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#4: Professur für Nachhaltiges Bauen

28.07.2022 |

Von Birgit Baustädter

Alexander Passer hat an der TU Graz die Professur für Nachhaltiges Bauen inne. Im Interview erzählt er, warum Lebenszyklusanalysen so wichtig sind und, welche Ziele er mit der Professur verfolgt.

Alexander Passer lebt für den nachhaltigen Bauprozess. © Lunghammer – TU Graz

Talk Science to Me – der Wissenschaftspodcast der TU Graz

Herzlich Willkommen und schön, dass ihr heute wieder mit dabei seid. Auch in der heutigen Folge beschäftigen wir uns mit dem großen Thema Nachhaltiges Bauen. Zu Gast ist heute Alexander Passer, der im vergangenen Jahr die Professur für Nachhaltiges Bauen an der TU Graz übernommen hat, sich aber bereits seit vielen Jahren mit diesem Themenbereich beschäftigt.

Alexander Passer: Mein Name ist Alexander Passer. Ich bin geboren in Innsbruck, bin nach Graz zum Studieren gekommen, habe das Studium der Bauingenieurwissenschaften abgeschlossen und habe dann im Anschluss an mein Masterstudium dann ein Postgraduales Studium für Sanierungsmanagement an der Donauuniversität Krems gemacht. Dann habe ich ein Doktorat zum Thema der Bewertung der Umweltbezogenen Bewertung von Gebäuden absolviert, war 2014 Gastprofessor in Zürich und bin seit diesem Jahr Professor für Nachhaltiges Bauen in Graz.

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Talk Science to Me: Lieber Alexander, vielen Dank, dass du heute da bist und meine Fragen beantwortest. Wir kennen uns schon aus mehreren Interviews, deswegen würde ich gerne beim Du bleiben. Ich würde gerne damit reinstarten, womit du dich beim Thema Nachhaltiges Bauen genau beschäftigst. Worum geht es dir dabei? Was ist dir dabei wichtig?

Passer: Das Thema Nachhaltiges Bauen ist ein sehr komplexes Thema. Stark vereinfacht geht es um zwei große Themen: Das Eine ist die sogenannte Lebenszyklusbetrachtung, wo wir nicht nur die Errichtung von Gebäuden anschauen, sondern den ganzen Lebenszyklus, also auch den Betrieb und das sogenannte Ende des Lebenszyklus, also den Abbruch des Gebäudes. Und auf der zweiten, inhaltlichen Schiene geht es um das Thema Ganzheitlichkeit. Das heißt nicht nur um das Thema Ökologie, sondern auch um das Thema Kosten und soziokulturelle Qualitäten, funktionale und technische Qualitäten bei Gebäuden.

Diese ganzheitliche Betrachtung wird ja immer wichtiger. Warum genau? Warum ist es so wichtig, dass man sich nicht nur die Teile einzeln anschaut des Bauprozesses oder auch des Gebäudes, sondern das in seiner Gesamtheit.

Passer: Ja, wenn man sich nur ein Thema herausgreifen würde – nehmen wir ein Thema, das heute sehr populär ist: den Klimaschutz – so könnte es ja dazu kommen, dass wir Probleme verlagern. Das heißt, wir wollen das wirklich in allen Dimensionen uns anschauen. Es geht um den Landverbrauch, es geht um die Biodiversität genauso, als auch gerade für die*den Nutzer*in ganz wichtig um Themen wie Komfort und das findet sich zum Beispiel in der sozialen Qualität von Gebäuden.

Inwiefern Komfort?

Passer: Beim Komfort gibt es folgende Themen: Das Eine ist zum Beispiel der visuelle Komfort. Die Tageslichtverfügbarkeit, genauso die sogenannte operative Temperatur – wie warm und wie kühl ist es in einem Gebäude, gibt es Zuglufterscheinungen, wie ist die Innenraum-Luftqualität. Also eine Fülle von Dingen, warum sich ein Mensch in einem Gebäude wohl fühlt oder auch nicht.

Das sind ja sehr viele Themen, die da reinspielen. Sehr viele Forschungsgebiete. Wie geht man das an als Forscher*in, als einzelne Person oder auch als Gruppe von mehreren Leuten. Gibt es da Methoden?

Passer: Natürlich gibt es für all das Bewertungskriterien. Der Grundsatz, den wir immer versuchen zu vermitteln ist die Ganzheitlichkeit. Das heißt, es braucht einen vollständigen Kriterienraster, damit wir alle Themen, die bei der Nachhaltigkeit eine Rolle spielen auf dem Tisch haben. Und jedes einzelne Thema, muss ich auch quantitativ erfassen können. Manche kann man nur qualitativ erfassen, aber wir beschäftigen uns hauptsächlich mit denen, die wir messen oder berechnen können. Das sind die quantitativen Dinge. Und dann gibt es Zahlenwerte. Eine Evidenz sozusagen. Und dann kann man einen Benchmark festlegen. Dann kann man ein Gebäude aufgrund einer Vielzahl von Kriterien dann auch beurteilen, wie gut oder schlecht das abschneidet. Das heißt seit 20 Jahren gibt es auch Gebäudezertifizierungssysteme. Das kann man sich wie ein Label vorstellen. Und dann gibt es manchmal Punkte oder Medaillen. Und dann sehe ich auch, wie gut oder schlecht mein Gebäude ist dann.

