Simone Schütz

 Die ‚Herrenmühle‘ an der Großen Mühl ist der Ausgangspunkt dieser Arbeit. Es handelt sich um ein markantes Mehrparteienhaus in der Marktgemeinde Haslach im Oberen Mühlviertel. Das 1379 erstmals erwähnte Gebäude wurde im 19. Jahrhundert in ein Wohnhaus für Fabrikarbeiter umgebaut und steht derzeit leer (vgl. Uhl, 1992). Zunächst liegt der Fokus auf der Analyse der Geschichte des Ortes und des Projektgebiets. Die Herrenmühle wird im erweiterten Kontext des Oberen Mühlviertels und des Großen Mühltals betrachtet. Der Prozess der Industrialisierung des Mühlviertels und der darauffolgende strukturelle Wandel der Region sind entlang des Flusslaufes, der Großen Mühl, deutlich ablesbar. Im Zuge der Analyse des Projektgebiets werden die typischen ‚Probleme‘ des ländlichen Raums (Abwanderung, Schrumpfung, Demographie und Pendler) ortspezifisch erörtert. An diesem Punkt angekommen stellt sich die Frage: Was ist das ‚Land‘ heute? Was versteht man unter dem Begriff ‚ländlicher Raum‘ und was sind die Strategien und Tendenzen für die Zukunft. Im Entwurfsteil der Arbeit wird ein Nutzungs- bzw. Wohnkonzept für die Herrenmühle entwickelt, welches die bestehende Struktur neu interpretiert und durch bewusste Überlagerungen die Herrenmühle wieder bewohnbar und nutzbar macht. Durch das Hinzufügen einer neuen Schicht, wird der Bestand weiterentwickelt und neue Perspektiven erarbeitet.

Die Masterarbeit her'mühl Wohn- und Herbergskonzept für die Herrenmühle wurde von Andreas Lichtblau (Institut für Wohnbau) betreut.