabors notwendig und wäre ohne Verfahrenstechnik nicht möglich.

Ein Mann wird von einer grünlichen Lampe angestrahlt.

Online-Vorlesung: Experimente mit Quecksilber

Prof. Pottlacher und Dr. Lammegger demonstrieren in ihrer Vorlesung Experimente mit Quecksilber in verschiedenen Aggregatzuständen.

Zulassung zum Studium

Zulassungsfristen

Wintersemester 2021/22

Allgemeine Zulassungsfrist: 12. Juli bis 5. September 2021

Nachfrist: 6. September bis 30. November 2021

 

Sommersemester 2022

Allgemeine Zulassungsfrist: 10. Jänner bis 5. Februar 2022

Nachfrist: 6. Februar bis 30. April 2022

Ergänzungsprüfung

Wenn Ihnen bei der Zulassung zum Studium Verfahrenstechnik die Ergänzungsprüfung „Darstellende Geometrie“ vorgeschrieben wird, können Sie diese während des Bachelorstudiums absolvieren.

Mehr Informationen zur Ergänzungsprüfung

Information und Beratung

Kontaktieren Sie studynoSpam@tugraz.at

Perspektiven nach dem Bachelor

Berufsfelder

Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich für das Masterstudium Verfahrenstechnik oder steigen nach Abschluss des Bachelorstudiums in den Beruf ein.

Wenn Sie gerne im Umfeld produzierender Industrien arbeiten, vielseitige Aufgaben schätzen und gerne international tätig sind, hat das Gebiet der Verfahrenstechnik ein interessantes und breites Tätigkeitsfeld und ausgezeichnete Berufsaussichten zu bieten.

Verfahrenstechnikerinnen und Verfahrenstechniker

  • arbeiten im Anlagenbau in Forschung und Entwicklung, Entwurf und Planung sowie Inbetriebnahme und Wartung von Anlagen,
  • sind im Anlagenbetrieb verantwortlich für die Funktionalität und Qualität von Anlagen bzw. Produkten,
  • sind tätig in Forschung und Entwicklung in der chemischen Industrie, Papier- und Zellstoffindustrie, pharmazeutischen Industrie oder Lebensmittelindustrie,
  • betreiben Prozessentwicklung für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe,
  • optimieren laufende Prozesse in Unternehmen oder
  • arbeiten im Projektmanagement, bei Behörden oder im Umweltschutz bzw. im Bereich der Energie- und Umwelttechnik.

Weiterführende Masterstudien

Mit Abschluss des Bachelorstudiums können Sie folgende Masterstudien an der TU Graz direkt weiterstudieren:

Sind Sie an anderen Masterstudien der TU Graz interessiert, finden Sie die Infos zur Zulassung auf der Seite des jeweiligen Masterstudiums.

Darüber hinaus bietet der Bachelorabschluss die Chance, sich international für Masterstudien zu bewerben.