GAD Awards 2025

GAM.Lab, TU Graz

Hanna Maria Gletthofer, Pia Pollak, Fabian Steinberger, Marius Birnbreier und Christian Keuschnig sind die PreisträgerInnen der GAD Awards 2025. Die prämierten Projekte setzen sich mit Themen auseinander, die von der minimalinvasiven Transformation bestehender Bauten bis hin zu innovativen, nachhaltigen Baukonzepten reichen.

In Einklang mit dem akademischen Prinzip, dass man nur das prüfen kann, worin man selbst bereits geprüft wurde, bildeten in diesem Jahr ehemalige PreisträgerInnen der Grazer Architektur Diplompreise die Jury. Über die Juryentscheidungen hinaus bereicherten Johannes Paar (Mair-Paar, Wien), Evelyn Temmel (BELT, Wien) und Thomas Untersweg (BUERO41A, St. Margarethen an der Raab) die Preisverleihung durch inspirierende Kurzvorträge: Sie teilten ihre individuellen Wege in die Selbstständigkeit und veranschaulichten Schwerpunkte aus der Praxis. Allen Nominierten im Publikum boten sie damit einen wertvollen Ausblick in mögliche Zukünfte nach dem Abschluss des Architekturstudiums. Das Konzept für die Ausstellung der nominierten Arbeiten und die Preisverleihung entwickelte das Institut für Entwerfen im Bestand und Denkmalpflege. Die Organisation übernahmen Christina Aschauer und Michael Hafner, Institutsleiter Matthias Castorph moderierte den Abend zusammen mit Svenja-Rebecca Hollstein.

Hauptpreis

Der Hauptpreis der GAD Awards, gestiftet von der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau, ging an Hanna Maria Gletthofer für ihr Projekt „Intervening at the Small Scale: The Preservation and Transformation of a Former Rectory“. Die von Eva Sollgruber am Institut für Gebäudelehre betreute Arbeit überzeugte die Jury mit ihrer Sensibilität für den Bestand, präzise gesetzten Eingriffen und einer übertragbaren Methodik, die die Transformation eines einzelnen Hauses als Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums versteht.

© Hanna Maria Gletthofer

Reisepreis

Für ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Leonce und Lena, und ein Haus. Ein transdisziplinärer Versuch“ wurde Pia Pollak der von Werner Hollomey geförderte Reisepreis überreicht. Die Jury würdigte die erzählerische Herangehensweise und den Mut, experimentelle Strategien aus Georg Büchners Theaterstück in den architektonischen Entwurfsprozess einzubringen.

© Pia Pollak

Wohnbaupreis

Fabian Steinberger erhielt den von Hansjörg Tschom gestifteten Wohnbaupreis für sein Projekt „Ein durchschnittliches Haus“. Es untersucht mit feinem Humor und analytischer Präzision den Begriff des Durchschnitts im Wohnbau, macht ihn zum Ausgangsmaterial für den architektonischen Entwurf und zeigt, wie Architektur auch aus statistischen Daten heraus poetisch werden kann. Pollaks und Steinbergers Arbeiten wurden von Alex Lehnerer am Institut für Raumgestaltung betreut.

© Fabian Steinberger

Nachhaltigkeitspreis

Der Nachhaltigkeitspreis der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten wurde an Marius Birnbreier für seine Diplomarbeit „Zwischen Garantie und Autarkie. Selbstverantwortungsräume als Beitrag zur territorialen Gerechtigkeit in peripherisierten Gemeinden“ verliehen. Von Eva Schwab am Institut für Städtebau betreut, besticht Birnbreiers Ansatz durch kluge architektonische Impulse, aus denen nachhaltige Strukturen hervorgehen, die Leerstand vorbeugen und somit Rückbau sowie Neuentwicklung überflüssig machen.

© Marius Birnbreier

Design- und Handwerkspreis

Über den Design- und Handwerkspreis, einen Berberteppich von Gebhart Blazek (berber.carpets), freuten sich Christian Keuschnig und sein Betreuer Tom Kaden am Institut für Architekturtechnologie – Architektur und Holzbau. „Kreislauffähige Holzskelettmodule. Umnutzbares, reparaturfähiges und wiederverwendbares Modulsystem für den Hochhausbereich“ verbindet handwerkliche Intelligenz mit industrieller Innovation und leistet einen zukunftsweisenden Beitrag zu einer ressourcenschonenden Baukultur.

© Christian Keuschnig

Im Anschluss an die Verleihung, die am 16. Oktober 2025 in der Alten Technik stattfand, feierten die nominierten AbsolventInnen mit KommilitonInnen, NetzwerkpartnerInnen und VertreterInnen von Architekturbüros ihren erfolgreichen Abschluss des Architekturstudiums an der TU Graz. Am 13. November 2025 präsentierten die PreisträgerInnen ihre prämierten Forschungsarbeiten bei Vorträgen im Grazer Haus der Architektur einer breiteren Öffentlichkeit.

Svenja-Rebecca Hollstein

Alle nominierten Diplomprojekte sind hier digital zugänglich.

Mit freundlicher Unterstützung von