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FELMI-ZFE: 65 Jahre „Durchblick“ an der TU Graz

Vor mittlerweile 65 Jahren wurde an der TU Graz das erste Elektronenmikroskop aufgebaut und damit das Fundament für jahrelange, erfolgreiche Forschungsarbeit gelegt.

Ferdinand Hofer steht vor dem 2011 in Betrieb genommenen ASTEM.

1951 wurde in der Steiermark in der gerade erst eingerichteten Forschungsstelle für Elektronenmikroskopie an der TU Graz das erste Elektronenmikroskop – das Übermikroskop UEM 100 von Siemens & Halske – aufgebaut. Unter der Leitung von Fritz Grasenick wurde die Forschung bereits von Anfang an auf internationale Kooperationen ausgelegt und ausgebaut. „Wir zählen damit zu den traditionsreichsten Einrichtungen auf diesem Gebiet“, berichtet Ferdinand Hofer, der heutige Leiter des Instituts für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik an der TU Graz, stolz. 

Supermikroskop blickt auf atomare Ebene

Vor allem unterstützt wurde diese Entwicklung durch die enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Elektronenmikroskopie Graz (ZFE), mit dem der Forschungsverbund FELMI-ZFE eingegangen wurde und gemeinsam geforscht wird. Diesem Forschungsverbund ist es auch zu verdanken, dass in Graz vor fünf Jahren das Supermikroskop ASTEM (Austrian Scanning Transmission Electron Microscope) in Betrieb genommen worden ist. Bei atomarer Auflösung ist es damit möglich, einen Blick auf die atomare Ebene von Proben zu werfen, Nanostrukturen in kristallinen Materialien wie Halbleitern und Metallen – einschließlich ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrer physikalischen Eigenschaften – zu charakterisieren. „Wir haben uns damit zur führenden Institution in Mitteleuropa entwickelt“, sagt Hofer. 

Geht es denn überhaupt noch genauer? „Ja“, erklärt der Wissenschafter. „Als Chemiker interessieren mich persönlich vor allem die chemischen Verbindungen zwischen den Atomen. Und das könnte der nächste Schritt in der Mikroskopie sein, da gibt es international bereits interessante Überlegungen.“ 

Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung

Das FELMI-ZFE betreibt einerseits selbst intensive Grundlagenforschung in den Schwerpunktbereichen Elektronenmikroskopie mit atomarer Auflösung, Entwicklung von funktionellen Nanomaterialien und In-Situ-Elektronenmikroskopie. Andererseits stehen momentan zehn Elektronenmikroskope und das Service der Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung auch für inner- und außeruniversitäre Kooperationspartner und deren Forschungsprojekte zur Verfügung. Denn: Nur die Instrumentarien allein reichen noch lange nicht aus, um erfolgreich Forschung zu betreiben. Es braucht auch gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Studierende, die Proben präparieren, die Mikroskope bedienen und anschließend die Daten auswerten können. „Vor allem die Vorbereitung der Proben ist essentiell“, erklärt Ferdinand Hofer. „Man kann sich nicht einfach ans Elektronenmikroskop setzten und loslegen. Es braucht eine gute Fachausbildung.“ Rund 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden ein solches Rund-Um-Forschungsteam am FELMI-ZFE. 

In Zukunft will man sich wissenschaftlich und instrumentell weiterentwickeln und sich so  im internationalen Umfeld noch stärker positionieren. Ziel ist es auch weiterhin zu den führenden europäischen Forschungseinrichtungen zu zählen. 

Das Jubiläum wurde gebührend mit einem Kuchen gefeiert - wie dieser durch ein Mikroskop aussieht, sehen Sie in diesem Video

 

 

Kontakt

Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik
Steyrergasse 17/III
8010 Graz
Tel.: +43 316 873 8320
E-Mail: officenoSpam@felmi-zfe.at
www.felmi-zfe.at