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…einen Ferienjob wie keinen anderen

09.09.2019 | Talking about ... |

Von Hannah Kaspret

Hannah Kaspret verbrachte als FIT-Praktikantin den Sommer am Institut für Festkörperphysik der TU Graz und designte Blumenblätter aus Polydimenthylsiloxan, die auf Wasserdampf reagieren.

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Seit ich in die 6. Klasse gekommen bin, hat sich mein Interesse an Technik und Wissenschaft immer weiterentwickelt. Eine meiner Freundinnen erzählte von einem Projekt, an dem ihre Schwester einmal teilgenommen hatte. Ziel des Projekts war, mehr Frauen mit IT und Wissenschaft in Kontakt zu bringen. Gleichzeitig würde es mir einen Sommerjob an der Technischen Universität Graz verschaffen – ohne große Vorkenntnisse in diesem Bereich. Ich natürlich sofort mit von der Partie. Denn, obwohl ich diese Themen sehr faszinierend finde, hatte ich bisher nur ein Jahr richtigen Unterricht in Physik, Chemie und Informatik und wusste nicht mehr als die absoluten Basics. Als ich also damit konfrontiert wurde, dass ich meinen Sommer am Institut für Festkörperphysik verbringen würde, war ich etwas beunruhigt, ob ich wirklich über ausreichendes Wissen zu diesem Thema verfügen würde und meine Aufgabe gut erledigen könnte. Aber ich hätte nicht nervös sein müssen. Als ich an meinem ersten Tag an der TU Graz ankam, erklärten mir die Professorin Anna Coclite und Professor Francesco Greco detailliert, was ich zu tun hatte, und wiederholten alle wichtigen Dinge vor jedem Schritt noch einmal.

Der Plan war, einen Feuchtigkeitssensor aus zwei dünnen Polymer-Schichten zu bauen. Die erste, passive Schicht ist aus PDMS (Polydimenthylsiloxan) gemacht, mit dem eine Plastikscheibe spinbeschichtet wird und das als stabile Komponente dient. Die zweite, aktive Schicht ist mit Hilfe einer Chemical-Vapor-Deposition-Reaktion auf der ersten angebracht und ist nur 300 bis 400 Nanometer dick. Die passive Schicht besteht immer aus PDMS, aber für die aktive Schicht werden verschiedene Polymere ausgetestet, welche unserem Ziel so ähnlich wie möglich sind. Der daraus entstandene Bilayer wurde in der Form von Blumen und Blumenblättern ausgeschnitten, die ich schon vorher designt hatte, und vorsichtig von der Plastikscheibe abgeschält. Nachdem die Blume fertiggestellt war, mussten wir nur noch testen, ob unser Experiment ein Erfolg war.

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Das Experiment wurde ein Erfolg – die Blütenblätter reagierten, wie wir es erwartet hatten.

Persönlich denke ich, dass es eine großartige Erfahrung war und gleichzeitig eine wirkliche Verbesserung im Vergleich zu den klassischen Sommerjobs, die Schülerinnen und Schüler in meinem Alter ansonsten machen können. Ich kann jeder Schülerin nur empfehlen, sich auch zu bewerben. Egal, ob sie ein kompletter Wissenschafts- und Computernerd ist oder einfach nicht sicher, was sie in Zukunft tun will, und noch das richtige Fach für sich sucht.

Information

Das Förderprogramm FIT – Frauen in die Technik vermittelt alljährlich Sommerpraktika an interessierte junge Frauen, die in den Bereich der Naturwissenschaften und Technik erste Schritte machen wollen. Alle Informationen gibt es auf der FIT-Website.

Kontakt

Florian UNGERBÖCK
BSc MSc
Büro für Gleichstellung und Frauenförderung der TU Graz | FIT Steiermark/Kärnten
Mandellstraße 5/I
8010 Graz
Tel.: +43 316 873 6096
f.ungerboecknoSpam@tugraz.at