1.Grazer BIM-Tagung

5. und 6.September 2014 – Technische Universität Graz

Building Information Modeling (BIM) wird immer öfter als mögliche Antwort auf die aktuellen Herausforderungen in der Baubranche genannt. Dieser Begriff wird heute für die Summe der Entwicklungen verwendet, die eine ganzheitliche und integrale Sichtweise im Baugeschehen ermöglichen und unterstützen. Sehr oft wird von BIM gesprochen, unabhängig davon, ob ein Prozess, eine Methode oder eine Technologie darunter verstanden wird.

Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Ueli Walder. Er war 10 Jahre lang Universitätsprofessor und Leiter des Instituts für Bauinformatik an der TU Graz. In dieser Zeit hat sich ein Forschungsbereich entwickelt, der sich mit der Modellierung der Umgebung des Menschen und der Verwendung von Umgebungsinformationen für die zielgerichtete Informationsverarbeitung beschäftigt. Für Professor Walder „die allgemeinste Form von BIM“. Ein Ergebnis dieser Forschung, ist eine mobile Location Based Service (LBS)-Anwendung, in der Gebäudedaten als Navigationshilfe verwendet werden. Diese unterstützt zB die Positionierung von Einsatzkräften in Bauwerken.

Die Verwendung des digitalen Modells der natürlichen und gebauten Umwelt, nennt auch Prof. Dr. Martin Fellendorf, Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Straßen- und Verkehrswesen, als wichtiges Argument auf die Frage, warum der Einsatz von BIM im Straßenwesen sinnvoll ist. Er verdeutlichte die Vorteile, die sich aus der Verwendung von statischen 3D-Objekten (Straßennetze, Gebäuden, …) in Kombination mit dynamischen 3D-Objekten zur Verkehrsflusssimulation, ergeben. Werden diese noch mit Informationen zu Terminen und Kosten über den gesamten Lebenszyklus ergänzt, hält man ein Instrument in der Hand, mit dem unter vielen anderen, auch Antworten zur immer wichtiger werdenden Frage der Straßenerhaltung gegeben werden können.

Dem Thema BIM aus baubetrieblicher und bauwirtschaftlicher widmete sich der Beitrag von Prof. Dr. Detlef Heck, Institutsvorstand und Universitätsprofessor am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft. Viele aktuell praktizierte Abwicklungsformen in Bauprojekten, die sich aus dem derzeit überwiegend sequentiellen Ablauf ergeben, werden durch BIM in Frage gestellt. Daraus ergibt sich neues Potenzial und erheblicher Forschungsbedarf in beiden Fachgebieten. Wie etwa aus baubetrieblicher Sicht in der Arbeitsvorbereitung und der Stabilität von Prozessen. Noch größere Auswirkungen sind auf die Bauwirtschaft absehbar. Mit dem Einsatz von auf definierten Standards basierenden 3D-Modellen und der Integration von Prozessen werden neue Wege in der Vergabe, der Abrechnung und Kalkulation beschritten.

Mit seinem Vortrag „Internationale Entwicklungen im Bereich BIM“ hat Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Ralf Mosler, AEC Business Development Manager weltweit bei Autodesk, die Situation in Österreich bzw in den DACH-Ländern in Bezug zur europäischen und weltweiten Entwicklung gebracht. Dazu zeigte er einen Überblick zu den aktuellen BIM-Initiativen und legte unter dem Begriff Transformation Levels den Stand der Bemühungen in den einzelnen Ländern dar. Er ist auch auf die Bedeutung der neuen Europäischen Vergaberichtlinie eingegangen und hat hervorgehoben, dass im Zusammenhang damit, zum Einsatz von BIM ermutigt wird.

