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Austrian Disaster Research Days: Graz als Drehscheibe für Sicherheits- und Katastrophenforschung

09.10.2019 | Tagung/Konferenz | News+Stories | TU Graz news | Forschung | Medienservice |

Von Pelzl

Auf Einladung des Disaster Competence Network Austria (DCNA) treffen sich Österreichs führende Köpfe in der Katastrophenforschung an der TU Graz zum Wissenstransfer.

Die wissenschaftliche Expertise des Disaster Competence Network Austria soll Einsatzorganisationen beim Bewältigen von Naturkatastrophen unterstützen © Mathias Beck – Fotolia

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Wie können wissenschaftliche Daten bei der Bewältigung von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hochwasser, Lawinen, Muren oder Wirbelstürmen helfen? Welche Möglichkeiten gibt es derzeit, um kritische Infrastruktur zu schützen und Blackouts zu vermeiden? Mit welchen Maßnahmen lässt sich das Bewusstsein für die Eigenvorsorge im Katastrophenfall erhöhen? Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Austrian Disaster Research Days 2019 am 14. und 15. Oktober an der TU Graz.

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis

Organisiert wird die Konferenz vom Disaster Competence Network Austria (DCNA), das voriges Jahr von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und der TU Graz ins Leben gerufen wurde. Ziel dieses Kompetenznetzwerks ist es zum einen, die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure des Krisen- und Katastrophenmanagements miteinander zu vernetzen und mit entscheidungsrelevanten Informationen zu unterstützen sowie die Gesellschaft besser auf Ernstfälle vorzubereiten. Zum anderen transferiert das DCNA wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Sicherheits- und Katastrophenforschung in die Praxis. Aktuell entwickelt das Netzwerk beispielsweise eine mobile Forschungsplattform. Hierbei wird ein Container mit einem mobilen Mess- und Analyselabor ausgestattet. Er beinhaltet wissenschaftlich-technische Geräte wie Drohnen, Roboter sowie spezielle Mess-Sensorik für die Aufbereitung von Ereignisdaten und kann bei zukünftigen Katastrophen zeitnahe ins Einsatzgebiet geliefert werden.

Österreichweite Vernetzung

Mittlerweile bündelt das Netzwerk das Wissen namhafter heimischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und Einsatzorganisationen. Zu den Mitgliedern zählen neben BOKU und TU Graz das AIT Austrian Institute of Technology, blaulichtSMS, das Telekommunikationsunternehmen Drei, die Grazer Wechselseitige Versicherung, das EPZ/IBS-Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung, Joanneum Research, die Montanuniversität Leoben, die Österreichische Akademie der Wissenschaften, der Österreichische Bundesfeuerwehrverband, das Österreichische Rote Kreuz, die TU Wien sowie die Universitäten Graz, Innsbruck und Salzburg.
Im Rahmen der Arbeitsgruppen „Massenbewegungen und Erdbeben“, „Kritische Infrastruktur und Industriegefahren“, „Hochwasser“, „Extremwetterereignisse“ und „Katastrophenrisiko“ findet ein strukturierter und interdisziplinärer Austausch sowie die Koordination gemeinsamer Forschungsvorhaben statt.

Kluft verringern

„Das DCNA fungiert dabei als Vernetzungsplattform für wissenschaftliche Institutionen, Firmen und Behörden. Darüber hinaus führen wir auch die Infrastruktur der Universitäten und Forschungseinrichtungen derart zusammen, dass diese den Einsatzorganisationen und Behörden im Ernstfall rasch zur Verfügung steht“, erklärt DCNA-Geschäftsführer und Katastrophenmanager Christian Resch, der selbst immer wieder an internationalen Hilfs- und Katastropheneinsätzen beteiligt ist. „Ob bei dem Nuklearunfall von Fukushima (2011), dem Hochwasser in Bosnien-Herzegowina (2014) oder dem jüngsten Hurrikan-Ereignis in der Karibik sowie hierzulande nach dem Murenabgang in St. Lorenzen im Paltental (2012) – überall hat sich mir gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis für die Bewältigung und Vorsorge von Katastrophen ist.“

Die Arbeit des DCNA und der Wissensaustausch im Rahmen der Grazer Tagung sind Musterbeispiele dafür, wie die Kluft zwischen den beiden Polen weiter verringert werden kann, um sich für zukünftige Herausforderungen durch Katastrophen noch besser zu wappnen.

Information

Austrian Disaster Research Days 2019
Termin: 14. bis 15. Oktober 2019
Ort: TU Graz, Campus Alte Technik, Rechbauerstraße 12, 8010 Graz
Weitere Details zum Programm und zu DCNA finden sich unter
https://www.dcna.at/index.php/austria-disaster-research-days-2019.html

Kontakt

Christian RESCH
Mag. (FH), MEng
Disaster Competence Network Austria
Mobil: +43 664 60 873 5260
christian.reschnoSpam@dcna.at

Expertinnen und Experten des DCNA führen im und nach dem Katastrophenfall wissenschaftliche Untersuchungen durch: Hier terrestrische LiDAR-Messungen nach dem Erdbeben von L'Aquila 2009 in Mittelitalien © Kieffer – TUGraz/IAG
DCNA-Geschäftsführer und Katastrophenmanager Christian Resch verantwortet die Umsetzung der strategischen Ziele des Kompetenznetzwerks © DCNA