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Hagelforschung zum Mitmachen

29.07.2019 | News+Stories | Forschung | Medienservice |

Von Christoph Pelzl

Über eine digitale Plattform können ab sofort Menschen aus ganz Österreich ihre Gewitter-Beobachtungen mit Forschenden der TU Graz teilen und damit wertvolle Informationen zur Hagelabwehr beisteuern.

Hagelkörner so groß wie Euromünzen gingen im Juli 2017 in Graz nieder © IHF – TUGRAZ

Weiteres Bildmaterial zum Download am Ende der Meldung

Jedes Jahr verursachen Hagelgewitter in Österreich Ernteschäden in Millionenhöhe. Dabei ist zu beobachten, dass Unwetter mit Hagel immer häufiger und früher im Jahr auftreten. Am Institut für Hochfrequenztechnik der TU Graz beschäftigen sich Forschende intensiv mit der Hagelanalyse, um diese Wetterphänomene besser verstehen und Präventivmaßnahmen treffen zu können.

Die Grundlage dieser Analysen sind Daten zu stattgefundenen Hagelereignissen. „Je mehr Informationen wir haben, desto erfolgsversprechender ist die Entwicklung neuer Instrumente zur Hagelabwehr“, erklärt Helmut Paulitsch vom Institut für Hochfrequenztechnik.

Schnelle und einfache Meldung der Hageldaten

Paulitsch und sein Team haben im Frühjahr 2018 die Plattform HeDi (kurz für: Hagelereignis Dateninterface) initiiert, in der Daten wie Ort, Zeitpunkt, Dauer, Größe der Hagelkörner sowie verursachte Schäden und Fotos vom Ereignis gesammelt werden. Letztes Jahr war die Eingabe noch auf die Steiermark begrenzt. Nun kann jeder und jede Hagelereignisse aus ganz Österreich über ein Onlineformular auf hedi.tugraz.at oder über die gleichnamige Handy-App (kostenlos erhältlich im Apple App Store und Google Play Store) melden. Die Daten werden sicher per ssl-Verschlüsselung übertragen und nach einer Plausibilitätsprüfung bei zukünftigen Gewitteranalysen berücksichtigt. Interessierte können die gemeldeten Hagelereignisse auf der HeDi-Website monatsweise für alle Bezirke in den Bundesländern in einer Open Street Map einsehen.  

Wissenstransfer zwischen Forschung und Gesellschaft

Zusätzlich zur digitalen Datensammlung wollen Paulitsch und sein Team auch den persönlichen Kontakt mit Hobbyforscherinnen- und forschern forcieren: Ab Herbst 2019 starten Informationsveranstaltungen an der TU Graz, bei denen sich interessierte Personen über die aktuellen Entwicklungen in der Hagelforschung informieren und sich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Institut für Hochfrequenztechnik austauschen können. Details zur Plattform HeDi gibt es unter hedi.tugraz.at.

Dieses Forschungsgebiet ist dem Fields of Expertise „Information, Communication & Computing“ zuzuordnen, einem von fünf strategischen Schwerpunktfeldern der TU Graz.

Information

HeDi-Team: Helmut Paulitsch, Andreas Rechberger, Barbara Süsser-Rechberger, Andreas Steinkellner, Satyanarayana Tani, Sravanya Tani und Reinhard Teschl

Auf Planet Research geben TU Graz-Forschende tiefere Einblicke in ihre Projekte im Bereich der Blitz- und Hagelforschung.

Kontakt

Helmut PAULITSCH
Dipl.-Ing.
TU Graz | Institut für Hochfrequenztechnik
Inffeldgasse 12/I, 8010 Graz
Tel.: +43 (316) 873 - 7439
helmutpnoSpam@radar.tugraz.at
ihf.tugraz.at

Mittels HeDi können Hobbyforscherinnen und -forscher dem Team der TU Graz wichtige Informationen zum Hagelereignis wie zum Beispiel die Größe der Hagelkörner bekanntgeben © IHF – TUGRAZ
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