Prof. Dr. Wolfgang Huhnt, Universitätsprofessor und Leiter des Fachgebietes Bauinformatik an der TU Berlin, beleuchtete das Thema Digitalisierung im Bauwesen. Neben erfolgreichen Beispielen aus der Baupraxis, gibt es dazu viele offene Fragen, die in der Forschung an der TU Berlin bearbeitet werden. Einige Schlagworte dazu sind: „clash detection“, Level of Detail - Level of Development, Parametrische Objekte und IFC. Seinen Vortrag schloss Prof. Huhnt mit einem Einblick in die universitäre Lehre. Anhand von Kursen, die derzeit an der TU Berlin und am Technicon Haifa zum Thema BIM angeboten werden, berichtete er über die bisherigen Erfahrungen.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Digitalisierung im Bauwesen hatte der darauf folgende Vortrag zum Inhalt. Dipl.-Geograph Frank Markus, Geschäftsführer Infrastruktur im Mensch und Maschine Systemhaus, erläuterte die Digitalisierung eines 2,5 Quadratkilometer großen Werksgeländes mit Bürogebäuden und Produktionsanlagen, Straßen, Schienen, Grün- und Lagerflächen sowie ober- und unterirdische Leitungen. Das Projekt, das mit einer handschriftlichen Skizze der „Vision“ begonnen hatte, mündete in einer Datenbank, in der sämtliche Datenbestände zusammengeführt wurden. Jeder Mitarbeiter kann über ein 3D-Auskunftssystem, auf die für ihn relevanten Daten zugreifen. Die Vorteile sind Redundanzfreiheit, Synergieeffekte, sowie draus resultierende schnellere und zielsicherere Entscheidungen.

Prozessintegration hat sich in der Automobilindustrie bereits erfolgreich vollzogen. Es lohnt sich, wenn auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen sehr vorsichtig, daraus Lehren und Erfahrungen für die Bauindustrie zu ziehen, so Dipl.-Ing. Konstantinos Kessoudis, Leiter der 5D-Abteilung bei Ed. Züblin AG. Die Veränderungen haben Auswirkungen auf die gesamte Baubranche. Wichtig ist, dass der Mehrwert in jeder Phase der Umsetzung generiert wird. Dipl.-Ing. (FH) Hrvoje Petrovic, Leiter der BIM/5D Planung der Zentralen Technik Standort Wien, demonstrierte darauf aufbauend an einem aktuellen Beispiel, wie 3D mit der Verknüpfung des Bauablaufs zu 4D und schließlich mit der Einbindung von Daten und Prozessen zu 5D wird.

Der Vortrag von Mag. Ing. Alfred Waschl, geschäftsführender Gesellschafter CAFM engineering GmbH, MEDIA management sowie der PoS Holding GmbH, führte thematisch in die Phase „Nutzung und Betrieb“, um von dort den Brückenschlag zu Planung und Bau zu fordern. Ohne die Berücksichtigung der Anforderungen aus dem Betrieb, kann die Optimierung der Planungs- und Bauprozesse nicht ganzheitlich funktionieren, und der mögliche „Return on Investment“ stellt sich nur bedingt ein. Ziel ist ein Facility Information Management (FIM), in das an der Schnittstelle zwischen Bau und Betrieb, jene BIM-Daten übernommen werden, die der Facility Manager für seine Arbeit benötigt.

Dass das Building Information Modeling in der Baupraxis angekommen ist, beweisen auch die Projektbeispiele in der Präsentation von DDipl.-Ing. Gernot Wagner, Geschäftsführer der Porr Design und Engineering GmbH. Er beschreibt darin auch die Vorteile, die sich für den Bauherren ergeben. Dieser kann von überall auf ein Echtzeit-Modell seines bestellten Werkes zugreifen, und damit den Baufortschritt am 3D-Modell verfolgen. Er hebt aber auch hervor, wie wichtig es ist, dass die Firmenleitung hinter dem Projekt BIM steht, und dass immer noch der Mensch der die Werkzeuge verwendet, ausschlaggebend für den Erfolg ist.

Wie sich die Situation aus Sicht der Schalungstechnik darstellt, haben Ing. Andreas Aflenzer, Abteilungsleiter Entwicklung Technische Software bei DOKA und Mag. Markus Bittner Service Engineer und BIM-Gesamtkoordinator bei DOKA in Ihrem gemeinsamen Beitrag erläutert. Wie auch in anderen Fachdisziplinen beschäftigt man sich auch in der Schalungstechnik mit BIM. Die Umsetzung erfolgte auch schon an einzelnen erfolgreichen Leuchtturmprojekten. Für die breite Anwendung im Praxisalltag, sind auch hier noch grundlegende Basisarbeiten zu definierten Standards und Austauschformaten zu leisten.

