Es ist zwar bekannt, dass die Bauwirtschaft durch ihre baubetrieblichen Besonderheiten Risiken zu berücksichtigen hat, die in keinem anderen Industriezweig in so eigentümlicher Weise Eingang auf den Erfolg nehmen. Dennoch wird dem Risikomanagement nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Darüber hinaus sind es aber auch Risiken infolge wachsender Mechanisierung, Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, verschärfter Haftungsgesetzgebung und knapper Kalkulationen. Aggressive Wettbewerbssituation und Zeiten schwacher Konjunktur überlagern sich mit der Komplexität von Bauprojekten zu einem stets unübersichtlicher werdenden Risikoszenario.
Begriffe wie Einzelfertigung, mobile Fertigungsstätten, Witterungs- und Saisonabhängigkeit aber vor allem der Umstand, dass es sich im Bauwesen nach wie vor um eine personalintensive Auftragsfertigung handelt, bergen gerade jene Risiken, die bei unvorhergesehenen oder unvorhersehbaren Ereignissen - selbst bei optimalem Einsatz der Ressourcen und perfekter Ablaufplanung - ein vermeintlich „gutes Geschäft“ in einen Misserfolg verwandeln. So gehört der richtige Umgang mit Risiken genauso wie das Entwickeln von Abwehrstrategien zum Einmaleins des Baumanagers.
Die Art der Vertragsbeziehungen, unterschiedliche Versicherungsformen, Projektorganisation, Kostenmanagement bedingen je nachdem ob es sich um öffentliche oder private Auftraggeber handelt unterschiedliche Ausprägungen von Risiken, die mit jeweils entsprechenden Lösungsansätzen behandelt werden müssen.
Häufig werden in Bauverträgen umfangreiche besondere Vertragsbestimmungen deshalb vereinbart, weil die Kontrollen der vielfältigen Einflussfaktoren auf das Endprodukt „Bauwerk“ die komplexen Herstellungsrisiken nicht zuverlässig ausschalten.
Diese Konferenz soll dazu beitragen, das aktuelle Wissen zu diesen Themen zu kommunizieren, das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Risikomanagement zu fördern und auch Lösungen für den Umgang mit Unwägbarkeiten zu erarbeiten.