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Gender und Diversität in Forschung und Lehre

20.10.2017 | Universität | TU Graz news | News+Stories | Banner Fokus TU Graz

Von Birgit Baustädter

Am Internationalen Frauentag im März wurden die Stipendien ausgeschrieben – nun stehen die TU Graz-Forschenden und –Lehrenden fest, denen die Gender- und Diversitätsstipendien zuerkannt werden.

Sieben Personen schauen in die Kamera und lachen. Fünf davon halten ein weißes Dokument in den Händen.
Von links: Vizerektor Horst Bischof, Stephan Bauer, Matthias Wolf, Alina Kratzer, Barbara Herz, Marianne Kraut und Johanna Pirker.

Mit je 1.000 Euro fördert die TU Graz Studierende, Lehrende und Forschende die sich in ihrem Forschungs- und Lehrumfeld mit gender- und diversitätsrelevanten Aspekten beschäftigen oder eine diesbezügliche Weiterbildung besuchen möchten. Ausgewählt wurden die drei Frauen und zwei Männer von einer Jury bestehend aus Vizerektor für Forschung Horst Bischof, Cornelia Lex vom TU Graz-Institut für Fahrzeugtechnik, Daniela Fuchs-Hanusch vom Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen sowie Barbara Herz, Leiterin des Büros für Gleichstellung und Frauenförderung. 

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Stephan Bauer

Bauer untersuchte in seiner Masterarbeit „Evaluation of a Training Program for Unusual Attitudes and Stall Recovery in Simulated and Real Flight" am Institut für Mechanik die Wirkung eines neu entwickelten Trainingsprogramms auf Flugschülerinnen und Flugschüler. Durch einen Methodenmix in den Trainingsmodulen, der genderspezifische Voraussetzungen und Präferenzen einbezog, konnte sowohl eine bessere Flugperformance als auch ein angenehmeres Lernen ermöglicht werden.

Alina Kratzer 

Kratzer setzte sich mit gender- bzw. frauengerechter Planung in der Architektur im Rahmen ihrer Masterarbeit „Badehaus für Frauen“ am Institut für Grundlagen der Konstruktion des Entwerfens auseinander. Die Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit der Frage der Verortung von Geschlecht in Gesellschaft und Architektur und daraus folgend mit der Planung eines Badehauses für Frauen – unabhängig von religiösen oder kulturellen Rahmenbedingungen.

Marianne Kraut

Kraut ist Projekt-Universitätsassistentin am Institut für Fahrzeugsicherheit. In ihrer laufenden Dissertation „Human Factors und Fahrzeugdynamik in Verkehrssicherheitsuntersuchungen" führt sie Fahrversuche mit Probandinnen und Probanden unterschiedlichen Geschlechts und Alters, mit verschiedener Fahrerfahrungen sowie Führerscheinklasse durch. Außerdem überprüft sie Unfallstatistiken hinsichtlich belegter Geschlechterunterschiede. 

Die Dissertation soll einen Beitrag dazu leisten, die Verkehrssicherheit auf Straßen zu erhöhen und die Verkehrssicherheitsuntersuchungen so anzupassen, dass nicht nur die Straße und deren Straßenausstattung, Geometrie sowie Einbauten auf Mängel überprüft werden, sondern vor allem ein ganzheitliches Hauptaugenmerk auf das Zusammenspiel von Straße,Mensch und Fahrzeug gelegt wird. 

Johanna Pirker

Pirker wurde für ihre Lehrveranstaltung „Game Design and Development II" ausgezeichnet. Im Entwicklungsprozess von Computerspielen kommt es oftmals zum Ausschluss verschiedener Personengruppen. Designfehler und Sexismus von Spielen wurden in der Lehrveranstaltung gezielt thematisiert und Studierende dazu angehalten, Spiele für alle – also „inclusive games" – zu entwickeln. „Mir ist es dabei vor allem wichtig, dass Studierende verstehen, wie Softwareprodukte attraktiver und integrativer gestaltet werden können. Hier geht es nicht speziell darum, zum Beispiel Spiele für Frauen zu gestalten, sondern Spiele für alle zu gestalten“, sagt Johanna Pirker, die als Universitätsassistentin am Institute of Interactive Systems and Data Science tätig ist. 

Matthias Wolf

Wolf wurde für seinen Konferenzbeitrag „Alter in der Industrie – Current and future industrial challenges: Demographic Change and Measures for elderly Workers in Industry 4.0" für die „International Conference Management of Technology" in Dubrovnik ausgezeichnet. Darin legt er dar, dass Industriearbeitsplätze nicht optimal auf ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgerichtet sind. Auch im Rahmen seiner Forschungstätigkeit am Institut für Innovation und Industrie Management beschäftigt sich der Universitäts-Assistent Matthias Wolf mit diesem Thema.

Information

Die TU Graz fördert mit zahlreichen Angeboten eine Kultur der Vielfalt und Wertschätzung, in der Chancengleichheit gelebt wird. Durch klare Richtlinien und entschiedenes Handeln setzt sie sich gegen Diskriminierung ein. Nur so kann jeder Mensch sein persönliches Potenzial voll entfalten und zur Innovation, Lehre und Forschung beitragen. 

Kontakt

Büro für Gleichstellung und Frauenförderung
Mandellstraße 5/I
8010 Graz
Tel.: +43 316 873 6092
www.tugraz.at/go/gleichstellung