Wie muss ich mir das wirklich ganz konkret vorstellen? Was tust du, wenn du ein Gebäude bewertest? Wo fangt das an? Wo hört das auf?

Passer: Klassischer Weise fangt man im Planungsprozess an. Ganz früh in der Projektfindungsphase. Dann ist meistens ein Wettbewerb. Da gibt es einen Vorentwurf, einen Entwurf. Das ist die ganze Planungsbegleitung. Dann irgendwann beginnt man auch, das Gebäude zu bauen. Da gibt es das ganze Thema des Bauprozesses. Dann ist das ganze Thema des Betriebs. Und dann ist die Entsorgungsphase. Das heißt, wir versuchen es wirklich von vorne bis hinten durchzudenken und auch zu begleiten.

Bei welchen konkreten Gebäuden habt ihr das schon gemacht?

Passer: Wir hatten das Glück, bei einigen sogenannten Forschungs- und Demonstrationsbauprojekten. Da gibt es zum Beispiel in Graz das Plus-Energie-Quartier in Reininghaus. Ein Wohnbau kombiniert mit einem Bürogebäude. Dann gibt es auch eine erste Plus-Energie-Sanierung in Kapfenberg, die wir begleitet haben. Dann zum Beispiel den Med-Campus der Med Uni Graz, der auch nachhaltigkeitszertifiziert worden ist. Und da versucht man, ganz früh im Planungsprozess einzusteigen und einfach mit dem Planerteam eine Ersteinschätzung zu machen und sich dann auch zu überlegen, wie das Gebäude verbessert und optimiert werden kann. Und dann hin bis zur Baubegleitung. Da geht es dann um Themen wie ökologische Baumaterialien-Auswahl im Hinblick auf die Innenraumluftqualität und all diese Dinge. Viel einfach, das mitzudenken und zu begleiten ist.

Wenn ich jetzt selbst vorhabe etwas zu bauen, planen, sanieren, wie auch immer – was kann ich da selbst tun als Person.

Passer: Wir bezeichnen das immer als Hilfsmittel oder Instrumente. Es gibt zum Beispiel das Instrument der Gebäude-Zertifizierung. Das Einstiegs-Zertifikat ist zum Beispiel immer „Klima aktiv“. Das hat begonnen mit Einfamilienhäuselbauern – das heißt, da ging es sehr stark um das Thema Energieeffizient, aber auch andere. Und dann kann man darauf aufsetzen und immer komplexere Instrumente nehmen. Da gibt es zum Beispiel das ÖGNB, das Partnerlabel von der DGNB, wo wirklich mehr als 100 Kriterien erfasst werden und das dann schon eher für professionelle Bauherren und nicht für Einfamilienhäuselbauer gedacht ist, weil es viel zu komplex und auch zu teuer wäre. Weil natürlich so eine Prozessbegleitung einem natürlich auch etwas wert sein muss.

Du hast es schon erwähnt, es geht auch sehr stark um die Weiternutzung bzw. den Abbruch von Gebäuden – wie groß ist diese Thema? Das ist ja, so wie ich es verstanden habe, ein relativ neues Thema, mit dem man sich da beschäftigt?

Passer: Von der Europäischen Kommission gibt es sogenannte sechs Makro-Ziele. Eines davon ist die sogenannte Circle-Economy. Also die Kreislaufwirtschaft. Und da gehört natürlich auch das Bauwesen dazu. Auf der einen Seite ist natürlich das Thema des Bodenaushubs, der mengenmäßig eine große Rolle spielt. Aber auf der anderen Seite ist es der ganze Bauschutt und Bauabfall. Also die Wiederverwendung all dieser Materialien. Das man sie nicht nur deponiert, sondern wirklich recycelt, wiederverwendet. Das sind große Themen. Aber aufgrund der Rohstoff-Knappheit haben wir das Thema in der ganzen Wertschöpfungskette. Das heißt, wir müssen künftig die Gebäude als Rohstofflagerstätten der Zukunft betrachten. Und eigentlich mit dem, was da ist, besser wirtschaften. Das ist das Ziel der Europäischen Kommission.

Wir sind jetzt sehr tief ins Thema eingestiegen. Vielleicht gehen wir noch einmal zurück. Du hast vor einem Jahr die Professur für Nachhaltiges Bauen an der TU Graz übernommen. Was sind die Ziele deiner Professur?

