LV Konstruktionen in Holz

- geführt nach den Grundgedanken der "Meisterklasse"

In einem offenen Brief von Julius POSENER [1904-1996, Architekt] nimmt dieser 27jährig im Jahre 1931 "Zur Reform des Hochschulstudiums" Stellung und schreibt: "Die Meisterklassen sind nicht das letzte Wort einer möglichen Studienreform. Aber sie sind der erste Schritt der wirklichen." Er erwähnt darin wie wichtig es sei, das Trennende zwischen den Fächern zu überwinden und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrstühlen zu fördern. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass dies am besten durch die Stellung von praxisrelevanten "Aufgaben" gelingen würde. Das Trennende verschwindet, das Verbindende folgt über die Projektbearbeitung. Was sind nun die wesentlichen Charakteristika einer Meisterklasse? Kurz: Ausgewählte Studierende arbeiten für eine bestimmte Zeit an einer gestellten Aufgabe und werden dabei von einem kompetenten Betreuer-Team unterstützt.

Christopher ALEXANDER [geb. 1936, Architektur-, Systemtheoretiker und Philosoph] spricht in seinem Buch "Eine Muster-Sprache" ein Netzwerk des Lernens an und fordert den Zugang zu ALLEN Lernquellen und meint weiter, dass der beste Lernerfolg dann erzielt werden würde, wenn der Lernprozess nach den traditionellen Methoden von "Meister und Lehrlingen" aufgebaut wird, sprich: "wenn man jemandem, der sich wirklich auskennt, zur Hand geht." Auch der Physiker und Nobelpreisträger Richard P. FEYNMAN [1918-1988] meint: "..., dass die einzige Lösung für das Bildungsproblem die Erkenntnis ist, dass der beste Lehrerfolg erzielt wird, wenn eine direkte, persönliche Beziehung zwischen dem Studenten und einem guten Lehrer besteht - ein Zustand, bei dem der Student die Ideen diskutiert, über die Dinge nachdenkt und darüber spricht..."

Daraus lässt sich durchaus der Schluss zu ziehen, dass das "Meister-Schüler-Prinzip" verbunden mit der "Vernetzung von Knotenpunkten" - sprich: die Zusammenarbeit zwischen Lehrstühlen, das Zulassen unterschiedlicher Lehrmeinungen und das Einbinden interner und externer Kompetenzen - ein anzustrebender Zustand wäre, um den oben angesprochenen besten Lernerfolg auf universitärer Ebene erzielen zu können. [Graz, 30. Juni 2017, GS]

Betreuer-Team 2017: R. Brandner, A. Ringhofer, G. Schickhofer, R. Sieder, H. Stingl, J. Zehetgruber, S. Zimmer
Gäste: Arch. J. Frey, Arch. R. Frey-Müller, Arch. M. Strobl jun.

(c) TU Graz|lignum
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