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Stars in der Lehre: TU Graz prämiert exzellente Vortragende

09.11.2016 | Universität | Medienservice | Studium | Banner Fokus TU Graz

Von Susanne Eigner

Hervorragende Lehre wird selten vor den Vorhang geholt. Selten, aber doch – zum Beispiel an der TU Graz, wo vier herausragende Vortragende am Mittwoch, 9. November, den „Preis für exzellente Lehre“ bekamen.

(v.l.) Nina Zechner (IV Steiermark), Rolf Breinbauer, Odorich Susani (TU Graz Alumnus), Dietmar Klammer, Detlef Heck (Vizerektor für Lehre der TU Graz), Martin Horn, Josef Pesserl (AK Steiermark) und Bianca Grabner (in Vertretung von Heidrun Gruber-Wölfler)

Nominiert wurden 24 Lehrveranstaltungen, vier Lehrende durften sich schließlich über eine Urkunde sowie je 2.000 Euro Preisgeld freuen. Der Preis für exzellente Lehre 2015/2016 ging an:

Rolf Breinbauer

„Fordern und fördern“ ist das Prinzip, nach dem Rolf Breinbauer, Institut für Organische Chemie an der TU Graz, seine Lehre anlegt. „Meine Vorlesungen sind klassische Tafelvorträge. Ich schreibe sehr viel und ich schreibe nicht besonders schön“, schmunzelt er. Alle Vorlesungen werden aber aufgezeichnet, seinen Studierenden als Video zur Verfügung gestellt und können so beliebig oft angesehen werden. „So können auch Studierende alle Inhalte sehen, die nicht in die Vorlesung kommen konnten“, erklärt er die Intention. Außerdem können seine Studierenden freiwillig Problem Sets ausfüllen, an Übungsklausuren teilnehmen, die dann von ihm korrigiert werden oder freiwillige Tutorien besuchen. „Ich möchte vor allem allen Studierenden danken, die mein Lehrangebot annehmen“, bedankt sich der Lehrende. 

Rolf Breinbauer wurde für seine Lehrveranstaltung „Organische Chemie“ ausgezeichnet. 

Martin Horn

„Wenn 200 Studierende in einem Hörsaal sitzen, konzentriert arbeiten und viele Fragen stellen, dann ist das ein wirklich tolles Feedback für einen Lehrenden“, erzählt Martin Horn vom Institut für Regelungs- und Automatisierungstechnik der TU Graz. Seine klassischen Tafelvorlesungen ergänzt er mit vielfältigen Interaktionen mit den Studierenden, setzt auf Austausch und animiert zur Mitarbeit. In die Vorlesungen geht er prinzipiell ohne jegliche Hilfsmittel – hält einen gänzlich freien Vortrag. „Man verfällt sonst viel zu einfach in einen gewissen Trott. Unter zu viel Routine leidet meiner Meinung nach die Qualität der Lehre“, erklärt er. 

Martin Horn wurde für seine Lehrveranstaltungen „Control Systems 1“, „Control Systems 2“ und „Systemtechnik“ ausgezeichnet.

Dietmar Klammer 

„Ich bin begeisterter Mineraloge und versuche, diesen Funken der Begeisterung auf die Studierenden überspringen zu lassen. Und gleichzeitig auch leidenschaftlich gern Lehrender“, findet Dietmar Klammer, Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Graz, eine Erklärung für seine Auszeichnung als exzellenter Lehrender. „Die Studierenden spüren das und erwähnen es auch immer wieder in ihren Evaluierungen.“ In seinen Lehrveranstaltungen versucht er wenig frontal und möglichst interaktiv zu lehren – versucht Verbindungen zwischen dem Lehrstoff und der realen Lebenswelt herzustellen und spricht nicht selten über Waschmittel und Baustellenwerkzeuge. „Ich habe das Glück, dass Mineralogie eine sehr anschauliche Wissenschaft ist“, erzählt er. „Nur so kann man bis zu 100 Studierende in einer Vorlesung auch begeistern.“

Dietmar Klammer wurde für seine Lehrveranstaltung „Mineralische Rohstoffkunde“ ausgezeichnet.

Heidrun Gruber-Wölfler 

Heidrun Gruber-Wölfler vom Institut für Prozess- und Partikeltechnik der TU Graz wurde mit dem Sonderpreis für „Junge Lehrende“ ausgezeichnet. Da sie sich momentan auf Auslandsaufenthalt in Glasgow befindet, nahm ihn stellvertretend ihre Kollegin Bianca Grabner in Empfang. „Sie weiß noch nicht Bescheid, aber ich werde ihr jetzt gleich ein Foto von der Urkunde schicken“, freut sich Grabner, die selbst vor nicht allzu langer Zeit als Studentin in der ausgezeichneten Vorlesung gesessen und gelernt hat. Heute unterstützt sie Gruber-Wölfler in der Lehre. Das Lehrkonzept der beiden basiert vor allem auf die Verbindung verschiedenster Lehrmethoden, um die Studierenden aktiv einzubinden. Beispielsweise werden die „klassisch-modernen Vorträge mit PowerPoint-Präsentationen“ durch Gruppenarbeiten und Beispielen an der Tafel aufgelockert. Zusätzlich werden regelmäßige Learning-Goal-Assassments angeboten, bei dem Studierende auf freiwilliger Basis Übungen ausarbeiten und so laufend ihren Lernerfolg überprüfen können. Die Ergebnisse dieser Assessments sind auch ein wichtiges Feedback für die Vortragende, ob der Lehrinhalt verstanden wurde. 

Heidrun Gruber-Wölfler wurde für ihre Lehrveranstaltung „Pharmazeutisches Engineering 1: Wirkstoffe und Prozesse“ ausgezeichnet.

TU Graz würdigt Lehrleistungen

Die TU Graz vergibt den „Preis für exzellente Lehre“ heuer zum dritten Mal. „Exzellente Lehre an Universitäten ist die Basis für die erfolgreiche Zukunft der Studierenden. Es ist uns sehr wichtig, das herausragende Engagement unserer Lehrenden zu würdigen“, betont Detlef Heck, Vizerektor für Lehre der TU Graz.

Das Auswahlverfahren

Die TU Graz nimmt die Auswahl der besten Lehrveranstaltungen sehr genau. Die von Studierenden, Studiendekanen oder den Vortragenden selbst nominierten Lehrveranstaltungen müssen verschiedenen Kriterien genügen: ein exzellentes Konzept und die ebensolche Umsetzung, Studierendenorientierung, Termintreue und Organisation zählen genauso wie die Lehrunterlagen, Prüfungsresultate und die Ergebnisse der LV-Evaluierung durch Studierende. Eine Auswahlkommission prüft die Nominierungen, die finale Entscheidung fällt schließlich eine siebenköpfige Kommission aus Vertreterinnen und Vertretern der HochschülerInnenschaft, der Universitätsleitung, aus der Curricularkommission, dem Senat und externen Expertinnen und Experten zum Thema universitäre Lehre.

Die Arbeiterkammer Steiermark, die IV Steiermark und der TU Graz-Alumnus Odorich Susani haben jeweils einen Preis gestiftet.

Kontakt

Gerald GABERSCIK
Dipl.-Ing. Dr.techn.
Qualitätswesen
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