Passer: Die Ziele der Professur sind eigentlich relativ einfach formuliert. Es geht dabei darum, die Wirtschaft beim Erreichen der Pariser Klimaziele zu unterstützen. Das sind zwei große Themen: Das eine Thema ist die Anpassungsfähigkeit von bestehenden Gebäuden an den bereits stattfindenden Klimawandel. Und das zweite ist die sogenannte Vermeidungsstrategie. Das heißt: Wie können wir die Wirtschaft, die Bauwirtschaft unterstützen, bei der Dekabonisierung der Gebäude. Das sind zwei große Themenkomplexe. Und wir wollen eben die Professur als zentrale Anlaufstelle nicht nur an der TU Graz, sondern in Österreich positionieren und mit der Industrie gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Anlaufstelle für?

Passer: Für die Bauwirtschaft. Das beginnt sozusagen von den Planer*innen über die Bauprodukte erzeugende Industrie bis hin zum ausführenden Gewerbe. Da gibt es überall Themen, die uns sozusagen betreffen.

Das ist nicht die erste fachspezifische Stelle, die du innehast. Was hast du in diesem Bereich bisher schon gemacht?

Passer: Ich habe eine lange Erfahrung, die ich mitbringe. Wir haben sehr viel in der Lehre natürlich gemacht. Das heißt, neue Lehrveranstaltungen etabliert. Seit vielen Jahren gibt es auch den postgradualen Masterlehrgang für Nachhaltiges Bauen, den wir gemeinsam mit der TU Wien anbieten, der auch immer mehr an Zuspruch gewinnt. Und dann haben wir natürlich viele Methoden entwickelt auf der einen Seite, aber auch die Demonstrationsbauvorhaben begleitet. Das heißt, auch in der Umsetzung mitgewirkt, wo man dann auch lernt, wo es für die Praxis auch wieder relevant ist. Und so schließt sich dann auch der Kreislauf.

Du hast schon neue Lehrveranstaltungen erwähnt. Der Nachwuchs ist dir in diesem Thema ein großes Anliegen?

Passer: Aus meiner Sicht ist es so, dass die Jugend einfordert, dass auch die Hochschullandschaft neue Lehrinhalte und Lehrmethoden entwickelt. Und auf der anderen Seite sage ich zu meinen Studierenden immer: Ihr seid die Nachwuchsführungskräfte. Das heißt, ihr seid dann die, die in das Baugeschehen eintreten und die auch die Veränderungen bewirken können in der Praxis. Das heißt, die müssen dann auch alle Skills mitbringen, neue Ideen und Innovationen dann auch in die Branche zu bringen. Das sind dann auch Skills wie zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit, Klimaschutz, aber auch die ganzen digitalen Skills. Das sind einfach Themen, die wir den Nachwuchsführungskräften vermitteln müssen.

Wenn du jetzt selbst zurückdenkst: Wo hat es für dich begonnen, dass du dich gerade für das Thema Nachhaltiges Bauen so interessiert hast?

Passer: Das war sozusagen im Rahmen meines postgradualen Studiums, das ich gemacht habe, wo es damals schon hieß: Die Sanierung von den Gebäuden wird immer wichtiger. Das ist schon 20 Jahre her. Es ist eigentlich schade, dass das Thema noch immer hoch auf der Prioritätenliste steht, aber an der Umsetzung hapert. Und eigentlich durch die jahrelange Tätigkeit ist das Bewusstsein für die Bedeutung des Klimawandels und für die Umwelt gestiegen. Die Evidenz hat ja auch sehr stark zugenommen in dem Bereich. Das heißt, es erfordert einfach ein viel rascheres Handeln und mittlerweile ist das in der Breite auch angekommen dieses Thema. Leider bei der Umsetzung dieses Themas hapert es sozusagen noch immer.

Und was genau reizt dich an dem Thema?

Passer: Also meiner Meinung nach kann man „reizen“ eigentlich nicht sagen. Sondern ich sehe eigentlich mehr die Notwendigkeit. Das heißt, das ist mehr ein Imperativ, das Thema zu beforschen. Auf der einen Seite aber auch natürlich die Umsetzung einzufordern. Und solange ich sehe, dass es noch immer Leute gibt, die auf der einen Seite sagen, der Klimawandel wäre ja nur ein temporäres Phänomen, die Nachhaltigkeit ist ein Soft Skill und andere Dinge, sehe ich da noch wirklich einen großen Bedarf in Hinblick auf die Bewusstseinsbildung auf der einen Seite, aber, dass wir dann auch die entsprechenden Hilfsmittel anbieten, um sozusagen die Umsetzung zu unterstützen.

Was muss sich deiner Meinung nach konkret ändern, damit es nachhaltiger wird im Bauwesen?

