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KAGes setzt bei Schutzausrüstung auf 3D-Druck by TU Graz

07.04.2020 | TU Graz people | News+Stories | TU Graz news | Universität | Banner Fokus TU Graz | Medienservice |

Von Barbara Gigler

Schutzausrüstung für klinisches Personal ist dieser Tage weltweit Mangelware. Die TU Graz fertigt für die Steirische Krankenanstalten GmbH 10.000 dringend benötigte Gesichts-Schutzschilde im 3D-Druckverfahren. Die ersten 1.000 Stück wurden heute übergeben.

Die TU Graz übergibt die ersten 1.000 selbst entwickelten und hausintern produzierten Schutzschilde aus dem 3D-Drucker an die KAGes. v.l.: Philipp Metnitz (Med Uni Graz), Hans Peter Schnöll (TU Graz), Christian Ramsauer (TU Graz). © Lunghammer - TU Graz

Bildmaterial zum Download am Ende der Meldung

Der Schutz von medizinischem Personal hat in der derzeitigen Coronakrise große Priorität. Doch Gesichtsmasken und Schutzkleidung sind dieser Tage am Weltmarkt nur schwer in geeigneter Qualität zu bekommen. Dank einer Initiative von Christian Ramsauer, Leiter des Instituts für Innovation und Industrie Management der TU Graz und seines Stellvertreters Hans Peter Schnöll gemeinsam mit Philipp Metnitz, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin der Med Uni Graz, erhält die KAGes nun rasch eine große Menge an dringend benötigten Gesichts-Schutzschilden.

Christian Ramsauer erklärt: „Ich freue mich, dass wir heute bereits die ersten 1.000 Stück Schutzschilde an die KAGes übergeben konnten, die von meinem Team am Schumpeter Labor für Innovation der TU Graz konzipiert und seit dem Wochenende im Schichtbetrieb von uns gefertigt wurden.“ Insgesamt werden für die KAGes in den kommenden Wochen 10.000 solcher Schilde an der TU Graz produziert.

Philipp Metnitz zeigt sich anlässlich der heutigen Übergabe der Schutzausrüstung erfreut: „Stellvertretend für viele Kolleginnen und Kollegen bedanke ich mich sehr herzlich bei Professor Ramsauer und seinem Team für diese tolle Initiative. Es ist unglaublich, mit wieviel Motivation und Engagement das medizinische Personal in Österreich unterstützt wird! Die breite Solidarität, die ich in den letzten Wochen erleben durfte, ist für mich einmalig und zeigt mir, dass wir gemeinsam wirklich etwas bewegen können.“

Die Gesichts-Schutzschilde wurden von Ärztinnen und Ärzten im laufenden Betrieb getestet und von den zuständigen Stellen der KAGes aus hygienischer Sicht geprüft. Die Schutzschilde sind wiederverwendbar und können leicht gereinigt und desinfiziert werden.

Pilotserie an der TU Graz

Weil es schnell gehen muss, werden die ersten 10.000 Stück in einer Pilotserie derzeit direkt am Schumpeter Labor für Innovation an der TU Graz, das dem Institut für Innovation und Industrie Management angehört, produziert. Mehr als 30 leistungsfähige 3D-Drucker drucken derzeit rund um die Uhr. Die 3D-Druck-Kapazitäten des Instituts konnten um zusätzliche Drucker von anderen Instituten der TU Graz, von der HochschülerInnenschaft der TU Graz und von Privatpersonen erhöht werden. So können rund 300 Stück Gesichtsschilde pro Tag produziert werden.

Das Institut für Innovation und Industrie Management ist zudem mit zwei österreichischen Unternehmen dabei, die Serienproduktion des Produktes unter Einsatz adäquater Fertigungstechnologien zum Abschluss zu bringen, um so die Stückzahl zu erhöhen. Damit können diese Schutzschilde schon bald auch anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen in Österreich geliefert werden.

Drei Bauteile gegen die Infektionsgefahr

Das Schutzschild made at TU Graz besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen: Das Trägerteil des Schildes wird mittels FDM-3D-Druckverfahren aus PLA Kunststoff gefertigt. Dieses Material zeichnet sich durch gute Druckbarkeit aus, ist biokompatibel und biologisch abbaubar. Das Schild selbst besteht in der Pilotserie aus einer handelsüblichen Overheadfolie, die mittels eines DIN-A4-Vierfachlochers gelocht und am Trägerteil fixiert wird. Dies ermöglicht bei Bedarf den einfachen Tausch des Schildes beziehungsweise eine leichte Reinigung desselben. Befestigt wird das Schutzschild mit einem in der Länge einstellbarem, waschbarem Gummiband

Hier geht ess direkt zur Produktbeschreibung des COVID-19 Schutzschildes sowie zur Druckdatei und den notwendigen 3D-Druckeinstellungen

Information

Medienkontakte:
TU Graz:
Barbara Gigler | barbara.giglernoSpam@tugraz.at | +43 664 608736006

KAGes:
Simone Pfandl-Pichler | simone.pichlernoSpam@klinikum-graz.at | +43 316 385-87791

Med Uni Graz:
Gerald Auer | gerald.auernoSpam@medunigraz.at | +43 664 1524877

Kontakt

Christian RAMSAUER, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.
TU Graz | Institut für Innovation und Industrie Management
E-Mail: christian.ramsauernoSpam@tugraz.at
Tel.: +43 664 608737290

Philipp METNITZ, Univ.-Prof. Dr. Dr.
Med Uni Graz | Klinische Abteilung für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin
E-Mail: philipp.metnitznoSpam@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 14909

 

Jedes Schutzschild besteht aus einem 3D-gedruckten Trägerteil, einer gelochten Folie und einem Gummiband.© Lunghammer - TU Graz
Das Schutzschild wurde am Schumpeter Labor für Innovation an der TU Graz entwickelt, die ersten 10.000 Stück werden hier auch gefertigt. © Lunghammer - TU Graz
An der TU Graz sind derzeit über 30 leistungsfähige 3D-Drucker rund um die Uhr in der Fertigung der medizinischen Schutzschilde im Einsatz. © Lunghammer - TU Graz