Augenblicklich werden in Österreich zwei Normen bearbeitet, die sich dem Thema BIM widmen, berichtete Dipl.-Ing. Architekt Peter Kompolschek, selbstständiger Architekt und Sachverständiger. Er teilt die Meinung, über die von Architekten oft befürchteten Nachteile durch BIM nicht, sondern sieht vor allem die Steigerung der Planungsqualität, die sich nur positiv auf die Branche auswirken kann, sowie die gesteigerte Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Besonders kleine Unternehmen können durch den BIM-Einsatz profitieren.

Den Abschluss des ersten Tages bildete der Vortrag „BIM- Rechtliche Grundlagen nach österreichischem Recht in den Bereichen Vergabe- und Bauwerksvertragsrecht“ von Dr. Philipp J. Marboe, Associate bei Wolf Theis Rechtsanwälte und Bmstr. DI (FH) Dr. Thomas Anderl, Senior Associate bei Wolf Theis Rechtsanwälte. Durch die neuen Abwicklungsformen gibt es naturgemäß auch aus rechtlicher Sicht einige Spezifika die berücksichtigt werden müssen. Wichtig ist vor allem, dass der Auftraggeber bereits im Vorfeld Festlegungen zur Projektabwicklung trifft, die sich in der Vertragsstruktur und in der Konstellation der Projektbeteiligten widerspiegelt. Nur so, können in Kombination mit den für das Projekt klar definierter BIM-Standards, die Vorteile von BIM ausgeschöpft werden.

Wie weit fortgeschritten die Entwicklungen in Teilbereichen bereits sind, haben die Vorträge eindrucksvoll bewiesen. Gleichzeitig wurden aber auch Handlungsfelder identifiziert, denen in Zukunft vermehrtes Augenmerk geschenkt werden muss. Als Beispiele seien hier die rechtlichen Rahmenbedingungen, eine adäquate Ausbildung bzw. ein neues Berufsbild und vor allem die Verbesserung des Datenaustausches genannt.

Während am ersten Tag die Prozessgestaltung und -integration im Vordergrund stand, lag der Schwerpunkt des zweiten Tages auf den dazu erforderlichen Werkzeugen. In einer Working Group wurden Softwaretools und deren Anwendungen vorgestellt und diskutiert. Den ersten Teil des Vormittags betreute Marcus Wallner, Berater im Bereich BIM-Einführung. Er demonstrierte anhand eines einfachen Beispiels, den Datenaustausch zwischen verschiedenen Softwareprodukten. Den zweiten Teil übernahm Dipl.-Ing. Architekt Peter Kompolschek, der die Anwendung eines Softwaretools aus seiner täglichen Arbeit vorstellte. Diese Programme bieten die Möglichkeit, neben der Digitalisierung der Objekte, auch die neu erarbeiteten Prozessabläufe und Abwicklungsformen im Baugeschehen digital abzubilden und dadurch zu unterstützen.

Der Fokus dieser zweitägigen Veranstaltung lag darauf, der BIM-Thematik Raum für Information, Diskussion und Erfahrungsaustausch zu geben. Dieses Angebot wurde von den Vortragenden und Teilnehmern intensiv genutzt. Damit wurde ein wichtiger Beitrag für die Zukunft geleistet und der Grundstein für weitere Initiativen zum Thema BIM im Graz gelegt. So wird es in Kürze eine Ausschreibung für eine eigene Professur für „Building Information Modeling (BIM)“ an der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften geben.

Der Tagungsband zur Veranstaltung, kann über das Sekretariat des Instituts für Baubetrieb und Bauwirtschaft bezogen werden:

Email: sekretariat.bbwnoSpam@tugraz.at
Tel: 0316/873-6251 oder 0316/873-4251

 



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25. BBB-Assistententreffen 2014 „Jubiläumstreffen“

Das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft veranstaltete vom 25. bis zum 27. Juni 2014 das Jubiläumstreffen der deutschsprachigen BBB-AssistentInnen in Graz.

Das inzwischen traditionelle dreitägige Assistententreffen bot in diesem Jahr über 50 wissenschaftlichen Mitarbeitern, Promovenden und Jung-Akademikern aus insgesamt 14 Universitäten der deutschsprachigen Bauwirtschafts-, Baubetriebs- und Bauverfahrensinstituten den passenden Rahmen für einen wissenschaftlichen Austausch in Form von Fachvorträgen und interessanten Diskussionen.