Passer: Ja damit es sich ändert braucht es auf der einen Seite die entsprechenden Rahmenbedingungen. Es gibt jetzt auch auf der europäischen Ebene einige Initiativen, die Taxonomie ist ja auf Grund von Energieträgern jetzt in aller Munde. Das sollte auf alle Wirtschaftsbereiche angewandt werden. Das heißt, da geht es natürlich um das Thema der Finanzierung, aber auf unserer Seite sozusagen ist es mehr das Thema der Bewusstseinsbildung. Da geht es um das Thema der Transparenz. Das Gebäude-Zertifizierungssystem habe ich schon angesprochen. Das ist wie ein Pickerl. Wir kennen alle den Energieausweis. Der bezieht sich aber nur auf die Energie. Und der soll aber eben ausgedehnt werden, wo dann zum Beispiel auch die grauen Treibhausgasemissionen mit dabei sind. Das heißt, es braucht auf der einen Seite das Thema Transparenz. Das ist ein ganz ein wichtiges. Dann hat man sozusagen die Evidenz – was wiegt, das hats, wie gut oder schlecht ist ein Gebäude. Und auf der anderen Seite, wenn die Bewusstseinsbildung steigt, dann hoffe ich auch, dass dann der Markt dementsprechend sich auch verändern wird. Das heißt, die Konsument*innen dann vielleicht auch bereit sind, für nachhaltigere Bauweisen oder einen nachhaltigeren Lebensstil, das sozusagen auch bereit sind mitzutragen und dementsprechend vielleicht auch mitzufinanzieren. Vieles rechnet sich ja in einigen Jahren, aber eben vor allem die Errichtungskosten sind meistens eine Spur teurer. Aber wir wissen, dass sich eine PV-Anlage innerhalb von ein paar Jahren energetisch amortisiert, aber auch von den Kosten. Und so ähnlich ist das auch bei den nachhaltigen Gebäuden.

Das heißt, auch hier ist wieder der Blick auf den gesamten Lebenszyklus so wichtig.

Passer: Deswegen ist der Blick auf den gesamten Lebenszyklus so wichtig. Das man ein bisschen vorrausschaut, mitdenkt, wie sich ein Gebäude auch verändern wird. Das ist ein ganz wichtiges Thema gerade auch in Hinblick auf den Klimawandel. Da sagen wir eigentlich immer, dass die Gebäude 2050-ready sein müssen. Das heißt, ich muss jetzt schon ein Gebäude so bauen, dass es das Klima 2050 oder 2100 ordnungsgemäß aushalten wird. Weil sonst muss ich einfach in 20 oder 30 Jahren das Gebäude wieder adaptieren. Das sind wieder zusätzliche Kosten. Das ist eigentlich ein Wahnsinn, vor allem dann, wenn man heute schon weiß, wie sich in den Szenarien das Klima verändern kann.

Du hast es früher schon erwähnt: graue Emissionen. Was ist das genau?

Passer: Das lehnt sich auch an den Begriff der grauen Energie an. Wenn man so will haben es die Schweizer einmal erfunden als Begriff. Zumindest auf Deutsch. Auf Englisch sind das die embodied energy oder die embodied emissions. Da geht es darum: Ein deutscher Kollege hat das als die verkörperten Treibhausgasemissionen bezeichnet. Das heißt, die Treibhausgasemissionen zu quantifizieren, die bei der Produktion von Produkten entstehen. Die sehen wir ja nicht mehr, deswegen verkörpert. Aber die stecken in jedem Produkt drinnen. Und wir kennen meistens unseren Energieverbrauch und vielleicht auch den Sprit-Verbrauch von einem Auto. Manche kennen auch die CO2-Emissionen im Betrieb. Aber in den Produkten ist es natürlich schwer und da braucht es komplexere Methoden. Da muss ich mir die ganze Wertschöpfungskette anschauen. Das heißt vom Rohstoff-Abbau, zum Transport in die Werke, der Produktionsprozess. Und da gibt es mittlerweile auch die Labels: sogenannte Umwelt-Produkt-Deklarationen. Das kann man sich wie ein Pickerl vorstellen sozusagen auf einem Bauprodukt, wo dann oben steht auch wie viel Kilogramm CO2, aber auch andere Umweltwirkungen von so einem Produkt verursacht werden.

Warum sind diese grauen Treibhausgas-Emissionen so wichtig?

Passer: Die grauen Treibhausgas-Emissionen sind aus meiner Sicht deshalb so wichtig, weil sie in der Regel in der Bilanz vernachlässigt werden. In Österreich haben wir ungefähr 80 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen und wenn wir jetzt die grauen Treibhausgas-Emissionen von den Produkten dazurechnen würden, dann kommen ungefähr 50 Prozent dazu. Das ist die sogenannte konsumbezogene Bilanzierung. Das heißt: Da können wir nicht mehr schimpfen über andere Länder, die so große Treibhausgas-Emissionen haben. Sondern weil wir ja die Konsumgüter beziehen, das hießt bezahlen – die werden wo anders für uns hergestellt – müssen wir die nach dem Verursacherprinzip uns zurechnen. Und das sind dann eben 120 Millionen Tonnen. Das heißt dann eben, dass die Treibhausgas-Emissionen, die wir verursachen, viel größer sind, als das landläufig bekannt ist. Und das entspricht meiner Meinung nach dann dem Handlungsbedarf nach dem Verursacherprinzip. Da müssen wir einfach stärker aktiv werden und uns überlegen, wie wir dann auch unseren Konsum verändern müssen. Das heißt: Andere Produkte beschaffen, damit man diese Gesamtbilanzierung senken kann.

