Valerie Kronauer | Familiar, revisited

21ter Januar, Mittwoch 18:30 Uhr, HSVIII Rechbauerstraße 12

Einst Sehnsuchtsort und räumliches Versprechen von Freiheit, Rückzug und Selbstbestimmung, steht das Einfamilienhaus heute im Zentrum zentraler gesellschaftlicher Krisen. Wohnraummangel, Klimakrise und eine alternde Gesellschaft stellen Funktionsfähigkeit und Legitimität dieses vertrauten Wohnmodells ebenso infrage wie sein hoher Energie- und Flächenverbrauch, seine monofunktionale Organisation und die eingeschriebenen sozialen Rollenbilder. Doch nicht der Typus selbst ist das Problem, sondern die Starrheit seiner Planung. Der Vortrag liest das Einfamilienhaus als räumliche Ressource statt als Relikt: Weiterbauen statt Abriss, präzise Transformation statt Neubau. Architektur wird zum Instrument, Wohnformen erneut zu verhandeln, Orte zu öffnen und Strukturen zu reparieren. So erscheint das Einfamilienhaus nicht als Auslaufmodell, sondern als verheißungsvoller Umbaufall.