Tischgespräche – „Strategien für Leerstand und öffentlichen Raum im demografischen Wandel“

© GAM.Lab, TU Graz

Mit der Symposiumsreihe „Tischgespräche“ stärken die Institute für Städtebau und Wohnbau eine produktive Austauschplattform zwischen Universität, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen. Das experimentelle Dialogformat schuf auch mit der dritten Ausgabe einen wichtigen Ort des gemeinsamen Nachdenkens über die Herausforderungen des demografischen Wandels. Heuer standen die politischen und sozialen Rahmenbedingungen alternder Bevölkerungsstrukturen sowie der Umgang mit Leerstand, Pflege und öffentlichem Raum im Mittelpunkt. Leerstand könne nicht als architektonisches Problem allein gesehen werden, sondern nur eng verbunden mit ökonomischen oder institutionellen Faktoren. Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess übernehmen die Gemeinden als VermittlerInnen zwischen EigentümerInnen, Land, Kirche und lokalen Initiativen. Kleine, schrittweise Transformationen, eine flexible Gebäudenutzung, das Bereitstellen niederschwelliger Förderinstrumente und neue Steuerungsmodelle privater Eigentumsverhältnisse sind notwendig, damit Einrichtungen für Pflege, Betreuung und gemeinschaftsorientiertes Wohnen integraler Bestandteil lebendiger Ortskerne bleiben und nicht an die Ränder verdrängt werden.

Karina Brünner