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…Smarte Quartiersentwicklung in kleinen Städten

14.09.2018 | Banner Fokus TU Graz | Talking about ... | Newsletter research monthly

Von Aglaée Degros

Aglaée Degros, Leiterin des Instituts für Städtebau an der TU Graz, beschreibt, wie kleine und mittelgroße Städte Herausforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung bewältigen können.

© Martin Grabner

Wenig nachhaltige Mobilitätsformen, Leerstände im Zentrumsbereich und Stagnation bei der Umsetzung der Energiewende treffen insbesondere kleine und mittelgroße Städte und Stadtregionen Europas. Das Institut für Städtebau der TU Graz widmet sich diesem Thema und bietet in Zusammenarbeit mit der TU Wien und dem Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) eine Weiterbildung in nachhaltiger Stadtentwicklung für Praktikerinnen und Praktiker in Stadtplanungsämtern an.

Zunehmende Leerstände im Zentrumsbereich, Schwierigkeiten beim Management einer nachhaltigen Mobilität oder in der Erhaltung der soziokulturellen Infrastruktur sowie fehlende Energieraumplanung treffen insbesondere kleine und mittelgroße Städte.

Kleine und mittelgroße Städte im Mittelpunkt!

Eine überwiegende Mehrheit der österreichischen Städte sind kleine oder mittelgroße Städte und Stadtregionen. Dennoch sind diese Gebiete aus der Perspektive von Stadtplanung und Stadtforschung weit weniger bearbeitet als große Städte und Metropolen. Und doch sind auch kleinere Städte von den aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung betroffen: Zunehmende Leerstände im Zentrumsbereich, Schwierigkeiten beim Management einer nachhaltigen Mobilität oder in der Erhaltung der soziokulturellen Infrastruktur sowie fehlende Energieraumplanung treffen insbesondere kleine und mittelgroße Städte. Denn diese verfügen über geringe finanzielle und personelle Ressourcen, um diese Herausforderungen zukunftsorientiert zu bewältigen.

Neue gesellschaftliche Herausforderungen für die Stadtplanung

Wir leben in einer Phase des raschen, intensiven und weitreichenden gesellschaftlichen und technologischen Wandels. Der massive Einfluss der Digitalisierung auf Arbeit und Gesellschaft, auf Verkehr und Mobilität, auf den Handel wie auf unsere Kultur und das Zusammenleben in den Städten ist bereits seit Längerem spürbar. Dieser technologische Wandel geht einher mit einem gesellschaftlichen und demografischen Wandel. Die damit verbundene Ausdifferenzierung von Gesellschaft, Milieus und Lebensstilen verändert die Anforderungen an Raum und an eine verantwortungsvolle Raum- und Stadtentwicklung in entscheidender Weise. Für die kleinen und mittelgroßen Städte und Stadtregionen Europas können diese Entwicklungen und Dynamisierungstendenzen zur großen, ja fast zu unüberwindbaren Herausforderungen werden. Denn in kleineren Städten lassen die Alltagsaufgaben kaum Zeit für die Entwicklung strategischer Konzepte. Was fehlt, sind Möglichkeiten und Räume für die Reflexion, für den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und für die vertiefende Recherche zu relevanten Themen und Aufgabenfeldern.

Eine Pilottagung an der TU Graz zeigte durch rege Teilnahme, dass in kleinen und mittleren Städten viel Interesse und Bedarf an praxis- und lösungsorientierter Diskussion und dem Austausch zu Themen der Stadtentwicklung besteht. Darauf aufbauend bieten wir an der TU Graz ab Februar 2019 den Universitätskurs „Smarte Quartiersentwicklung in kleinen und mittelgroßen Städten“ an.

Die Rolle der Universitäten

Universitäten und Forschungseinrichtungen können und wollen ihren Teil zur Unterstützung der Verantwortlichen in kleinen und mittelgroßen Städten und Stadtregionen beitragen – beispielsweise durch eine deutlich intensivierte Forschung, die die mit dem Struktur- und Klimawandel verknüpften ökonomischen, ökologischen wie auch gesellschaftlichen Herausforderungen in den Fokus rückt. Und die die instrumentellen Möglichkeiten vor allem bezogen auf kleinere und mittlere Städte aufzeigt. Eine zweitägige Pilottagung an der TU Graz im Herbst 2017 zeigte durch rege Teilnahme, dass in kleinen und mittleren Städten viel Interesse und Bedarf an praxis- und lösungsorientierter Diskussion und dem Austausch zu Themen der Stadtentwicklung besteht. Darauf aufbauend bieten wir an der TU Graz ab Februar 2019 den Universitätskurs „Smarte Quartiersentwicklung in kleinen und mittelgroßen Städten“ unter anderem zu den Themen Öffentlicher Raum, Mobilität, Innenentwicklung, Governance, Energie sowie Technische Infrastruktur an.

Auf in die Zukunft!

Es ist wichtig, kleinere Städte bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu unterstützen, um bestehende Qualitäten zu bewahren und diese Orte zukunftsfähig zu machen. Gerne widmen wir uns am Institut für Städtebau mit unserem Universitätskurs sowie zusätzlichen Forschungsprojekten dieser wichtigen und sinnvollen Aufgabe.

Information

Der Universitätskurs „Smarte Quartiersentwicklung in kleinen und mittelgroßen Städten“ startet im Februar 2019.
Dieses Weiterbildungsangebot von TU Graz, TU Wien und SIR Salzburg vermittelt Wissen zu Themen nachhaltiger Stadtentwicklung an Praktikerinnen und Praktiker in Stadtplanungsämtern von kleinen und mittelgroßen Städten sowie von größeren Gemeinden und Marktgemeinden.

Bewerbungen für die Teilnahme am Kurs sind ab sofort bis 10. Jänner bei TU Graz Life Long Learning möglich.

Kontakt

Aglaée DEGROS
Arch. Univ.-Prof.
TU Graz | Institut für Städtebau
Rechbauerstraße 12, 8010 Graz
Tel.: +43 316 873 6283
a.degrosnoSpam@tugraz.at
http://www.stdb.tugraz.at/