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Würdigungspreis für TU Graz-Chemikerin und -Architekt

Mit dem Staatspreis werden jährlich die österreichweit 50 besten Diplom- und Masterabschlüsse ausgezeichnet.

Chemikerin Anna Eibel und der Architekt Alexander Wetschko von der TU Graz

Alljährlich im November vergibt das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) den Würdigungspreis an Absolventinnen und Absolventen österreichischer Universitäten und Fachhochschulen aus dem vorangegangenen Studienjahr. Von der TU Graz wurden dieses Jahr die Chemikerin Anna Eibel und der Architekt Alexander Wetschko für ihre herausragenden Studienleistungen ausgezeichnet.

Green Chemistry“ in der Kunststoff-Forschung

Grundlagenforschung für Kunststoffe mit außergewöhnlichen Materialeigenschaften: Anna Eibel beschäftigt sich mit der Reaktivität von Photoinitiatoren, also Startmolekülen, die in Anwesenheit von Licht die Kunststoffsynthese „in Gang“ bringen. Im medizinischen Bereich können mithilfe dieser Photoinitiatoren zum Beispiel Kunststoff-Zahnfüllungen gehärtet werden, indem man sie belichtet. „In meiner Forschungsarbeit untersuche ich jene Reaktionswege, die diese Startmoleküle unter Einwirkung von Licht initiieren. Das Reaktionsmedium war in diesem Fall Wasser – ein ‚grünes‘ Medium, das auch für medizinische Anwendungen geeignet ist“, so Anna Eibel.

Belichtung einer Polymerisationslösung mit einer LED.

Belichtung einer Polymerisationslösung mit einer LED. Im Laufe der Polymerisation wird die gelbe Lösung farblos, da der Photoinitiator abreagiert, und man kann ein Polymer isolieren.

Die Erkenntnisse, die die Steirerin in ihrer Masterarbeit gewonnen hat, sind einerseits für die Entwicklung neuer Photoinitiatoren wichtig und könnten andererseits in der Synthesechemie angewandt werden.
Anna Eibel setzt ihre Forschungstätigkeit am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der TU Graz als Dissertantin fort.

Landschaft und Architektur im Einklang

Am Beispiel eines Hotelentwurfs zeigt Alexander Wetschko, wie ein Landschaftsraum als touristisches Kapital mit den Mitteln der Architektur erhalten und gestärkt werden kann – und das in seinem Heimatbundesland Kärnten, am Wörthersee. „Der wiederkehrende Wohlstand nach 1945 führte zu einem erneuten Aufschwung des Tourismus um den Wörthersee. Es wurden mehr und mehr Neubauten ohne Berücksichtigung der historischen Bebauungsstruktur errichtet. Das durch die spezifische Baukultur der ‚Wörthersee-Architektur‘ geprägte Orts- und Landschaftsbild wurde negiert“, erklärt Alexander Wetschko. In seiner Masterarbeit entwickelte er ein Konzept für die Revitalisierung des denkmalgeschützten, 67 Meter hohen Schrotturms aus dem 19. Jahrhundert und des dazugehörigen Naturraums.

Blick auf den Schrotturm und die konzipierte Hotelanlage am Wörthersee.

Blick auf den Schrotturm und die konzipierte Hotelanlage in der Wörthersee-Ostbucht.

Die von ihm konzipierte Hotelanlage um den Schrotturm fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein; der umgebende Naturraum soll dabei für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Alexander Wetschko arbeitet derzeit als Entwurfsarchitekt bei „LP architektur“ in Salzburg.

Über den Würdigungspreis

Mit diesem Staatspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der aus Mitteln der Studienförderung finanziert wird und mit 3.000 EUR dotiert ist, werden seit 1990 jährlich die 50 besten Diplom- und Masterabschlüsse an allen österreichischen Universitäten und Fachhochschulen (von insgesamt 16.000 Abschlüssen jährlich) ausgezeichnet. Die Vorschläge dafür kommen von den Universitäten bzw. der Fachhochschulkonferenz. Die feierliche Überreichung der Preise an die ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen erfolgt im November jeden Jahres.

Kontakt

Anna EIBEL
BSc MSc
Institut für Physikalische und Theoretische Chemie
Stremayrgasse 9, 8010 Graz
anna.eibelnoSpam@tugraz.at

Alexander WETSCHKO
Dipl.-Ing. BSc
alex.wetschkonoSpam@gmail.com