Entwerfen (Master) im Sommersemester 2026

© EnBeDe, TU Graz

141.666 | Broadway

Konzept und Leitung | Matthias Castorph,
Matthias Lorenz, Till Philipp Göggelmann

Das Dreispitzareal in Basel ist eines der letzten großen Entwicklungsareale, das der Stadt zur Verfügung steht. Früher als Handels- und Umschlagsplatz für die Güter der Stadt genutzt, soll das Areal – über die Zwischennutzungen hinaus – zu einem lebenswerten Quartier für Wohnen, Freizeit und Arbeit werden.
Im Kontext der vorgefundenen Architekturen, Strukturen und Atmosphären arbeiten wir mit dem Bestand. Wir entwerfen Wohn- und Geschäftshäuser zwischen Gasse, Boulevard und Platz. Stadthäuser, die mit ihrer architektonischen Kraft auf die städtebauliche Transformation und in die Zukunft wirken.
Aufgabe ist der Ersatz-/Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf einer Parzelle des bestehenden Industriequartiers. Wir entwerfen das Haus, unsere eigene Straße und den Platz am „Broadway“ – an der Frankfurtstraße.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite

© stdb, TU Graz

145.666 | Bioregion Plabutsch

Konzept und Leitung | Aglaée Degros,
Karina Brünner

Urban development today is increasingly shaped by global supply chains, large-scale territorial consumption, and the separation of production from everyday life. The relationship between built structures and their territorial context is often weakened, while local knowledge, resources, and work processes are rarely incorporated into urban processes. The result is urban spaces that consume territory without responding to ecological limits or social structures.
The area of Gösting in Graz, located along Plabutscherstraße 63, reflects these conditions. Located between residential neighbourhoods, infrastructure corridors, former productive sites, and surrounding landscapes, the area is part of a broader bioregion where material flows and ecological systems intersect. At the same time local resources, existing building stock, and neighbourhood potential remain underused in contemporary development models.
This master studio investigates how architecture and urbanism can operate as mediators between territory, resources, and collective life, understanding the bioregion as a framework for spatial transformation. Inspired by practices that work with locally sourced, reused, and cultivated materials, the studio explores urban design strategies based on locality, reuse, and cooperation with local actors.
Students will analyse territorial structures, ecological processes, and social networks and translate these findings into spatial concepts. The studio focuses on understanding the region as a resource landscape, including existing buildings and potential sources of materials such as agricultural residues. These strategies foster regenerative relationships between soil, the built environment, and human and non-human communities.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite

© IAT, TU Graz

149.666 | Ein Dach am Platz. Weit Spannen am Andreas Hofer Platz

Konzept und Leitung |
Lukas Imhof, Patrick Pazdzior

Der Andreas Hofer Platz: Historisch vielschichtig geprägt und heute definiert durch Bewegung und Transit. Hier kreuzen sich Buslinien, Menschen warten, steigen um, verschwinden wieder.
Die Aufgabe ist eine Überdachung für diesen Ort – eine Infrastruktur, die Schutz bietet und den öffentlichen Raum bildet. Ergänzt wird das große Dach durch kleinteilige Nutzungen.
Einfache Konstruktionen, kluge Statik und hoher Detailgrad stehen im Zentrum. Wir entwerfen nicht linear vom Städtebau zum Detail. Bilder verwenden wir als rekursives Entwurfs- und Konstruktionswerkzeug und oszillieren zwischen Maßstabsebenen, verschiedenen Medien und Referenzen der Architekturgeschichte. Begleitet wird das Entwerfen vom Vertiefungskurs ‚Tragstrukturen für Gebäudehüllen‘ des ITE. Die vorgegebene Buslinienführung, das Nachbargebäude und die darunter liegende Tiefgarage machen die Vorgaben. Sie sind die Herausforderung, welche raffinierte Lösungen fordern.
Mit Remixes historischer und zeitgenössischer Architekturbilder suchen wir die Atmosphäre und setzen diese in konstruierbare Architektur um. Renderings, KI-generierte sowie händisch erstellte Bilder vom Ganzen bis ins Detail machen Konstruktion und Ausdruck zum zentralen Thema. Wir durchlaufen eine Sehschule und untersuchen konstruktives Entwerfen als Hin und Her zwischen Maßstäben und Medien.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite

