Herbert Eichholzer (1903–1943)

Herbert Eichholzer wurde am 31. Jänner 1903 in Graz geboren. Er begann im Herbst 1922 ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Graz, das er im Juli 1928 abschloss. Durch seine Beteiligungen an Architekturwettbewerben erhielt er bereits 1927 seinen ersten öffentlichen Auftrag. 1929 verbrachte er mehrere Monate in Paris, wo er bei Le Corbusier als Praktikant arbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Graz war er als selbstständiger Architekt tätig. Das eigene Büro betrieb er zunächst mit Rudolf Nowotny und von 1933 bis 1936 mit Viktor Badl. 1936 entwickelte sich daraus eine Bürogemeinschaft, in der auch Fritz Hodnik und Anna Lülja Simidowa (Praun), die auch Eichholzers Lebensgefährtin war, mitwirkten.

Von 1932 bis 1939 arbeitete Eichholzer mit der Frankfurter Planungsgruppe rund um den Baumeister Ernst May in Moskau. Politisch trat er offen gegen den Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland auf und floh im März 1938 gemeinsam mit Axl Leskoschek über Triest in die Schweiz und nach Paris. Danach war Eichholzer von 1939 bis Anfang 1940 in Istanbul und Ankara Mitarbeiter von Clemens Holzmeister und baute mit Margarete Schütte-Lihotzky eine Auslandsgruppe der KPÖ rund um Johann Koplenig auf, die auch in Kontakt mit dem ehemaligen Grazer Rektor und Sozialminister Josef Dobretsberger stand.

Im April 1940 kam Eichholzer wieder nach Graz zurück, um den kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime mitaufzubauen. Er wurde im Jänner 1941 verhaftet und am 9. September 1942 zum Tod verurteilt. Nach der Ablehnung eines Gnadengesuches wurde er am 7. Jänner 1943 in Wien hingerichtet. Er wurde im Familiengrab am Grazer St. Leonhard-Friedhof beigesetzt.

In Graz wird alle zwei Jahre der Herbert Eichholzer-Architekturförderungspreis verliehen. 2024 wurde in Gedenken an ihn und sein Schicksal als Widerstandskämpfer ein „Stolperstein“ in Graz verlegt.

Personen_Herbert Eichholzer

Sammlung
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Die Sammlung geht auf Teile der Sammlung von Dietrich Ecker des ASt und eine Schenkung von Antje Senarclens de Grancy zurück. Sie umfasst Pläne zu Projekten und Fotosammlungen von Reisen. Außerdem Unterlagen zur Dissertation von Dietrich Ecker mit Fotos, persönlichen Dokumente, Korrespondenzen, Projektrecherchen und Probedrucken von dessen Dissertation. Weitere Pläne befinden sich in der Sammlung Fritz Hodnik des ASt.