Folgende Themengebiete wurden während der Vortragsreihen vorgestellt:

Darstellungsqualität von Hochbauzeichnungen
Prozesscontrolling mit BIM und RTLS und deren Potenziale für die Baulogistik
Die Bedeutung der Entscheidungsprozesse eines Bauherrn
Der Status der ökologisch nachhaltigen Unternehmensführung in der Bauwirtschaft
Die Integration von BIM in der Baubetriebslehre Präqualifikationssysteme in der Praxis
Einsatzmöglichkeiten intelligenter Technologien in der Bauindustrie
Wirtschaftlichkeit von Handelsimmobilien Bauleitung – Kooperation von Beginn an
BIM-Basiertes bauen mit RFID
Personalentwicklung im Bauwesen aus Mitarbeiter- und Unternehmensorientierter Perspektive
Differenziertes Projektrisikomanagement für Verkehrsinfrastrukturprojekte in frühen Projektphasen

Die Fachtagung wurde von einem vielfältigen fachlichen und kulturellen Programm begleitet. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Firma Porr für die aufschlussreiche Vorstellung und Besichtigung des Styria Media Towers in Graz sowie den Professoren Heck, Lechner, Mauerhofer und Hofstadler des BBB-Institutes für eine originelle Stadtführung durch die Kulturhauptstadt Graz.
Abgerundet wurde der kulturelle Eindruck der steirischen Region durch einen Besuch der Riegersburg. Für eine abwechslungsreiche Stimmung sorgten die eleganten Räumlichkeiten im Schloss Seggau, das unkonventionelle Ambiente des Rechbauerkinos als auch die spontan umgewandelte Baustelle des Styria Media Towers in einen Hörsaal.
Das kulinarische Rahmenprogramm umfasste unter anderem heimische Kost im Buschenschank in der Südsteiermark, gemütliches Spanferkel-Grillen im Garten der Alten Technik sowie Kostproben in der Zotter Schokoladenmanufaktur.

Unser Dank gilt den Sponsoren der Veranstaltung, die dieses Treffen ermöglicht haben. Zudem dürfen wir Sie auf den Tagungsband hinweisen, den Sie bei uns im Sekretariat käuflich erwerben können.


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Nachhaltiges Bauen [von Büroimmobilien] Handlungsempfehlungen zur Anwendung der Leistungsbilder der HOAI

Die Umsetzung Nachhaltigen Bauens ist im deutschsprachigen Raum aus dem Experimentierstadium herausgetreten: im Jahr 2012 lag der Anteil zertifizierter nachhaltiger Büroimmobilien bereits bei rund 25% der genehmigten Neubaufläche. Trotz der positiven Themenentwicklung besteht innerhalb der Branche ein Handlungs- und Abrechnungsdilemma für Planungsleistungen zum Nachhaltigen Bauen. Dies, obwohl rund 50% der Auftraggeber und Auftragnehmer die Planung einer Immobilie nach Nachhaltigkeitskriterien als eine „Besondere Leistung“ ansehen! Mit dieser Veröffentlichung steht der Branche ein auf vertraglicher Ebene durchformuliertes Leistungsbild für „nachhaltige Planung“ (LPH 1-9) auf Basis des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB-System) zur Verfügung. Erreicht wird dies durch eine Konkretisierung, Zuordnung und Querverweisung der nachhaltigkeitswirksamen Planungsleistungen zu und zwischen den Leistungsbildern und -phasen der HOAI 2013. Zur vollständigen Abbildung werden über die Grund- und Besonderen Leistungen hinaus auch „Weitere Besondere Leistungen“ beschrieben. Eine Anwendung dieser erweiterten Leistungsbilder im Rahmen einer Zertifizierung nach dem Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist aufgrund des gleichen Entwicklungsursprungs von DGNB- und BNBSystem in den derzeitigen Versionen auf Vertragsebene möglich.