Wenn ich an 2050 denke beim Bau – was muss ich da alles mit in Betracht ziehen? Kannst du das ein bisschen erklären?

Passer: Das IPCC, das internationale Gremium, bringt die Sachstandsberichte zum Klimawandel heraus. Und da gibt es Szenarien, wie sich das Weltklima verändern wird. Da geht es um Themen wie natürlich die Temperatur, die ist sehr stark im Bewusstsein, aber auch um Starkregenereignisse, Wind, etc. Also alle Wetterkapriolen wie es dann in den Medien bezeichnet wird. Es nimmt die Häufung und die Intensität von all diesen Dingen zu. Das hießt, wenn ich jetzt weiß, wie sich die Dinge verändern, dann muss ich dementsprechend in der Planung reagieren. Und sozusagen meine Anforderungen an das Gebäude einfach verändern. Das heißt: Der Heiz-Wärme-Bedarf, als terminus technicus, wird in der Regel eher abnehmen. Das heißt, die Winter werden wärmer. Aber im Gegenzug werden die Sommer immer heißer. Sie werden aber nicht nur immer heißer in der Temperatur, sondern auch in der Dauer. Das heißt, es wird eine größere Anzahl an Tropentagen geben, die auch an mehreren Tagen hintereinander sein werden – bis zu zwei Wochen. Das heißt dann einfach, dass man die Gebäude, wie sie derzeit gebaut sind, kaum mehr kühlen und natürlich lüften wird können. Dementsprechend ist ganz wichtig, dass man Vorsorgemaßnahmen trifft, wie Verschattung von den Gebäuden etc. Und eben nach Möglichkeit, wenn man neue Gebäude baut sozusagen, diesen Kühlbedarf auch schon mitdenkt. Das sind Dinge, die, würde ich sagen, eigentlich schon zum Stand der Technik gehören, aber in der Praxis noch nicht oft eingefordert werden. Und dann ist es einfach schade, weil ich dann die Gebäude später wieder adaptieren muss. Und das ist meiner Meinung nach absolut vermeidbar. Damit sind Kosten und natürlich auch Treibhausgas-Emissionen verbunden. Das ist eigentlich auch alles vermeidbar.

Gibt es noch mehrere Faktoren, die man miteinbezieht außer dem Wetter und dem Klima?

Passer: Ein anderes Thema, aber das betrifft jetzt nicht nur den Klimawandel, sondern die Nachhaltigkeit, das ist das ganze Thema der Funktionalität. Das heißt es geht um das Thema: Wie kann ich vielleicht ein Gebäude umnutzen? Wie kann ich es umbauen? Da gibt es zum Beispiel auch Kriterien dazu. Und dann ganz wesentlich ist, wenn ein Gebäude am Ende der Nutzungsdauer ist: Kann ich es dann auch gut rückbauen? Kann ich die Materialien wiederverwenden? Kann ich das gut demontieren? Also das sind viele Aspekte, die da auch eine Rolle spielen.

Geht es bei euch um öffentliche Gebäude, um private Gebäude, um beides?

Passer: Ich sehe die öffentliche Hand immer als Vorbildrolle. Und das erkennt man dann auch in diversen Richtlinien, wo es zum Beispiel in der Überarbeitung der Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie neue Gebäude ab 2030 Null-Emissions-Gebäude sein müssen. Und öffentliche Gebäude bereits ab 2027. Da sieht man auch die Vorbild-Funktion der öffentlichen Hand. Ein ganz großes Thema – weil natürlich die Menge eine Rolle spielt – sind natürlich die Wohngebäude, die die Neubauaktivität dominieren, aber auch den Gebäudebestand. Und da ist es geteilt zwischen privaten Besitzer*innen und sozusagen Vermietungsobjekten – das ist ein bisschen unterschiedlich auch von Ost nach West. Aber ja, so teilt sich das auf. Das heißt, Wohngebäude spielen auch eine große Rolle.

Geht es primär um Neubauten?

