WRRL – Energiewirtschaftliche und ökonomische Bewertung potenzieller Auswirkungen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie auf die Wasserkraft

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) stellt eine große Herausforderung für die österreichische Wasserwirtschaft dar. Die Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, bis 2015 das Qualitätsziel „guter Zustand“ an allen Gewässern wiederherzustellen. Da sich die Bewertung des Gewässerzustandes in erster Linie an gewässerökologischen Kriterien orientiert, ergibt sich daraus zwangsläufig ein Konfliktpotential hinsichtlich der bestehenden Gewässernutzungen. Die WRRL beinhaltet aber auch ökonomische Kriterien und Ansätze. So gibt es für den Fall, dass die Wiederherstellung des guten Zustandes negative Auswirkungen auf bestimmte Nutzungen hätte, die Möglichkeit, die Kategorie der „erheblich veränderten Wasserkörper“ anzuwenden, bei der nicht der „gute ökologische Zustand“, sondern das „gute ökologische Potenzial als ein geändertes/abgemindertes Ziel zu erreichen ist. Ökonomische Betrachtungen spielen auch für eine allfällig notwendige Anwendung der Ausnahmebestimmungen (Fristverlängerung, weniger strenge Güteziele) eine entscheidende Rolle. Derartige Bestimmungen sind im WRG enthalten, bedürfen jedoch im Einzelfall einer entsprechenden Begründung.

Vor allem für Österreich, einem alpinen Land, in dem die Gewässernutzung aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten eine sehr große Rolle spielt, ist eine genaue Analyse der potenziellen Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie auf die einzelnen Nutzungsarten sehr bedeutend. Dabei spielt die Wasserkraftnutzung eine zentrale Rolle. Rund 2/3 der in Österreich erzeugten elektrischen Energie kommen aus Wasserkraftanlagen.

Die vorliegende Studie soll helfen, bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eine ökologisch- ökonomische Optimierung zu finden, bei der die bedeutendste Primärenergiequelle Österreichs in seiner Menge und Qualität entsprechend erhalten, aber auch die in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Umweltziele erreicht und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer sichergestellt werden.

Anhand von Szenarienmodellen sollte die Bandbreite der möglichen Auswirkungen aufgezeigt werden, welche für die Energiewirtschaft bei einer generellen Umsetzung bestimmter Maßnahmen zur Erreichung des „guten Zustandes“ zu erwarten sind. Untersucht wurden Szenarien für die Restwasserdotation*), Schwallbegrenzung und Herstellung der Durchgängigkeit. Dabei wurden getrennt die Wasserkraftanlagen unter 10 MW (Kleinwasserkraft), die Flusskraftwerke über 10 MW und die Speicherkraftwerke untersucht.

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