Die buddhistischen Tempel und Klöster in der Region Dolpo in Nepal sind Teil einer sakralen Landschaft, die sich über Jahrhunderte im Kulturraum des westlichen Himalayas entwickelt hat. Da die erhaltenen Bauwerke selbst die wichtigste und zuverlässigste Quelle für die Architekturforschung sind, zielte das Projekt darauf ab, den Bestand umfassend zu dokumentieren, um Material für die Analyse verschiedener sakraler Gebäudetypen und ihrer Entwicklung zu erhalten.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme der TU Graz konnte die Gebäudedokumentation während der Feldforschung in den Jahren 2022 und 2023 optimiert werden. Im Vergleich zu vorherigen Bauaufnahmen haben sich durch den Einsatz digitaler Vermessungsmethoden Qualität und Quantität der Daten erheblich verbessert. Das gesammelte Material umfasst zwölf Ensembles an zehn Standorten, abgebildet in 3D-Punktwolken aller sichtbaren Innen- und Außenflächen, die mit Bildern einer integrierten Kamera überlagert wurden. Die Darstellung dieser 3D-Bestandsmodelle als OBJ-Dateien ermöglichte eine maßstabsgetreue und hochauflösende Aufzeichnung aller erfassten Objekte. Die Ausarbeitung von Plänen aller Bestandsgebäude fasst die Feldforschungsdaten für eine detaillierte Analyse der Gebäudestrukturen zusammen.
Keines der Gebäude dieser Region wurde bisher von der Regierung als Kulturdenkmal wahrgenommen oder anerkannt und es gibt derzeit auch kein Verzeichnis der Kulturdenkmäler in Dolpo. Die Forschungsergebnisse geben somit einen ersten Überblick über die Tempel und Klöster in der Region, der die Erstellung einer umfassenden Typologie der buddhistischen Architektur in Dolpo und die vergleichende Analyse mit bereits in früheren Projekten dokumentierten Gebäuden möglich macht. Nicht zuletzt bildet die Dokumentation die Grundlage für dringend notwendige Restaurierungsarbeiten.