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Mit Thinface zum internationalen Doktorat

06.02.2018 | Planet research | TU Graz research | FoE Advanced Materials Science |

Von Birgit Baustädter

Vierzehn junge Forschende arbeiteten vier Jahre über ganz Europa verteilt im multidisziplinären Trainingsnetzwerk Thinface am Thema Advanced Materials und finalisieren nun ihr Doktorat.

Grundidee im Trainingsnetzwerk Thinface war es, die Forschung an nachhaltigen, effizienteren und kostengünstigeren Energielösungen zu fördern.

Gemeinsames Forschen und internationale Zusammenarbeit sind zentrale Eckpfeiler, auf denen die Arbeit an der TU Graz aufbaut und die die Universität intensiv fördert. Erst kürzlich konnte wieder ein erfolgreiches europaweites Projekt mit zentraler Beteiligung des Instituts für Festkörperphysik der TU Graz abgeschlossen werden. Thinface ist ein europaweites Trainingsnetzwerk, das vom europäischen Forschungsnetzwerk PCAM ins Leben gerufen wurde.

Mit Thinface wurde es nun 14 jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus der ganzen Welt, die sich an einer europäischen Universität beworben hatten, ermöglicht, gemeinsam und multidisziplinär an einem Thema zu arbeiten und jeweils ihre eigene PhD-Arbeit voranzutreiben. Finanziert wurde das Programm über die Marie-Skłodowska-Curie-Fördermaßnahmen. Zwei dieser jungen Forschenden traten ihre Stelle an der TU Graz an.

Nachhaltige Energielösungen

Grundidee im Trainingsnetzwerk Thinface war es, die Forschung an nachhaltigen, effizienteren und kostengünstigeren Energielösungen zu fördern. Die Forschungsaktivitäten fokussierten auf neue Ideen und Techniken im Bereich neue Energiesysteme und hybride Photovoltaik. Geforscht wurde in fünf Arbeitsbereichen von den Grundlagen bis zu Bauelementherstellung und Stabilität. Für die Studierenden blieb es aber nicht nur bei ihrem eigenen Forschungsgebiet: Zentrales Element der Ausbildung war nämlich der fachliche und internationale Austausch. So verbrachten die Studierenden längere Zeit an einer der Partneruniversitäten oder an einem der Partnerunternehmen im europäischen Ausland und forschten dort auch abseits ihres eigentlichen Forschungsschwerpunktes. „Ich komme ursprünglich aus dem Bereich Materialmodellierung und Simulation, habe mich aber während eines halben Jahres an der University of Southern Denmark in Sønderborg intensiv mit dem Thema Fabrikation beschäftigt“, erzählt Shashank Harivyasi.

Shashank Harivyasi kam für sein Masterstudium nach Graz und schloss einen PhD über das Trainingsnetzwerk Thinface an.

Er ist einer von zwei internationalen Studenten, die über das Programm eine Doktoratsstelle an der TU Graz bekommen haben. Er absolvierte sein Master-Studium am Amity Institute of Nanotechnology in Uttar Pradesh, Indien, und beendete es mit seiner Master-Arbeit an der TU Graz. Seine Forschungsarbeit in Graz konnte er fortsetzen, in dem er sich erfolgreich um eine der Thinface-PhD-Stellen in Graz bewarb. „Ich habe für meine Masterarbeit speziell nach auf diesem Gebiet tätigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern gesucht und bin bei Egbert Zojer fündig geworden“, erzählt der Forscher. „Das ist ein sehr ungewöhnlicher Weg, denn im Normalfall entscheiden Studierende auf Master-Ebene nach dem Namen der Universität und suchen erst im Postdoc-Bereich nach Betreuerinnen bzw. Betreuern, die vom Thema her zu ihnen passen. Dass Shashank das schon in einem so frühen Stadium anders gemacht hat, hat mich durchaus beeindruckt“, erklärt Egbert Zojer, Betreuer der Master- und PhD-Arbeit von Shashank Harivyasi und Forscher am TU Graz-Institut für Festkörperphysik.

Am Netzwerk sind außer der TU Graz die University of Southern Denmark (drei Studierende), die Technische Universität Dresden (ein Studierender), die Université Pierre et Marie Curie (ein Studierender), die Università degli Studi di Milano-Bicocca (zwei Studierende), die Universidad Autónoma de Madrid (zwei Studierende), Abengoa Research (eine Studierende) und CIC nanoGune (zwei Studierende) beteiligt. Darüber hinaus gab es Unterstützung von Synchrotron SOLEIL und den fünf Firmen Novaled, Plasmore, Pirelli, Graphenea S.A. und Mecwins. 

Egbert Zojer ist am Netzwerk PCAM beteiligt und initiierte das Projekt Thinface.

Internationaler Austausch

Shashank Harivyasi fungierte auch als Repräsentant der PhD-Studierenden, vertrat ihre Interessen im Lenkungskonsortium des Netzwerks und organisierte auch die abschließenden Summer Schools mit. „Die Vernetzung hat ganz wunderbar geklappt“, freut sich der Physiker. „Wir hatten ausreichend Gelegenheiten, uns zu treffen, neue Forschungslandschaften kennenzulernen und Kontakte zu anderen Forschungseinrichtungen aufzubauen.“ Haben die Studierenden darüber hinaus zumindest eine Prüfung an einer anderen europäischen Einrichtung abgelegt, können sie über ihren Doktortitel hinaus auch ein internationales Forschungszertifikat über ihre paneuropäische Erfahrung von der Universität Milano-Bicocca bekommen.

Wissenschaftlicher Output

Neben den vielfältigen Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung ist auch der wissenschaftliche Output der 14 Dissertationen nicht zu vernachlässigen. Bisher wurden 38 Veröffentlichungen, zwei Patente und zwei Poster-Awards gezählt. „Vermutlich werden wir in den kommenden Jahren aber auf insgesamt rund 50 Veröffentlichungen kommen. Derzeit werden noch zahlreiche Publikationen abgeschlossen und wir warten auf gemeinsam veröffentlichte Bücher“, erklärt Shashank Harivyasi.

Dieses Forschungsgebiet ist im FoE Advances Materials Science verankert, einem der fünf Stärkefelder der TU Graz.
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Kontakt

Egbert ZOJER
Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn.
Institut für Festkörperphysik
Petersgasse 16/III | 8010 Graz
Tel.: +43 316 873 8475
egbert.zojernoSpam@tugraz.at