Passer: Nein. Ich habe vorher ja schon das Thema Sanierung angesprochen. Wenn man sich die österreichischen Treibhausgasemissionen anschaut der Größe nach, der Verteilung nach, dann spielen natürlich die Bestandsgebäude die größte Rolle. Das heißt: Im Wesentlichen ist Österreich schon gebaut – von der Infrastruktur bis zu den Gebäuden. Das heißt, das Thema Sanierung hat ja auf Grund der veränderten geopolitischen Situation jetzt auch noch einmal einen Schwung bekommen, wenn man das so ausdrücken will. Das ist ganz wichtig. Das heißt, dort ist das Thema: Raus aus den fossilen Energieträgern. Aber genau so, dass nur in Kombination mit einer bestmöglichen thermischen Sanierung. Das ist ja auch eine Forderung, die die Österreichischen Klimaräte, also der Bürgerrat von Österreich, eingefordert hat, eine rasche, unkomplizierte, unbürokratische Sanierungsoffensive. Das wäre ganz wichtig. Dass man den Energiebedarf möglichst nach unten drückt und dann den Restbedarf mit erneuerbaren Energieträgern deckt. Das ist sozusagen für mich das Kredo der Stunde.

Du hast es jetzt schon erwähnt: Neben deiner Professur bist du auch noch in einigen Gremien dabei, die sich für Nachhaltigkeit im Bauwesen und Klimaschutz einsetzen. Unter anderem im Klimarat des Bundes oder auch beim Climate Change Center Austria. Wie wichtig sind solche Gremien und was tust du dort?

Passer: Ja vielleicht fangen wir mit dem CCCA an. Das ist dieses Netzwerk der Österreichischen Klimaforschungscommunity. Also von Klimaforscher*innen bis hin zum Thema Bauen. Also wirklich eine breite Palette drinnen. Ich bin dort Vorstandsmitglied, stellvertretender Obmann. Worum geht es? Es geht darum, wirklich auch das Thema in der Breite zu erfassen. Der Klimawandel betrifft ja nicht nur die Wohngebäude, sondern auch sehr stark auch das ganze Thema der Infrastruktur. Das heißt, da geht es um Straßen, alpine Bereiche, etc. Vermurungen. Das heißt, das ist eine Fülle an Herausforderungen, die auf uns zukommt. Bis hin wie auch die Natur drauf reagiert. Das heißt, da geht es auch um das Thema Wald oder genauso um das Thema Landwirtschaft. Das heißt, das ist wirklich extrem breit. Und da, wenn man will, bin ich sozusagen ein kleiner Teil in einem größeren Netzwerk. Aber da lernen wir alle voneinander. Und das CCCA trägt natürlich dazu bei, auf der einen Seite diesen Sachstandsbericht Österreich zu schreiben. Jetzt arbeiten gerade 120 Wissenschafter*innen an dem nächsten Sachstandsbericht, der, hoffentlich geht es sich aus, in zwei Jahren dann veröffentlicht werden soll. Der soll dann sehr stark auch wieder als Grundlage der Politik dienen, um einfach die wissenschaftliche Faktenlage darzulegen. Das heißt, dass man wirklich dann drauf hinweisen kann, dass das als gesichert gilt, dass das die Evidenz ist, was das Thema Klimawandel betrifft. Und das ist dann auch die Motivation sozusagen die Fakten zusammen zu tragen, aber auch auf der anderen Seite die Bewusstseinsbildung wieder zu machen, um einfach Österreich da auch zu unterstützen. Und das Thema "Österreich unterstützen" ist dann auch eine Rolle, die ich jetzt im letzten halben Jahr übernehmen durfte: Ich bin im wissenschaftlichen Beirat von dem Österreichischen Klimarat aktiv gewesen und durfte das Bedürfnisfeld Wohnen betreuen gemeinsam mit meiner Kollegin Andrea Jany von der Uni Graz. Und wo wir einfach die Bürger*innen mit Fakten unterstützt haben, bei ihrer Entscheidungsfindung. Und mit ihnen diskutiert haben, wo Maßnahmen vielleicht wissenschaftlich sinnvoll und zweckmäßig sind. Als wissenschaftliche Beratung.

Und auch an der TU Graz gibt es jetzt den Nachhaltigkeitsbeirat, dem du vorstehst.

Passer: Ja. Der Nachhaltigkeitsbeirat wurde vom Rektorat eingerichtet. Er soll das Rektorat in wichtigen und strategischen Fragen zum Thema Nachhaltigkeit beraten. Das heißt, wir sind eine Gruppe, ein Gremium, das wirklich quer durch alle Fakultäten auf der einen Seite besetzt ist, aber auch durch alles OEs – das sind die Organisationseinheiten bei uns von den Vizerektoraten aber auch von den Dienstleistungseinrichtungen. Das heißt, wirklich eine sehr breite Expertise. Und da entwickeln wir einfach Vorschläge, Idee sozusagen, wie sich die TU Graz beim Thema Nachhaltigkeit verändern muss oder was es einfach zu tun gibt. Und eines der Strategien ist zum Beispiel diese Klimaneutralitätsstrategie, die auch beschlossen worden ist, wo sich die TU Graz als erste Universität bekannt und geoutet hat, dass wir bis 2030 klimaneutral werden wollen.

