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Exzellente Lehrende: TU Graz prämiert Vortragende für herausragende Leistungen in der Lehre

Ihre Lehrkonzepte sind nicht nur sehr gut, sondern exzellent: Carlo Alberto Boano, Daniel Gruss, Werner Lienhart und Patrick Wurm erhalten den „Preis für exzellente Lehre 2017/2018“ der TU Graz.

Vizerektor Detlef Heck und Ursula Strohmayer (Arbeiterkammer Steiermark) gratulierten den Preisträgern Daniel Gruss, Patrick Wurm, Carlo Alberto Boano und Gernot Pottlacher (v.l.n.r.); © Lunghammer – TU Graz

Alle zwei Jahre würdigt die TU Graz Vortragende für herausragende pädagogisch-didaktische Leistungen. Der Preis für exzellente Lehre 2017/18 wurde am Donnerstag, den 15. November in der Aula der TU Graz an Werner Lienhart vom Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme verliehen. In der Kategorie „Junge Lehrende“ wurden die beiden Informatiker Carlo Alberto Boano und Daniel Gruss sowie der Maschinenbauer Patrick Wurm geehrt. Das Preisgeld beträgt je 2.000 Euro. Den alumniTUGraz 1887-Sonderpreis erhielt der Physiker Gernot Pottlacher für seine jährliche „Weihnachtsvorlesung“.

Innovativ, praxisbezogen und interaktiv: Das machen exzellente Lehrende anders als andere

„Wir Lehrenden müssen den Studierenden glaubwürdig das Gefühl vermitteln, dass wir ein persönliches Interesse daran haben, sie beim Lernen zu unterstützen und den Lernprozess optimal zu gestalten“, so das Credo von Patrick Wurm vom Institut für Festigkeitslehre. Neben praxisbezogenen Übungsbeispielen und einer guten Balance zwischen Fördern und Fordern spielt vor allem die Feedbackkultur eine zentrale Rolle in seiner Übung „Festigkeitslehre“. Mithilfe der AppFeedbackr“ bekommt er von den über 350 angemeldeten Studierenden rasch und einfach Feedback zu seinen Lehrinhalten. Die Wünsche und Anregungen der Studierenden helfen ihm bei der Unterrichtsplanung und führen zu einer stetigen Verbesserung der Lehrveranstaltung. Wurm nutzt die App wiederum, um den Studierenden regelmäßige Rückmeldungen zu geben, wie gut sie ihre zuvor klar definierten Lernziele erreicht haben.

Ein Mann steht gestikulierend hinter einem Rednerpult und spricht zum Auditorium. Hinter ihm eine Leinwand mit einer Projektion darauf.

Patrick Wurm beim Festakt: "Studierende merken sofort, ob jemand in der Lehre engagiert ist oder nicht!"

Daniel Gruss vom Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie fördert die Motivation der Studierenden in seiner Lehrveranstaltung „Betriebssysteme“ durch Gamification: „Die Studierenden arbeiten mit einem didaktisch aufbereiteten, echten Betriebssystem. Im Laufe des Semesters erweitern sie dieses ‚Spielzeug‘ und entwickeln so etwas, worauf sie unheimlich stolz sind.“ Auch eine Highscore-Liste dient als Motivationsfaktor. Änderungen am Betriebssystem werden augenblicklich auf der Liste dargestellt. Dadurch erfahren die Studierenden in Echtzeit, wie sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen abschneiden. Doch nicht nur der Wettbewerb, auch die Wertschätzung trägt maßgeblich zum Lernerfolg bei: „Wir als Lehrende wissen, wie anspruchsvoll unsere Lehrveranstaltung ist. Das lassen wir unsere Studentinnen und Studenten auch spüren, in dem wir zum Schluss die besten Abgaben mit einem großen Event feiern.“  

Ein Mann steht hinter einem Podium und spricht zu den Zuhörerinnen und Zuhörern.

"Warum haben Jugendliche Schwierigkeiten beim Auswendiglernen englischer Vokabel, während sie sich 150 Pokemon-Figuren leicht merken können?" Bei Daniel Gruss lernen Studierende mit Gamification.

Carlo Alberto Boano vom Institut für Technische Informatik begeistert in seiner Vorlesung „Embedded Internet“  mit den neuesten Applikationen für das Internet of Things (IoT) und konfrontiert die Studierenden mit realen Problemen aus verschiedenen IoT-Anwendungsgebieten. Für ihn liegt der Reiz darin, die Lehrinhalte laufend an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen und sich am aktuellen Entwicklungsstand des IoT zu orientieren. Interaktives Kernelement sind QR-Codes in seinen digitalen Präsentationen. Über diese können die Studierenden noch während des Unterrichts an Sofortumfragen teilnehmen und ihr Wissen testen. Boano erhält die Antworten anonym in Echtzeit und kann sofort evaluieren, ob der Lehrinhalt richtig verstanden oder wiederholt werden muss. Den Studierenden wiederum dienen die Umfragen zur persönlichen Selbsteinschätzung Ihrer Lernziele.

