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11/07/2022 | Face to face

By Sabrina Reiter

Jennifer Gassner wusste schon früh, dass sie nach der Matura in die IT-Branche will. Warum sie die Arbeit als Webentwicklerin an der TU Graz so spannend findet, verrät sie im Interview.

Jennifer Gassner ist Junior Software-Entwicklerin am Zentralen Informatikdienst der TU Graz.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie in die IT-Branche möchten?

Jennifer Gassner: Ich hatte nie eine genaue Vorstellung davon, was ich einmal werden wollte. Ich wusste aber ziemlich früh, dass ich im IT-Bereich tätig sein möchte, da mir das Entwickeln von speziellen Lösungen und dieses „Tüfteln“ Freude bereitet. Ich habe die HAK mit IT-Schwerpunkt absolviert, wusste zum damaligen Zeitpunkt jedoch noch nicht, in welche Richtung es für mich in der IT-Branche gehen wird. Nachdem ich eine Ausbildung zur System- und Netzwerktechnikerin begonnen hatte, um Kenntnisse im Programmieren und der Netzwerktechnik zu erlangen, wurde mir schnell bewusst, dass ich stärker in die Arbeitswelt eintauchen möchte. Daher sammelte ich Erfahrung in unterschiedlichen IT-Bereichen. Schlussendlich entdeckte ich meine Leidenschaft für die Entwicklung. Ein ehemaliger Kollege machte mich dann auf ein Stelleninserat der TU Graz aufmerksam. Ich bewarb mich sofort und bin nun seit 2 Jahren am Zentralen Informatikdienst (ZID) der TU Graz als Software-Entwicklerin tätig. 

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Wie sieht Ihr „Daily Business“ als Software-Entwicklerin an der TU Graz aus?

Jennifer Gassner: Mein Fokus liegt auf der Webentwicklung. Ich entwickle beispielsweise neue Institutswebseiten oder Webseiten für Events und führe Erstgespräche mit Interessierten – gemeinsam mit meinem Senior-Developer-Kollegen oder auch selbstständig. In diesen Terminen präsentiere ich internen Kundinnen oder Kunden ein Angebot, wie die Umsetzung des Projekts aussehen könnte. Zudem mache ich Anpassungen im Content-Management-System Typo3 und Schnittstellen für die Fields of Expertise, die Stärkefelder der TU Graz. Dabei werden Projekte automatisch über eine Schnittstelle eingelesen und auf der Webseite angezeigt. Ich arbeite mit Programmiersprachen wie HTML, CSS, JAVA, mache aber auch viele optische Darstellungen und Tätigkeiten im Backend der Webseite, das heißt in dem Teil, den Userinnen und User nicht sehen.

Bei welchen Projekten haben Sie vor Kurzem mitgewirkt bzw. woran arbeiten Sie gerade?

Jennifer Gassner: Im Zuge der Pandemie haben wir beispielsweise die IT-Lösungen für die interne Corona-Teststraße für Mitarbeitende und Studierende der TU Graz entwickelt. Derzeit sind wir gerade dabei, im TU Graz Intranet statische Anleitungen, Handbücher und Richtlinien dynamischer und lebendiger zu gestalten, um die Aktualisierung der Dateien zu erleichtern. Die Zusammenarbeit mit Instituten der TU Graz macht Spaß, weil wir im Zentralen Informatikdienst versuchen Möglichkeiten zu finden, um die gemeinsam entwickelten kreativen Ideen tatsächlich auf der Webseite umzusetzen. 

„Im Zuge der Pandemie haben wir beispielsweise die IT-Lösungen für die interne Corona-Teststraße für Mitarbeitende und Studierende der TU Graz entwickelt.“

Was wird nun benötigt, um als Junior Software-Entwicklerin oder -Entwickler zu arbeiten?

Jennifer Gassner: Auf jeden Fall Programmierkenntnisse. PHP habe ich mir großteils selbst beigebracht. Die TU Graz hat verstärkt PHP und Typo3 im Einsatz, weshalb Kenntnisse in diesem Bereich hier von Vorteil sind. Generell werden für diesen Job auch Englischkenntnisse benötigt.

Wo sehen Sie die Herausforderungen in Ihrem Job?

Jennifer Gassner: Eine spannende Herausforderung ist für mich persönlich, dass es immer neue Projekte mit neuen Anforderungen gibt. Dabei werden unterschiedliche Programmiersprachen, wie beispielsweise PHP, JavaSkript, HTML oder CSS verwendet. Durch die Zusammenarbeit im Team bei diesen Projekten lernt man zudem sehr viel von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. 

Neben Ihrem Beruf studieren Sie derzeit auch an der FH Campus02?