Hier können sie das Fachbuch bestellen


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Institutsausflug 2014

Am 16. April machte sich das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft auf zu einer Baustellenbesichtigung der besonderen Art. Die erste Station war das Baulos KAT 3 des Koralmtunnels, dem späteren Westportal der Südbahnstrecke der ÖBB. Nach einem netten Empfang und einer ausführlichen Präsentation zum Bauvorhaben im Baustellenbüro der des Auftragnehmern, der PORR, ging´s mit Bauleiter Herrn Dipl.-Ing. Nussbaumer in den Tunnel.
Zuerst wurde die Baustelleneinrichtung Mitterpichling bei St. Andrä im Lavanttal und der ca. 50 m lange Tunnel der Nordröhre besichtigt. Die Nordröhre wird momentan im zyklischen Vortrieb vorangetrieben, es soll in weiterer Folge eine Tunnelvortriebsmaschine zum Einsatz kommen. Da in der Südröhre bereits ein bestehender Sondierungsstollen vorhanden ist, beschränken sich die Arbeiten auf den Strossen- und Sohlenaushub, jedoch muss die vorhandene Bodenplatte des Erkundungsstollens abgebrochen werden. Im Zuge der Besichtigung konnte eine zweite Herausforderung beobachtet werden, mit denen die Ingenieure vor Ort umgehen müssen, nämlich die große Menge des anfallenden Bergwassers. Nachdem auch der Zwischenangriff Mitterpichling besucht wurde, konnte das Ausmaß des Bauloses KAT 3 abgeschätzt werden. Das Baulos KAT 3 soll gemäß dem avisierten Bauzeitplan im Jahre 2016 (Südröhre) bzw. 2018 (Nordröhre) zum Baulos KAT 2 durchgeschlagen werden.


Nach einer kleinen Stärkung ging es zum Nachmittagsprogramm auf den Pyramidenkogel. Dieser höchste Holzturm Europas wurde 2014 durch die Holzbaufirma Rubner direkt an der Stelle des alten Turmes am Pyramidenkogel am Wörthersee errichtet. Der zuständige Bauleiter und Absolvent der TU Graz Dipl.-Ing. Günther Meinhardt von der Fa. Rubner hat uns das Bauwerk mit seiner komplexen Geometrie und herausragenden Holzkonstruktion näher gebracht. Die einzigartige schlanke Formgebung des Turms, welcher mit einer Höhe von rund 100 m (Antennenspitze) und einer höchsten begehbaren Plattform von rund 65 m kennzeichnet den Turm selbst, der bis in weite Ferne erkennbar ist und ein Wahrzeichen der Region darstellt. Eine Besonderheit des Turms ist seine Rutsche für die Besucher, welche von einer Höhe von rund 50 m hinabführt und für dementsprechende große Unterhaltung sorgt.


Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Firma PORR, insbesondere bei Hr. Dipl.-Ing Nussbaumer und Dipl.-Ing. Günther Meinhardt von der Firma Rubner für die ausgezeichnete fachtechnische und fachkundige Vorstellung der Bauwerke. Für alle Mitarbeiter des Instituts waren die Besichtigungen ein wunderschöner Ausflug und ein sehr interessanter Einblick in die Baupraxis!


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LV "Bauwirtschaftsübungen - PORR Business Game"

Am 10. April wurde der Hörsaal im Rahmen der Lehrveranstaltung "Bauwirtschaftsübungen - PORR Business Game" kurzerhand auf die Baustelle des Wohnparks Gösting verlegt. Die Studenten, deren Aufgabe es ist das Projekt praxisnahe zu kalkulieren und den Baubetrieb zu simulieren, wurden dabei sowohl von der ausführenden Firma PORR, als auch bauherrnseitig über das Gelände geführt. Der Umstand, dass die drei besten Teams der Lehrveranstaltung einen Preis von der Firma PORR erhalten, hat dabei die Studenten zusätzlich motiviert, was die Baustellenbesichtigung zu einer richtigen Fragestunde machte.

    


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Forum Holzbau trifft Bauwirtschaft – Kalkulation im Holzbau | 27.März 2014 | TU Graz

Das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft veranstaltete am 27. März 2014 das I. Forum Holzbau trifft Bauwirtschaft mit dem Schwerpunktthema „Kosten und Kalkulation im Holzbau“.