Was ist da genau geplant?

Passer: In dieser Klimaneutralitätsstrategie ist ein Bündel an Maßnahmen in der Umsetzung. Das heißt, wir haben 2017 die erste Treibhausgasbilanz erstellt und einmal die Faktenlage für die TU Graz erhoben. Das beginnt sozusagen beim Energieverbrauch in den Gebäuden für Heizen und Kühlen, aber auch beim Strom. Auf der anderen Seite ist dann auch ganz wichtig das Thema zum Beispiel der Dienstreisen, der Mobilität, des Pendelns – all diese Dinge. Dann geht es aber auch bis hin zum Thema der Beschaffung. Wo kaufen wir? Wie viele Computer und wie viele Tonnen Papier kaufen wir? Bis hin auch zum Thema Mensa. Wenn man sich jetzt alle Emissionen, die die TU Graz verursacht anschaut, dann kann man sozusagen Strategien entwickeln und das ist in dieser Klimaneutralitätsstrategie festgehalten. Das heißt, da müssen wir dann ein Geld natürlich in die Hand nehmen, um Treibhausgasemissionen einzusparen. Eine der Maßnahmen, die ja schon in der Umsetzung sind, ist zum Beispiel die ganze Mobilität. Da fördern wir ja eine öffentliche Netzkarte, es gibt das TU Graz-Fahrrad. Genauso beschaffen wir jetzt einen umweltfreundlicheren Strom. Da gibt es einfach eine Fülle an Maßnahmen, die wir in den nächsten Jahren umsetzen.

Und es gibt an der TU Graz jetzt auch das neue Center of Sustainable Construction.

Passer: Das ist ein neues Format vom Rektorat. Das soll langfristige Forschungsthemen an der TU Graz etablieren. Und wie wir schon zu Beginn des Interviews erörtert haben ist das Thema der Nachhaltigkeit ja sehr komplex. Und deswegen freue ich mich, dass sozusagen viele Kolleg*innen von unterschiedlichen Fakultäten sich zusammengefunden haben, um bei der Umsetzung des Themas aktiver zu werden, die Kompetenzen zu bündeln. Das haben wir gemacht indem wir fünf strategische Handlungsfelder definiert haben. Und in diesen wird einfach versucht, gemeinsam, interdisziplinär, transdisziplinär, fakultätsübergreifend zu arbeiten, neue Projekte zu initiieren. Und dementsprechend das Thema nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Umsetzung zu unterstützen, geballt, mit vereinten Kräften könnte man sagen.

Das heißt, wir sind auch da wieder auf dem übergreifenden Blick – alle Disziplinen miteinbeziehen,...

Passer: Genau. Auch da geht es darum, Synergien im Haus zu nutzen. Das heißt, sehr stark arbeiten Bauingenieur*innen, Architekt*innen, Maschinenbau, Elektrotechnik dort zusammen, um einfach wirklich gemeinsam das Thema besser voran treiben zu können. Weil vereinzelt ist einfach die Umsetzungsgeschwindigkeit zu langsam. Das heißt, da gibt es einen großen Bedarf und das schaffen wir nur mit vereinten Kräften.

Wir haben schon sehr viel darüber geredet, was alles getan wird. Vielleicht könntest du noch einmal kurz zusammenfassen, was aktuell die Herausforderungen sind, denen wir uns gegenübersehen.

Passer: Ja auf der einen Seite kennen wir die globalen Herausforderungen ja eigentlich schon lange: Dass wir raus aus den fossilen Energieträgern müssen. Das ist ja auch schon seit Jahrzehnten bekannt. Die aktuelle geopolitische Situation verschärft sozusagen den Druck – aber jetzt eher wirtschaftlich und nicht unbedingt umweltpolitisch. Das sind eigentlich günstige Rahmenbedingungen, um dort die notwendige Transformation einzuleiten. Wir sehen natürlich auch jetzt, ein bisschen als Ausfluss der Corona-Pandemie, aber auch von der neuen Situation, dass ganze Thema der Rohstoffversorgung. Das heißt, gerade das Bauwesen ist auch ein sehr rohstoffintensiver Bereich. Wir sehen das nicht nur bei Baustoffen wie Holz, das schwerer verfügbar ist, genauso Stahl, mineralische Baumaterialien. Das ist einfach eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Das heißt, diese Transformation wieder mehr in Richtung lokaler, regionaler Wirtschaft. Das ist einfach ein Thema, das natürlich aufgrund der Notwendigkeit jetzt an Bedeutung gewinnt. Und das zweite wichtige Thema ist jetzt, wie wir es schaffen, mehr in Richtung Energie-Autarkie, das heißt erneuerbare Energieträger, auch regional zu kommen. Das sind Themen, die jetzt aufgrund der geänderten geopolitischen Situation wirtschaftlich auf einmal ganz relevant sind.