© AHB, TU Graz

149.666 | Drin, Dran, Obendruff. Schichten des Weiterbauens

Konzept und Leitung |
Tom Kaden, Hannah Melzer

Der industrielle Wohnungsbau der DDR zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, Serien und wiederkehrende Strukturrhythmen aus. In den Berliner Plattenbauten manifestieren sich Ordnung, Wiederholung und Dauerhaftigkeit. Inmitten des Geflechts, das durch die beschriebenen Aspekte gekennzeichnet ist, markieren die frühen IW-Typen eine Phase des Übergangs. Ihre limitierte, realisierte, konstruktiv nüchterne und modular angeordnete Ausführung ist durch die serielle Logik vorgefertigter Bauelemente geprägt. 
Der Typ IW-57 repräsentiert die systemische Rationalität und fungiert als Ausgangspunkt für eine neue Schichtung. Die Aufstockung des IW 57 zielt darauf ab, den bestehenden Bestand fortzuschreiben und zu erweitern. Das Ziel besteht in der Schaffung neuen Wohnraums, der in behutsamer Verschränkung mit Tragstruktur, Nutzung und dem städtischen Kontext entsteht. Im Rahmen einer detaillierten Systemanalyse erfolgt die Entwicklung von Konzepten, welche die Tragstruktur, die Bauphysik sowie die Prozessanforderungen des Holzbaus als integralen Bestandteil berücksichtigen. Holz fungiert als primäres Konstruktionsmaterial. Vom Konzept bis ins Detail werden System, Elemente und Verbindungen als Teil eines präzisen, vorgefertigten und kreislauffähigen Bauprozesses gedacht, der Effizienz, Materialbewusstsein und räumliche Qualität in ein Gleichgewicht setzt.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite

© i_w, TU Graz

157.666 | Zum Ende des Funktionalismus

Konzept und Leitung | Andreas Lichtblau,
Michael Heil, Thomas Kalcher, Bianca Tacco

Jede Übersetzung ist in erster Linie das Ergebnis eines Gestaltungsprozesses von Sprache als Material, der nicht aus der Beschäftigung mit einem Gegenstand erwächst, sondern aus der Beschäftigung mit der Spannung zwischen zwei Arten der Behandlung eines Gegenstandes.
– Esther Kinsky, Fremdsprechen
Der status-quo von „Wohnbau“ ist eine repetitive und prädeterminierte Interpretation von Wohnungsgrundrissen. Diese gebaute Ein-Ein-Deutigkeit stellt eine Form der Simplifizierung dar, die unserer gegenwärtigen Lebensrealität nicht wirklich entspricht: Gemeinschaftliche Wohnformen, alternative Lebenskonstellationen, Fürsorge und Betreuungspflichten finden keinen Platz, Flexibilität und Variabilität wird im „System Wohnbau“ nicht zugelassen.
Wir plädieren für ein Ende der monofunktionalen Typologie des Wohnens und beschäftigen uns mit dem Entwickeln einer Gegenposition zu aktuellen Entscheidungsmustern. Wir überprüfen die festgefahrenen Maximen des Funktionalismus auf ihre gegenwärtige Gleichgültigkeit. Anhand von literarischen Texten, gebauten Beispielen, kulturanthropologischen und sozialräumlichen Beobachtungen, legistischen Formulierungen und quantifizierbaren Größen werden Spannungsfelder erzeugt und notwendige Handlungsspielräume aufgezeigt, die als Basis für ein Skizzieren einer neuen Programmatik des Wohnbaus notwendig sind. Neben präzisen Beobachtungen und Formulierungen stellt die entsprechende Vermittlung dieser ein wesentliches Merkmal zukünftiger Aufgabenfelder von Architekt*innen dar. Das Ende des Funktionalismus wird proklamiert, nachgewiesen und mittels räumlicher Interventionen an verschiedenste Akteur*innen vermittelt. Das Finden einer gemeinsamen Sprache ist der entscheidende Schritt.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite

© IAM, TU Graz

161.666 | Material Tectonics

Konzept und Leitung | Urs Hirschberg,
Milena Stavrić

Das Master Studio am Institut für Architektur und Medien (IAM) beschäftigt sich in diesem Semester mit dem Bauen mit Sedimenten aus dem Neusiedlersee, welche wir im neuen ShapeLAB im 3D-Druckverfahren verarbeiten. Aus diesem nachhaltigen, vor Ort gewonnenen Material entwerfen wir ein temporäres Bauwerk für den Naturraum Neusiedlersee.
Im Rahmen von Forschungen am IAM hat sich gezeigt, dass die Sedimente, die kontinuierlich aus dem Neusiedlersee gebaggert werden, um dessen Verlandung zu verhindern, als Material für den 3D-Druck mit Lehm geeignet sind. Im Rahmen des Entwurfsstudios lernen die Studierenden den Umgang mit den 3D-Lehmdruckern im ShapeLAB kennen und experimentieren mit dem Sedimentmaterial als Baustoff. Das Ziel ist der Entwurf eines temporären Bauwerks aus 3D-gedruckten Sedimentsteinen, welches öffentlichkeitswirksam auf die Besonderheiten des Naturraumes Neusiedlersee, aber auch auf die Möglichkeiten des nachhaltigen Baustoffes Lehm aufmerksam macht und diese inszeniert.

Link zur Lehrveranstaltung
Link zur Institutsseite