Sarajevo+ Field Trip

© KOEN, TU Graz

Im Anschluss an die erfolgreiche Exkursion nach Sarajevo im Jahr 2024 organisierten die Gender Task Force und das Institut für Grundlagen der Konstruktion und des Entwerfens (KOEN) Ende Mai 2025 eine weitere Studienreise, die von Frauen entworfene Architektur in den Fokus rückte. Diese wurde von der Fakultät für Architektur finanziell unterstützt, um es Studierenden zu ermöglichen, sich vor Ort mit dem Werk oft übersehener Architektinnen auseinanderzusetzen. Lehrende und internationale NetzwerkpartnerInnen der Gender Task Force nahmen ebenfalls teil.

In diesem Jahr besuchte die Gruppe Projekte in Jasenovac, Banja Luka, Zenica, Žepče, Tešanj und Sarajevo, die ein breites Spektrum an Typologien abdeckten. Erste Station war das von Helena Paver Njirić entworfene Museum im Gedenkpark Jasenovac, in dem sich auch die markante „Steinerne Blume“ von Bogdan Bogdanović befindet. In Banja Luka stellten die auch in der Lehre tätigen ArchitektInnen Igor Kuvač und Nevena Novaković jugoslawische modernistische Projekte vor. Am folgenden Tag wurde ein noch im Bau befindliches Gebäude in Tešanj besichtigt: Studio Entasis entwarf unter der Leitung von Vedina Babahmetović ein Verwaltungsgebäude für das renommierte bosnische Massivholzmöbelunternehmen Artisan, wo die Teilnehmenden auch Einblicke in die Produktion der Fabrik erhielten. Anschließend wurden zwei öffentliche Gebäude in Sarajevo besucht: ein Kindergarten des Büros Firma (Dina Šamić und Nermina Zagora), eines der seltenen derzeit im Wiederaufbau befindlichen öffentlichen Gebäude; und das Historische Museum, das von seiner Direktorin Elma Hašimbegović trotz fehlender institutioneller und staatlicher Unterstützung wiederbelebt und weitergeführt wurde. Zum Abschluss der Reise stand eine Führung durch das von Zlatko Ugljen und Jahiel Finci entworfene Nationaltheater in Zenica auf dem Programm, das als eines der modernistischen Juwele Bosnien und Herzegowinas gilt. Die Gruppe hatte die besondere Gelegenheit, das Herunterlassen des Bühnenvorhangs zu verfolgen – ein Werk der berühmten jugoslawischen Künstlerin Jagoda Buić, das heute aus konservatorischen Gründen kaum gezeigt wird. Informelle gemeinsame Mittag- und Abendessen regten zu lebhaften Diskussionen und einem besseren Verständnis der lokalen Kultur und Architekturpraktiken an.

Ajna Babahmetović