Wie schätzt du die Bereitschaft der Gesellschaft und der Wirtschaft ein, sich diesen Herausforderungen zu stellen und sie anzugehen?

Passer: Interessant ist ja, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt auf der Forschungsebene, gibt es nicht nur die CEOs for Future – das ist so etwas ähnliches wie die Kinder, die die Fridays for Future haben. Das heißt, das Bewusstsein ist mittlerweile da und auch die Bereitschaft. Gerade in der Österreichischen Bauindustrie gibt es kaum mehr Unternehmen, die keine Roadmap 2030 haben. So ähnlich wie es auch die TU Graz hat für die Klimaneutralität. Das heißt, die wissen um die Notwendigkeit. Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird auch die Daumenschraube immer stärker angezogen. Das heißt, diejenigen, die jetzt schon vorausschauend beginnen Strategien zu entwickeln, sind gut aufgestellt. Es gibt immer Frontrunners und ein bisschen Nachzügler. Aber ich sehe da, dass sich vieles verändern wird. Und wie gesagt, derzeit haben wir das „Glück“, wenn man so will, wirtschaftlich ist es natürlich ein Nachteil, dass wir den Rückenwind haben, dass die Notwendigkeit wirtschaftlich sehr stark steigt und deswegen natürlich die Unternehmen noch viel stärker mit Nachdruck an diesen Strategien arbeiten, um sich sozusagen vom Versorgungsengpass letztendlich auch zu lösen.

In der Forschung spielt auch unter anderem immer Geld eine Rolle. Wenn das jetzt in diesem Fall überhaupt kein Thema wäre und du alle Möglichkeiten hättest – was würdest du umsetzen wollen?

Passer: Ja, wenn das Geld keine Rolle spielen würde, dann könnten wir wirklich nachhaltig handeln. In dem Sinne, dass wir keine Altlasten an künftige Generationen überlassen. Das heißt, wir könnten wirklich überlegen, die Natur besser Wert zu schätzen und dementsprechend dann auch Produktionsweisen ändern – das betrifft dann aber auch Konsumgüter. Da spreche ich jetzt auch biologische Landwirtschaft und ähnliches an, das heute wirtschaftlich uninteressant ist, weil einfach aufgrund der Arbeitsintensität, die Arbeitskraft so teuer ist, könnte man natürlich überlegen, dass man da wieder einen bisschen einen Shift schafft. Und dementsprechend der Natur, die Stellung und die Rolle wieder zurückgibt, die man eigentlich braucht. Weil, das wichtige ist, dass wenn man die Natur zerstören, dann entziehen wir uns letztendlich die Lebensgrundlage. Das heißt, eigentlich ist nicht die Wirtschaft unsere Grundlage, sondern die Natur. Da braucht es ein gewisses Umdenken, Und deswegen denke ich, wenn das Geld keine Rolle spielen würde, dann könnte man das wieder ein bisschen umdrehen.

Wie integrierst du das persönlich in dein Leben? Also: Wie lebst du, wie wohnst du, wie arbeitest du?

Passer: Arbeiten tue ich an der TU Graz. Wir haben momentan das Glück, dass wir in einem nahezu Nullenergie-Gebäude im sogenannten Science Tower sind, der über eine Tiefengeothermie versorgt wird für das Thema Heizen und Kühlen. Das heißt, das ist von der Energiebilanz eigentlich ein sehr gutes Gebäude. Wohnen tue ich in einem Gründerzeithaus – das ist auch schon über 100 Jahre alt. Das ist grundsätzlich auch gut. Es ist an der Fernwärme angeschlossen, was nicht so gut ist, weil die in Graz immer noch zu einem großen Teil mit fossilen Energieträgern versorgt wird. Aber da trifft es uns genauso wie die TU Graz. Schwer, da Änderungen herbeizuführen. Da kann man natürlich nur versuchen, laut zu sprechen oder zu urgieren, aber in Wahrheit sind wir da ein bisschen vom Good-Will abhängig. Und privat: Ich fahre eigentlich ausschließlich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wir kaufen, so ähnlich wie die TU Graz, schon seit langem einfach einen umweltzertifizierten Strom ein. Der hat ein Zwanzigstel der Emissionen eines durchschnittlichen Österreichischen Stroms. Und da sind halt viele Dinge, bis auf das Thema Mobilität. Das haben wird auf der TU Graz jetzt auch verankert über den Beirat. Also ich schaue, dass ich ausschließlich mit dem Zug die Dienstreisen absolviere. Oder sonst, wenn es nicht anders geht, benutze ich die E-Cars von der TU Graz. Also da gibt es eigentlich viele vermeintlich kleine Dinge, die dann aber in der Summe schon einiges ausmachen, wenn man die berücksichtigt.

Vielen Dank für das Interview heute!

Passer: Danke! Gerne!

Danke auch euch fürs Dabeisein und hört das nächste Mal gerne wieder rein!