Diese erste Veranstaltung widmete sich speziell dem Thema der Kostenanalyse und Kalkulation im Holzbau. Es wurde die Kalkulation im Allgemeinen, aber auch in spezieller Anwendung im mehrgeschossigen Holzwohnbau von den Fachvortragenden erörtert. Aufgrund einer untersuchten Projektstudie eines mehrgeschossigen Holzmassivbaus und einer vergleichenden Betrachtung zum mineralischen Massivbau konnten erste Ergebnisse zu kalkulatorischen sowie immobilienwirtschaftlichen Aspekten herausgefiltert, einer neutralen Betrachtung unterzogen und dem Fachpublikum auch in Form eines umfangreichen Tagungsbandes dargelegt werden. Es war somit möglich Aussagen über die Vergleichbarkeit der Baukosten zu treffen. Ein weiterer Vortrag widmete sich der Gegenüberstellung der Kosten von Holz-Beton-Verbunddecken zu konventionellen Deckensystemen.

Der Erfolg dieser ersten Veranstaltung mit 75 Teilnehmern aus der Holzbaubranche aus Österreich, Deutschland und Italien gibt Anlass, sich auch weiterhin den bauwirtschaftlichen Themenfeldern des Holzbaus zu widmen. Der erhebliche Bedarf der Branche für derartige baubetriebliche Betrachtungen und vertiefte bauwirtschaftliche Untersuchungen wird in weiteren Abschlussarbeiten von Studierenden der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen und vertiefenden wissenschaftlichen Untersuchungen in Form von Dissertationen am Institut weiter Eingang finden.

 

Hierbei stehen vor allem folgende Themenbereiche im Fokus:

Baubetrieb im Holzbau
(Gerätetechnik, Bauablaufanalysen, Sicherheitstechnik)

Arbeitsvorbereitung und Logistik im Holzbau
(AV Optimierung, RFID)

Schlüsselfertigbau im Holzbau
(Qualitätsmanagement, Element-/ Modulbau, industrielles Bauen)

Kalkulation im Holzbau
(Standardisierte Ausschreibungen, Kalkulationsmodule)

Bauvertragswesen im Holzbau Kostenanalysen im Holzbau
(Kalkulations- und Kostenvergleiche, Bauzeit, immobilien- wirtschaftliche Betrachtung, Lebenszykluskostenbetrachtungen)

Erfassung von Aufwands- und Leistungswerten im Holzbau
(REFA-Analysen)

Planungsprozesse im Holzbau
(Aufwand, Kosten, Schnittstellen)

Auslandsbau im Holzbau
(Risikomanagement, Vertrieb)

 

Hier finden Sie das gesamte Leistungsportfolio in Zusammenhang mit Holzbau und bauwirtschaftlichen Themen.

Mit freundlicher Unterstützung von

       


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Schülerwettbewerb „Turmbau zu Graz“

Am 7. November fand bereits der sechste Berufs- und Informationstag Bau, die BIT-Bau `13, an der TU Graz statt. Dabei wurde heuer vermehrt der Fokus auf den Nachwuchs gelegt und ein Schülerwettbewerb „Turmbau zu Graz“ ausgelobt. Nach einem spannenden Aufbau kristallisierte sich die HTL-Ortwein als erfolgreichste teilnehmende Schule heraus und durfte gleich drei der von der Wirtschaft gesponserten Preise entgegennehmen.

Abseits der Wettkampfstätte hatten SchülerInnen und StudentenInnen die Gelegenheit Informationen über die Baustudien der TU Graz zu sammeln und sich bei den Ausstellern Praktikumsplätze zu bewerben und Jobs zu ergattern.


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Ankündigung: Erste Auflage des Buches "Produktivität im Baubetrieb" erscheint

In diesem Buch wird der Zusammenhang zwischen Produktivität und Aufwandswert beschrieben. Basierend auf praxisbezogenen empirischen Erhebungen wird gezeigt, dass sich Abweichungen von Grenzgrößen z. T. erheblich auf die Produktivität auswirken. Mittels mehrerer Interaktionsdiagramme wird dieser Zusammenhang grafisch veranschaulicht. Die dadurch gewonnenen neuen Ansätze für die Bestimmung der Produktivitätsgrenzen und -verluste können in der Baupraxis für die Kalkulation, Arbeitsvorbereitung, Bauausführung sowie für das Claimmanagement herangezogen werden. Damit wird eine fundierte Bewertung von Bauablaufstörungen und Produktivitätsverlusten ermöglicht.