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TU Graz ist Teil der Oman-Mars-Simulation AMADEE-18

24.07.2017 | Medienservice | Forschung | TU Graz news

Von Susanne Eigner

Mit 19 Experimenten dient die Simulationsmission des Österreichischen Weltraum Forums im Oman zur Vorbereitung bemannter Marsmissionen. Mit drei Experimenten ist die TU Graz besonders stark vertreten.

Vorbereitung auf die Reise zum roten Planeten. Hier eine Aufnahme der Marokko Mars Simulation MARS2013. © ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Reisen zum roten Planeten sind zwar noch nicht absehbar, rücken aber Stück für Stück ein wenig näher. Einen Teil dazu beitragen soll die Mars-Simulation „AMADEE-18“ des ÖWF in Partnerschaft mit dem Sultanat Oman. Schon im Februar 2018 soll eine Reihe ausgewählter Experimente aus den Bereichen Geowissenschaften, Ingenieurwesen, Arbeiten im Raumanzug, Lebenswissenschaften, Astrobiologie und Psychologie operative Erfahrungen in den Marsähnlichen Gegebenheiten in der Dhofar-Region im Oman sammeln mit dem Ziel, zukünftige bemannte Marsmissionen vorzubereiten.

Das ÖWF hat nun die 19 sorgfältig ausgewählten Experimente, die während der Mission im Feld getestet werden, bekannt gegeben – drei davon stammen von der TU Graz, die damit die am stärksten vertretene Institution der Simulationsmission ist. Die weiteren Experimente führen Teams aus dem Oman, Nordamerika und Europa durch. Auch die Sir Karl Popper Schule Wien, die HTL Eisenstadt, die Universität Klagenfurt, die Universität Innsbruck und die Medizinische Universität Wien sind mit je einem Experiment beteiligt.

Autonome Rover
Das Team rund um Gerald Steinbauer vom Institut für Softwaretechnologie der TU Graz steuert das Experiment „Husky Autonomous Rover“ bei. Wie der Name verrät handelt es sich um den Test eines autonomen Rovers, der Astronautinnen und Astronauten bei ihrer Arbeit auf der Planetenoberfläche unterstützt, die Umgebung kartographiert die Funkabdeckung überwacht und Transportaufgaben übernimmt.

Verzögerte Kommunikation
Stellt eine Crew am Mars eine Frage an die Crew auf der Erde, kommt eine Antwort in frühestens 20 Minuten. 10 Minuten je Richtung beträgt die distanzbedingte Verzögerung in der Funkkommunikation. Das Team rund um Martin Hagmüller vom TU Graz-Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation untersucht im Experiment MIMIC gemeinsam mit einem Psychologenteam aus Ungarn, wie sich diese Verzögerung gemeinsam mit der extremen, stressigen Umgebung auf die verbale und schriftliche Kommunikation der Crew auswirkt. Im Rahmen des Experiments werden auch tägliche Teammeetings und die Kommunikation mit den Astronautinnen und Astronauten auf Außeneinsatz analysiert. Lassen sich Schwierigkeiten in der psychologischen und physiologischen Anpassung an der Kommunikation ablesen?

Ersatzteile aus dem 3D-Drucker
Vier Experimente wurden im Rahmen des „Junior Researchers Program“ ausgewählt, eines aus dem Oman und drei aus Österreich. Darunter ist auch „A3DPT Mars“, federführend umgesetzt von Michael Müller, Physikstudent an der TU Graz und Mitglied sowie mehrfach Praktikant des ÖWF. Im Fokus von Müller und seinem Team stehen Tests jenes 3D-Druckers, der zurzeit auf der ISS im Einsatz ist. Anders als auf der ISS soll der Drucker im Oman und letztlich am Mars für geologische Untersuchungen eingesetzt werden. Der Reparaturbedarf von Werkzeug wird simuliert; wenn nötig liefert der 3D-Drucker an Ort und Stelle Ersatzteile.

Marsähnliche Wüsten als Testgelände
Die Wüsten von Dhofar, dem größten Regierungsbezirk im Sultanat Oman, ähneln in ihrer Beschaffenheit in vielerlei Hinsicht der Marsoberfläche, beispielsweise finden sich dort sedimentäre Strukturen, die bis zum Paläozän und Eozän zurückreichen, Salzkuppeln der südlichen Salzebenen und ausgetrocknete Flussbetten. Das Testgelände bietet eine große Vielfalt an sandigen und steinigen Oberflächen und Hängen. Die durchschnittlichen Temperaturen im Testgebiet variieren im Februar zwischen 16° und 27°C mit weniger als 10mm Niederschlag. Der fast perfekte Mars auf Erden, abgesehen von der Regenmöglichkeit und der Atmosphäre, die das Atmen zulässt.

Kontakt

Kontakt ÖWF:
Monika FISCHER
Media Officer, Austrian Space Forum
Tel.: +43 699 1213 4610
E-Mail: monika.fischernoSpam@oewf.org

Kontakt TU Graz:
Susanne EIGNER
Tel.: +43 316 873 6066
Mobil: + 43 664 608736066
E-Mail: susanne.eignernoSpam@tugraz.at

Bildmaterial

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Vorbereitung auf die Reise zum roten Planeten. Hier eine Aufnahme der Marokko Mars Simulation MARS2013. © ÖWF (Katja Zanella-Kux)
Vorbereitung auf die Reise zum roten Planeten. Hier eine Aufnahme der Marokko Mars Simulation MARS2013. © ÖWF (Katja Zanella-Kux)