Ein Mann steht hinter einem Podium und spricht zu den Zuhörerinnen und Zuhörern gewandt. Diese sind nicht im Bild.

Carlo Alberto Boano gibt seinen Studierenden Einblicke in die Zukunftsfragen rund um das Internet of Things.

Werner Lienhart vom Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme fokussiert sich in seiner Vorlesung „Advanced Engineering Geodesy“ auf die direkte Einbindung der Studierenden in den Ablauf der Lehrveranstaltung. In einer Mischform aus Vortrag, Diskussion und studentischer Ausarbeitung entwickeln Lienhart und seine Studierenden Lösungen für echte Projekte, an denen Lienhart aktiv beteiligt war. Ergänzend dazu lernen die Studierenden jene Lösungen kennen, die in den Projekten tatsächlich eingesetzt wurden. Mit diesem Vergleich sorgt Lienhart für Aha-Erlebnisse, durch die das Gelernte in Erinnerung bleibt.

Gernot Pottlacher hat mit seiner Weihnachtsvorlesung etwas Außergewöhnliches geschaffen: Seit vielen Jahren begeistert er Studierende und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen für Experimentalphysik. Er und sein Team entwickeln jedes Jahr ein neues physikalisches Thema, mit dem sie die beiden größten Hörsäle der TU Graz bis auf den letzten Platz füllen. Die Weihnachtsvorlesung 2018 steht im Zeichen einer experimentellen Reise durch das Phasendiagramm und findet am 12. Dezember um 16 Uhr statt.

Wertschätzung und Lohn für das Engagement

„Die TU Graz lebt von unseren engagierten Lehrenden. Mit dem Preis für exzellente Lehre wollen wir ihre Leistungen honorieren, Best-Practice-Lehrkonzepte vor den Vorhang holen und aufzeigen, welch hohe Qualität die Hochschullehre hat“, so Detlef Heck, Vizerektor für Lehre der TU Graz, der sich besonders darüber freut, dass „in diesem Jahr drei Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet wurden. Die junge Generation von Forschenden hat auch große Freude an der Lehre und das spiegelt sich in ihren kreativen und praxisnahen Lehrkonzepten wider, die wir gestern auszeichnen durften.“

Aufwendiges Auswahlverfahren: Wie der Preis vergeben wird

Der Preisvergabe geht ein langwieriges Auswahlverfahren voraus: Studierende, Studiendekaninnen und -dekane sowie Vortragende selbst können Lehrveranstaltungen nominieren, die während der letzten drei Studienjahre stattfanden sowie im laufenden Semester der Nominierung angeboten und von mindestens fünf Studierenden evaluiert wurden. Die Nominierten müssen schließlich eine Lehrveranstaltungsbeschreibung sowie ein Konzept mit den pädagogischen und didaktischen Hintergründen einreichen. Diese Unterlagen dienen als Entscheidungsgrundlage. Auch weitere Kriterien wie die Lehrmethoden und Lehrziele, die Qualität der Unterrichtsmaterialien sowie Organisation und Termintreue fließen in die Beurteilung mit ein. Die letzte Entscheidung über die Preisträgerinnen und Preisträger trifft eine Auswahlkommission unter dem Vorsitz des Vizerektors für Lehre, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Hochschüler/innenschaft, der Universitätsleitung, der Curricula-Kommissionen, dem Senat sowie externen Expertinnen und Experten zum Thema universitäre Lehre. Die ausgezeichneten Wissenschafter werden für den Ars docendi-Staatspreis für exzellente Lehre an öffentlichen Universitäten Österreichs nominiert.

 

Information

Neben der TU Graz sind die Arbeiterkammer Steiermark, die IV Steiermark und der TU Graz-Alumnus Odorich Susani Stifter je eines Preises.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger sind auf der TU-Graz-Website in der Rubrik Lehre an der TU Graz aufgelistet.

Kontakt

Gerald GABERSCIK
Dipl.-Ing. Dr.techn.
Qualitätswesen
Tel.: +43 (0) 316 873 6019
E-Mail: gerald.gaberscik@tugraz.at

Carlo Alberto Boano lehrt am Institut für Technische Informatik "Embedded Internet"; © Lunghammer – TU Graz
Daniel Gruss baut in seinen Unterricht Gamification-Elemente ein; © Lunghammer – TU Graz
Patrick Wurm legt einen starken Fokus auf die Bedürfnisse und Zufriedenheit der Studierenden; © Lunghammer – TU Graz