Wie weiter?

© EnBeDe, TU Graz

Im Mai 2025 präsentierten Studierende der Fakultät für Architektur ihre Arbeiten beim BürgerInnendialog der Stadt Graz zur Entwicklung des Quartiers Leonhardstraße – Reiterweg. Entstanden im Masterstudio des Instituts für Entwerfen im Bestand und Denkmalpflege, machten sie das enorme Entwicklungspotenzial des heterogenen Stadtgebiets sichtbar und boten eine gemeinsame Diskussionsgrundlage. Titelgebend für die von Annika Höller und Svenja-Rebecca Hollstein kuratierte Ausstellung war die einfache, aber doch weitreichende Frage: „Wie weiter?“

Sie stellt sich vor allem dort, wo versucht wird, bestehende Strukturen einer innerstädtischen Nachverdichtung zuzuführen: St. Leonhard bietet abseits der Altstadt in Graz keine klaren Anknüpfungspunkte. Immer wieder treten größere Maßstabssprünge auf, kleine Biedermeierhäuschen stehen neben groß dimensionierten Gründerzeitbauten. Unterschiedliche städtebauliche Charaktere treffen aufeinander. Hochhäuser reihen sich an Einfamilienhäuser, größere städtische Komplexe, wie die Kunstuniversität Graz, grenzen an eine ehemals vorstädtische Bebauung und dichte Blockrandstrukturen stehen in Kontrast zu locker verteilten Punktbauten. Dieser Ausgangslage näherten sich die Arbeiten mittels folgender Fragestellungen: Welche historischen Entwicklungen führten zu diesem heterogenen Stadtbild? Welche architektonischen Strategien ermöglichen ein harmonisches Einfügen in die vorhandene Struktur? Können minimalinvasive Ansätze die einzelnen Charaktere in einem baulichen Ensemble weiter stärken, anstelle die bestehenden Brüche mit großem Aufwand zu kaschieren? Und schließlich: Wie können solche Konzepte unter realen Eigentumsverhältnissen in der Baupraxis umgesetzt werden?

Mit Beiträgen von: Michael Dengg, Huriye Dere, Fabio Egger, Fabian Fabry, Marius Frink, Maximilian Hackl, Lisa Held, Michael Leitgeb, Maria Lesjak, Matthias Manfred Lindtner, Lukas Monsberger, Oliver Oberngruber, Manuel Rammerstorfer, Susanne Redl, Sebastian Schmidt, Lukas Schneider, Theresa Schürrer, Martha Schwaiger.

Svenja-Rebecca Hollstein