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Von Raum und Gerechtigkeit: Architekturmagazin GAM.15

Die neue Ausgabe von GAM „Territorial Justice“ thematisiert Spannungsfelder zwischen urbanen und ländlichen Regionen – im Sinne einer bedürfnisgerechten Raumplanung. Die Präsentation ist am 11. April an der TU Graz.

Das GAM.15-Coverfoto des niederländischen Fotografen Bas Princen mit dem Titel „Outskirts (Houston) 2005/2018“ zeigt Häuser am Stadtrand von Houston.

Die wachsende Kluft zwischen den reichsten und den ärmsten Mitgliedern der Gesellschaft manifestiert sich auch räumlich: in einem Bruch zwischen wohlhabenden Gebieten und jenen an den Rändern der Wohlstandsgesellschaft – sogar in Europa. Wer die Lebensqualität der Gesamtbevölkerung verbessern will, muss auch die städtische Peripherie und den ländlichen Raum verstehen. Speziell benachteiligte Regionen, die aktuelle einem tiefgreifenden Wandel unterliegen, stehen im Zentrum der Diskussion der aktuellen Ausgabe von GAM (Graz Architektur Magazin). Die in GAM.15 versammelten Beiträge vertreten die Position, dass  Architektur und Stadtplanung dazu beitragen können, soziale Ungleichheiten nicht weiter zu verstärken. GAM.15 – „Territorial Justice“ entwickelt dieses Argument, indem es ländliche und städtische Räume unter dem Blickwinkel der Gerechtigkeit betrachtet.

Proteste und Bruchlinien: von den Gelbwesten bis zum Brexit

Aktuelle politische Ereignisse und Protestbewegungen wie die Gelbwesten in Frankreich, die in den USA durch die Wahl von Donald Trump aufgedeckten Gräben in der Gesellschaft oder der Plan Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, laden dazu ein, die Vernachlässigung der sogenannten Peripherie genauer zu analysieren. Laut dem französischen Geografen Christophe Guilluy, der seit Jahren die Risse beschreibt, die Frankreichs Gesellschaft durchziehen, sind diese Gräben durch den fehlenden Zugang zu Ressourcen, Aktivitäten und sozialen Netzen gekennzeichnet – nicht zuletzt aufgrund eingeschränkter Mobilitätsoptionen. Dies betrifft sowohl kriselnde Kleinstädte als auch Gemeinden und Landkreise außerhalb der inneren Vororte. Denn erst über Verkehrsinfrastruktur, soziale Dienste, Gesundheitsversorgung, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Arbeitsplätze erschließen sich die Vorteile des gesellschaftlichen Netzes für alle.

Status quo benachteiligter Territorien

GAM.15 betrachtet die Gebiete außerhalb der Städte unter dem Blickwinkel von Gleichheit und Gerechtigkeit und erforscht Formen von Raumplanung, die das Gemeinwohl durch einen allgemeinen Zugang zu Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Gesundheitsinfrastrukturen ebenso wie zu Energie, Wasser und anderen Ressourcen steigern. Es tut dies auf einer theoretischen Ebene und anhand von Fallstudien und Beispielen etwa aus der amerikanischen Appallachen-Region, Österreich, Frankreich, Dänemark, Wales, der Schweiz und Italien.

Graz Architektur Magazin (GAM)

Die fachübergreifende Perspektive, aus der internationale Autorinnen und Autoren das Thema der räumlichen Gerechtigkeit untersuchen, ist im Graz Architecture Magazine Programm. Die Publikation wird seit 2004 einmal jährlich von der Fakultät für Architektur der TU Graz herausgegeben und erscheint zweisprachig auf Deutsch und Englisch im Jovis Verlag, Berlin. Der Redaktion von GAM.15 gehören an: Daniel Gethmann (Executive Editor), Petra Eckhard (Managing Editor), Urs Hirschberg (Editor), Andreas Lechner (Book Reviews), Petra Petersson (Faculty News), Aglaée Degros und Eva Schwab (Guest-Editors).

Präsentation GAM.15 „Territorial Justice

Präsentation und Fest
Termin: Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr
Ort: TU Graz, Campus Alte Technik, Aula, 1. Stock, Rechbauerstraße 12, 8010 Graz
Nähere Informationen: GAM auf der Website der Fakultät für Architektur der TU Graz

Information

GAM.15 Territorial Justice, 2019.

Broschiert EUR 19,95
ISBN: 978-3-86859-855-1 | Jovis Verlag (Berlin)
Bestellungen direkt über den Jovis Verlag

Kontakt

Rückfragen und Belegexemplare:

Doris STADLER, BA MA
GAM.Labor | Fakultät für Architektur
Rechbauerstraße 12
8010 Graz
d.stadlernoSpam@tugraz.at
Tel: +43 316 873 4188