Jennifer Gassner: Ja, zusätzlich absolviere ich neben meinem Job als Entwicklerin das Dualstudium „Business Software Development“ am Campus02. Das ist ein Kooperationsstudium von TU Graz, FH JOANNEUM und der FH Campus02. Montags und dienstags studiere ich am Campus02, Mittwoch bis Freitag arbeite ich an der TU Graz und bekomme dafür ECTS Punkte. Die Voraussetzung dafür ist ein Ausbildungsvertrag mit der TU Graz. Das Ziel ist, dass ich mich weiterbilden und das Wissen zeitgleich auch schon im Job anwenden kann.

Frauen sind in der IT Branche doch eher unterrepräsentiert. Wie geht es Ihnen als weibliche IT-Fachkraft?

Jennifer Gassner: Im Studium sowie am Arbeitsplatz merke ich auf jeden Fall, dass Frauen leider noch immer einen geringen Anteil ausmachen. Ich persönlich arbeite am Liebsten in gemischten Teams, da man hier von den unterschiedlichsten Herangehensweisen am meisten profitiert und es somit immer spannend bleibt. Toll finde ich, dass es mittlerweile auch immer mehr weibliche Vorbilder in der Technik gibt. Daher: Mädels, traut euch!

„Toll finde ich, dass es mittlerweile auch immer mehr weibliche Vorbilder in der Technik gibt. Daher: Mädels, traut euch!“

Wie hoch ist der Frauenanteil an Ihrer Organisationseinheit?

Jennifer Gassner:  Am Zentralen Informatikdienst sind von 85 Angestellten 18 Frauen (inkl. administrative Stellen). In unsere Abteilung, im Webteam, bin ich allerdings die einzige weibliche Mitarbeiterin.

In der IT-Branche wird händeringend nach Personal gesucht. Warum haben Sie sich für die TU Graz entschieden?

Jennifer Gassner: Die Webseite der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen war tatsächlich ein Auswahlkriterium bei meiner Jobsuche. Für mich war das Image wichtig und ich musste mich mit dem Unternehmen bzw. der Institution identifizieren können. Und das war für mich bei der TU Graz sofort stimmig. Sogar im Studium am Campus02 wird die Webseite der TU Graz in Bezug auf die Usability immer wieder als Vorzeige-Webseite präsentiert, was mich persönlich sehr stolz macht, weil ich diese laufend mitgestalten darf.

„Für mich war das Image meiner zukünftigen Arbeitgeberin oder meines zukünftigen Arbeitgebers wichtig und ich musste mich mit dem Unternehmen bzw. der Institution identifizieren können. Und das war für mich bei der TU Graz sofort stimmig.“

Was macht das Arbeiten an der TU Graz für Sie so besonders?

Jennifer Gassner: Das Vertrauen, das einem entgegengebracht wird. Ich durfte beispielsweise recht früh Verantwortung übernehmen, eigenständig Termine mit Interesseierten übernehmen. Aber auch das Weiterbildungsangebot und die Flexibilität der TU Graz hinsichtlich berufsbegleitender Ausbildungen schätze ich sehr. In der Privatwirtschaft wird das oftmals nicht gefördert. Auch der Standort der TU Graz ist sehr zentral und es gibt viele Möglichkeiten, mittags mit Kolleginnen und Kollegen essen zu gehen.
Vor allem beeindruckt mich die Alterspalette der TU Graz Mitarbeitenden. Von Lehrligen bis hin zu Mitarbeitenden, die knapp vor der Pension stehen und gewisse vorhandene Systeme von Grund auf mitentwickelten, sind alle Altersgruppen vorhanden und das ist wirklich beachtlich!

Wenn Sie die TU Graz in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?

Jennifer Gassner: Cool! Sicher! Innovativ! 

Wenn Sie an Ihre Vergangenheit denken, welche Ratschläge haben Sie an Ihr 14-jähriges-Ich?

Jennifer Gassner: Alles etwas gelassener sehen und früher mit dem Programmieren beginnen! Heute würde ich direkt die HTL wählen, da ich sehe, wie meine Kolleginnen und Kollegen im Studium und in der Arbeit, welche die HTL absolviert haben, bereits ein breiter gefächertes Erfahrungsspektrum haben.

Gibt es einen persönlichen Slogan von Jennifer Gassner?

Jennifer Gassner: Web is a circus!

Information

Name: Jennifer Gassner
Aktueller Position: Junior Software-Entwicklerin in der Webentwicklung
Organisationseinheit: Zentraler Informatikdienst (ZID) der TU Graz
Ausbildung: HAK mit Schwerpunkt IT, Dualstudium Business Software Development