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TU Graz/

Wenn die Technik tanzt


von Roswitha Jauk veröffentlicht am 05.02.2026

Wenn die Technik tanzt

Was die Koralmbahn mit Enkeln zu tun hat, warum Studierende neuerdings stricken, und wie es Eurer Magnifizenz erneut gelang, wieder nicht zu tanzen: Gags und Geschichten direkt vom Ball der Technik 2026.
5 Personen stehen festlich gekleidet in einem Ballsaal. Die Person in der Mitte trägt eine Verkleidung auf dem Kopf – es sieht aus wie ein Lampenschirm.
TU Graz-Rektor Horst Bischof und Jutta Bischof, Teresa Beck und Gustav Spener, Präsident der Kammer der Ziviltechniker:innen für Steiermark und Kärnten (von links). Bildquelle: Ball der Technik Graz – Robert Illemann

Getränke, köstliche Häppchen, auf Etageren serviert, dazu eine locker-fröhliche Stimmung: Der Ball der Technik fängt gut an – besonders für jene, die zu den Ehrengästen zählen oder sich, wie ich, unter diese mischen dürfen. Kein Protz, sondern Stil. Dass ich mich auf diesem Parkett mittlerweile recht wohlfühle, zeigt sich daran, dass ich prompt für eine Landesrätin gehalten werde. Zum dritten Mal bin ich als Writer in Residence zu Gast auf dem Ball der Technik. Und: angekommen!

Technik kann feiern

Den Abend eröffnet Rektor Horst Bischof gemeinsam mit Gustav Spener von der Kammer der Ziviltechniker:innen für Steiermark und Kärnten, dem Hauptsponsor des Abends. „Der Ball ist ein Highlight der Grazer Ballsaison, seit Wochen ausverkauft“, sagt der Rektor. Und dann: „Mit diesem Ball zeigt die Technik, was sie kann. Und Feiern gehört definitiv dazu!“ Der Applaus ist laut und herzlich.
Noch lauter wird er, als die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Graz begrüßt wird. „Deshalb mag ich diesen Ball so“, erwidert Bischof berührt. „Weil hier so viele Studierende sind.“ Kein Pflichtsatz, auch wenn er ihn jedes Jahr sagt. Technik als Generationenprojekt, spürbar in jedem Wort, bis in die letzte Reihe.

Technik braucht Durchhaltevermögen

Der Ball findet als Green Event statt. Gäste, die mit der Koralmbahn angereist sind, werden ausdrücklich begrüßt. Der Rektor erzählt auch von einer Begegnung mit dem inzwischen emeritierten Professor Rießberger vom Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft am Tag der Eröffnung der Koralmbahn. Ob er sich freue, habe er ihn gefragt. Ja, die Antwort. Bei seiner Antrittsrede vor mehr als 25 Jahren habe er gesagt, er werde eines Tages mit seinen Enkeln durch den Berg fahren. „Technik braucht Vision und Durchhaltevermögen. Das wollen wir auch heute Abend unter Beweis stellen“, so Bischof.

Alles Walzer – fast

Das Schlusswort gehört Gustav Spener, und es ist kurz und sitzt: „Horst, wir sehen uns auf dem Tanzparkett!“ Lachen im Saal. Lachen, das zeigt, wie sehr die Frage, ob der Rektor einen Tanz wagen wird, bereits zum Running Gag geworden ist.
„Alles Walzer!“, heißt es schließlich. Nur der Rektor hört es nicht. Er schenkt an seinem Tisch gerade Wein aus. Auch das gehört dazu: steirische Gastgeber*innenkultur! Wer wird denn selbstsüchtig Walzer tanzen gehen, während die Gäste durstig sind!

Unity auf dem Parkett

Die Polonaise kommt von Conny & Dado und ist elegant und spielerisch. Mit dabei am Tanzparkett ist auch Joachim Lampel, mehrfacher Medaillengewinner bei den Special Olympics. Unity! Eine inklusive Universitätskultur, Ballkultur, Denkkultur!

Von Stepptanz bis Schuhplatteln

Die Mitternachtseinlage bestreitet die Burlesque- und Vintage-Tänzerin Dixie Dynamite, und sie überrascht: Schuhplattler trifft Stepptanz, Varieté auf Clownerie. Virtuos, selbstironisch, rhythmisch – toll gewählt für einen Ball, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Wenn Technik sinnlich wird

Gestalterisch steht der Abend im Zeichen von „Sustainable Construction“, verantwortet von den Fakultäten für Architektur und Bauingenieurwissenschaften der TU Graz gemeinsam mit dem Institut für Architektur und Bauingenieurwesen der FH Joanneum. Besonders bleibt mir die gestrickte Lichtskulptur „Looma“ im Gedächtnis, ebenso „Umbrellier“, eine poetische Hommage an Transformation und Materialkreisläufe.

Das Schönste: die Tanzpaare

„Ein Wahnsinn, die Tänzer!“, ruft Juan Carlos Sungurlian von der Band Montevideo ins Mikrofon. Er hat recht. Das Schönste an diesem Ball sind die Tanzpaare in ihrer wundervollen Diversität! Ihre Ausdauer, ihre Freude. „Miteinander tanzende Paare sind die glücklichsten Menschen. (Darin liegt ein Rat verborgen)“, schreibe ich um 23:24 Uhr enthusiastisch an meinen Sohn. Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur im Bauen, sondern auch darin, wie lange man gemeinsam tanzt.

Weitere Infos und Fotorückblick unter https://balldertechnik.at.

Diesen Beitrag und weitere Artikel zum Schmökern finden Sie in TU Graz people #95, dem Magazin für TU Graz-Mitarbeitende und Interessierte.