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Grazer Unis präsentierten Österreichs erste Micro-CT-Geräte für in-situ-Messungen

Mit den Geräten können Strukturveränderungen im Inneren von Materialien unter realen Betriebsbedingungen zerstörungsfrei beobachtet und gemessen werden. Am 20. April wurden sie vom interuniversitären Graz-µCT consortium der Öffentlichkeit präsentiert.

v.l.: Die Rektoren Harald Kainz (TU Graz), Hellmut Samonigg (Med Uni Graz) und Peter Riedler (Uni Graz) gemeinsam mit dem Leiter des Graz-µCT consortiums Robert Schennach vor einer der beiden hochmodernen Micro-CT-Kammern. © Lunghammer – TU Graz

Was geschieht im Inneren eines Betons, wenn er mit Säure in Kontakt kommt? Wie saugfähig ist ein Papiertaschentuch? Wie stark ändert sich das Volumen von Batterien unter bestimmten Spannungs- und Strombedingungen? Ist die innere Struktur von Tabletten derart beschaffen, dass sie sich zum richtigen Zeitpunkt auflösen und den Wirkstoff optimal freisetzen? Antworten auf diese und andere materialstrukturelle Fragen liefern zwei neue hochinnovative Micro-CT-Geräte im Tiefgeschoss des Physikgebäudes der TU Graz am Campus Neue Technik. Die Geräte erlauben tiefe Einblicke bis in den Nanometer-Bereich von Materialien jeglicher Art, ohne die Materialproben zu zerstören.

Lesen Sie mehr über die Einsatzgebiete und die Funktionsweise der beiden Geräte im Planet-Research-Artikel „Micro-CT-Lab: In die Tiefen der Materialstruktur“.

Stärkung der universitären Grundlagenforschung

Die Geräte wurden am 20. April im Beisein der Rektoren von Med Uni Graz, TU Graz und Uni Graz der Öffentlichkeit präsentiert. Die drei Grazer Universitäten haben die Micro-CTs im Rahmen des Graz-µCT consortium angekauft, mit finanzieller Unterstützung durch eine F&E-Infrastrukturförderung der Österreichischen Forschungsgesellschaft FFG. Ziel des Kaufs war es, die Grundlagenforschung an den Unis in den Bereichen Medizin, Pharmaforschung, Geologie, Metallurgie sowie in der Papier- und Zellstofftechnik mit in-situ-Experimenten zu bereichern.  

Österreichweit einzigartige Forschungsinfrastruktur

Die neuen Geräte sind die ersten in Österreich, die in-situ-Messungen ermöglichen. Sie wurden von der Firma TESCAN entwickelt, um den Anforderungen der Forschungsarbeiten gerecht zu werden. Zukünftig stehen sie nicht nur den Konsortiumsmitgliedern zur Verfügung. Auf Anfrage können auch externe Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen diese österreichweit einzigartige Infrastruktur nutzen bzw. mit dem Graz-µCT consortium zusammenarbeiten.

Forschung auf Spitzenniveau

TU Graz-Rektor Harald Kainz zeigt sich begeistert von den neuen Forschungsinfrastruktur-Geräten: „Ich bin stolz, dass wir an der TU Graz solch hochinnovative Forschungsgeräte einsetzen können. Mit der neuartigen Methode, Materialen zu untersuchen, ohne die Proben dabei zu zerstören, wird eine neue Ära in der Materialforschung eingeläutet.“

Für den Rektor der Med Uni Graz Hellmut Samonigg wurde mit dem innovativen Micro-CT-Lab „ein weiterer wichtiger Baustein für die gemeinsame zukunftsweisende Forschung von Universität Graz, TU Graz und Med Uni Graz umgesetzt, der maßgeblich zur nationalen als auch internationalen Profilierung der Grazer Spitzenforschung beitragen wird.“

In dieselbe Kerbe schlägt auch der geschäftsführende Rektor der Uni Graz Peter Riedler: „Das Graz-µCT consortium ist ein perfektes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Hochschulen am Standort. Hier wird universitäre Forschung auf Spitzenniveau betrieben.“

Kontakt

Kontakt Graz-µCT consortium:
Robert SCHENNACH
Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.rer.nat.
Petersgasse 16/II
8010 Graz
robert.schennachnoSpam@tugraz.at
https://www.tugraz.at/projekte/gmct/home/

v.l.: Die Rektoren Harald Kainz (TU Graz), Hellmut Samonigg (Med Uni Graz) und Peter Riedler (Uni Graz) gemeinsam mit dem Leiter des Graz-µCT consortiums Robert Schennach vor einer der beiden hochmodernen Micro-CT-Kammern. © Lunghammer – TU Graz
Der Probenhalter im Inneren der Micro-CT-Kammer kann je nach Versuchsaufbau gestaltet werden. © Lunghammer – TU Graz
Eine karbonisierte Kapton Probe, die in wenigen Momenten mit Röntgenstrahlung beschossen wird. © Lunghammer – TU Graz
Gemeinsam mit dem Institut für Betonbau werden Betonproben untersucht. © Lunghammer – TU Graz