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… Nikola Teslas Zeit an der TU Graz

Bernhard Reismann über ein technisches Genie und dessen persönliche Höhen und Tiefen

Der Tesla-Transformator im Nikola Tesla Labor der TU Graz, mit einem Schauspieler inszeniert von Mateo Moém.

Es war die große Strahlkraft der Grazer Technischen Hochschule, die um 1870 bereits weit über die Grenzen der Steiermark hinaus wirkte. Insbesondere talentierte, technikinteressierte Studierende aus Norditalien und Südosteuropa fanden schon damals den Weg in die steirische Landeshauptstadt. Der begabteste unter ihnen war wohl Nikola Tesla.

Geboren am 10. Juli 1856 in Smiljan an der Kroatischen Militärgrenze als Sohn des serbisch-orthodoxen Priesters Milutin Tesla und dessen Ehefrau Georgina, absolvierte er die Oberrealschule in Rakovac und studierte vom September 1875 bis Ende 1877 an der Technischen Hochschule in Graz, der heutigen TU Graz.

Überdurchschnittlicher Studienstart

Nikola Tesla begann sein Studium mit höchstem Eifer, lernte regelmäßig ab drei Uhr morgens und beendete seine Studien meist erst um 11 Uhr nachts. Das spiegelt sich auch in seinen Benotungen wider. Bis auf eine Ausnahme legte er alle Prüfungen mit „vorzüglich“ ab, nur seine letzte Prüfung „über Congruenz der Zahlen“ wurde von Professor Johann Rogner mit „gut“ bewertet. Tesla schätzte seine ausgesprochen fähigen Grazer Professoren, und die Professoren erkannten sehr bald Teslas Genie. Einzig mit Professor Jakob Pöschl kam es im Lauf des Jahres 1877 im Rahmen einer Übung zu einem kleinen Disput über die Funktionsweise eines neuen Gramme-Dynamos. Möglicherweise war diese Auseinandersetzung der Knackpunkt für die weitere Entwicklung des Genies Tesla.

Nikola(us) Teslas Grazer Studienakte

Kaffeehaus statt Bibliothek

Im Spätherbst 1877, so die mündliche Überlieferung, begann er nämlich plötzlich leidenschaftlich zu spielen, wobei er sich besonders gerne in einem Lokal beim Botanischen Garten des Joanneums aufhielt, einem beliebten nächtlichen Versammlungsort der Grazer Studenten. Teslas Zimmerkollege Kosta Kulisic berichtete später, dass das Spielen, exzessives Kaffeetrinken und Rauchen sein Leben zu dominieren begannen. Zuletzt verbrachte Nikola Tesla mehr Zeit in Lokalen als in der Bibliothek. Im dritten Grazer Studienjahr legte er definitiv keine Prüfungen mehr ab, und eine mündliche Tradition will wissen, dass er deshalb vom Studium ausgeschlossen wurde.

Stipendium gestrichen

Bereits am Ende des zweiten Studienjahres wurde Nikola Tesla das bis dahin bezogene Stipendium der Militär-Grenzbehörde wegen ungerechtfertigter Unterbrechung seines Studiums gestrichen. Das Studienblatt Teslas wiederum vermeldet: Wegen Nichtzahlung des Unterrichtsgeldes für das I. Semester 1877/8 gestrichen. Teslas Vater Milutin versuchte, dem Verhalten seines Sohnes auf den Grund zu gehen, und dieser scheint sich ihm gegenüber damit gerechtfertigt zu haben, dass er krank sei und sich in einem Grazer Spital zur Behandlung aufhalte. Das jedenfalls teilte Milutin Tesla den Behörden an der Militärgrenze mit. Nikola Tesla selbst teilte aber der Finanz-Landesdirektion in Graz auf deren Nachfragen mit, dass er sich niemals in einem hiesigen Spitale in Behandlung befand.

Von Graz über Zwischenstationen nach New York

Beinahe das ganze Jahr 1878 über versuchte Nikola Tesla von Graz aus noch, ein anderes Stipendium zu erhalten um seine Studien in Wien, Prag oder Brünn fortsetzen zu können. Er verließ Graz schließlich zwischen September und November 1878. Zunächst ging er nach Marburg/Maribor, 1880 nach Prag und 1881 nach Budapest, wo er in Kontakt zum damaligen Generalvertreter der Edison-Company in Österreich-Ungarn kam. Dieser vermittelte Tesla nach Paris weiter, und von dort führte sein Weg 1884 schließlich nach New York, um bei Thomas Alva Edison zu arbeiten.

Information

Hier geht es zum Planet reseach-Artikel über die spannungsgeladene Forschung am Institut für Hochspannungstechnik und Systemmanagement der TU Graz

Nikolaus Juch ist erst 15 Jahre, studiert aber bereits an der TU Graz Elektrotechnik - neben der Schule. Wie es ihm dabei geht lesen Sie in der Rubrik Young talents auf Planet research.

Und warum sich ein Studium der Elektrotechnik auf jeden Fall lohnt, erklärt Patrick Schrey im Blogbeitrag zur Mikroelektronik.

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Bernhard REISMANN
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