Was derzeit an Profilbildung, Kooperation und effizientem Ressourceneinsatz gefordert wird, wird in der Steiermark seit Jahren erfolgreich gelebt. Die Erfahrungen am Standort zeigen, dass Zusammenarbeit und klare Schwerpunktsetzungen funktionieren und eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des österreichischen Hochschulsystems bilden.
Die Steiermark zählt zu den leistungsstärksten Wissenschafts- und Forschungsstandorten Europas. Eine zentrale Stärke des Standorts liegt in der engen Zusammenarbeit seiner Universitäten und Forschungseinrichtungen. Zahlreiche gemeinsame Initiativen zeigen, dass Kooperation nicht nur wissenschaftliche Exzellenz stärkt, sondern auch internationale Sichtbarkeit schafft und einen nachhaltigen Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft generiert.
Die steirischen Universitäten begrüßen es, dass die politischen Gespräche und Verhandlungen jedenfalls über den Sommer fortgesetzt werden. „Dabei gehen wir davon aus, dass Reformpläne und Ideen unabhängig von der aktuellen Finanzierungsdebatte zur Budgetperspektive bis 2030 verhandelt werden“, fordern die Rektorin und Rektoren der steirischen Universitäten und betonen, dass eine angemessene Budgetzusage unabhängig von allfälligen langfristigen Reformen erfolgen muss.
Kooperation als Standortvorteil absichern
Seit über 20 Jahren pflegen Uni Graz und TU Graz mit NAWI Graz ein gemeinsames naturwissenschaftliches Profil in der Forschung und bieten ihre naturwissenschaftlichen Studienprogramme am Standort gemeinsam und somit nur einmal an.
BioTechMed-Graz bündelt die Stärken von Universität Graz, Technischer Universität Graz und Medizinischer Universität Graz in den Lebenswissenschaften und schafft damit eine international sichtbare Plattform für interdisziplinäre Spitzenforschung. Mit dem Cori Institute of Molecular and Computational Metabolism der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist in Graz zudem ein Forschungszentrum entstanden, das molekulare und computergestützte Ansätze verbindet und Erkenntnisse mit hoher Relevanz für die Medizin von morgen hervorbringt.
Auch in der Lehre wird Zusammenarbeit konsequent umgesetzt. Das gemeinsame Masterstudium Psychotherapie der Medizinischen Universität Graz und der Universität Graz ab dem Wintersemester 2026/27 steht exemplarisch für die institutionenübergreifende Entwicklung neuer Ausbildungsangebote. Das gemeinsame Studium Elektrotechnik-Toningenieur von TU Graz und Kunstuniversität Graz, das bereits 1972 eingerichtet wurde, gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele interuniversitärer Zusammenarbeit in Österreich und als internationales Vorbild für die Verbindung von Technik und Kunst.
Im Bereich der Wasserstoffforschung zählt die Steiermark europaweit zu den Top 5 Forschungsregionen. Um den Technologievorsprung weiter auszubauen, investierte die Bundesregierung erst vor wenigen Jahren weiter 17 Millionen Euro in komplementäre Infrastrukturen an der TU Graz und der Montanuniversität Leoben.
Montanuniversität Leoben und TU Graz kooperieren eng im Verbund der technischen Universitäten Österreichs, der TU Austria, wie aktuell in einer Indien-Kooperation.
Zusammenarbeit lebt auch im Bereich des Campusmanagements – das von der TU Graz entwickelte Systems CAMPUSonline wird von allen Universitäten im Süden Österreichs eingesetzt (in Summe von 44 Hochschulen im deutschsprachigen Raum). Dies sind nur einige Beispiele der vielfältigen Kooperationen in Forschung, Lehre und Infrastruktur, die verdeutlichen, dass Zusammenarbeit in der Steiermark kein Einzelprojekt, sondern ein strukturell verankertes Prinzip ist.
Voraussetzungen für die Zukunft sichern
Die aktuellen Empfehlungen des FORWIT bestätigen diesen Weg. Damit dieses erfolgreiche Modell seine Wirkung auch künftig entfalten kann, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristig planbare Universitätsfinanzierung. Gerade bei Finanzierungsentscheidungen ist entscheidend, gewachsene Kooperationsstrukturen zu sichern und weiterzuentwickeln, statt sie durch kurzfristige Maßnahmen zu gefährden.
Die Steiermark zeigt, dass die Zukunft des Hochschul- und Forschungsstandorts nicht in Abgrenzung, sondern in Zusammenarbeit liegt.

