Sommerliche Überwärmung in Bildungseinrichtungen

Häufigere und intensivere Hitzeperioden stellen Schulen und andere Bildungseinrichtungen zunehmend vor große Herausforderungen. Hohe Raumtemperaturen beeinträchtigen nicht nur den thermischen Komfort, sondern können auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehr- und Betreuungspersonals negativ beeinflussen.

Das Forschungsprojekt „Sommerliche Überwärmung in Bildungseinrichtungen“ untersucht, wie sommerliche Überwärmung in bestehenden Bildungsgebäuden durch eine optimierte Nutzung vorhandener Lüftungs- und Verschattungseinrichtungen reduziert werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei bewusst Maßnahmen, die ohne umfangreiche bauliche Eingriffe umgesetzt werden können.

Erhebung des aktuellen Nutzerverhaltens

In einem ersten Schritt wird eine österreichweite Umfrage an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen durchgeführt. Erhoben werden insbesondere:

  • das Auftreten und die Wahrnehmung sommerlicher Überwärmung,

  • die vorhandenen Möglichkeiten zur natürlichen Lüftung,

  • die derzeit praktizierten Lüftungsstrategien,

  • Art und Nutzung vorhandener Verschattungseinrichtungen,

  • organisatorische und bauliche Rahmenbedingungen sowie

  • bestehende Hemmnisse bei der Vermeidung hoher Raumtemperaturen.

Auf Grundlage der Umfrageergebnisse soll dargestellt werden, wie Klassen- und Unterrichtsräume derzeit gelüftet und beschattet werden und in welchen Bereichen Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Bauphysikalische Analyse und Optimierungspotenzial

Ergänzend zur Befragung werden ausgewählte Nutzungssituationen bauphysikalisch analysiert. Dabei wird untersucht, welches Potenzial ein theoretisch optimiertes Lüftungs- und Verschattungsverhalten bietet.

Verglichen werden beispielsweise:

  • die tatsächliche Entwicklung der Raumtemperatur,

  • die Temperaturentwicklung bei unverändertem Nutzerverhalten sowie

  • die rechnerisch mögliche Raumtemperatur bei einer optimierten Bedienung von Fenstern und Verschattungseinrichtungen.

Damit soll quantifiziert werden, in welchem Umfang sommerliche Überwärmung bereits durch angepasste und rechtzeitig gesetzte Maßnahmen reduziert werden kann. Gleichzeitig können jene Situationen identifiziert werden, in denen nutzerbezogene Maßnahmen nicht ausreichen und zusätzliche bauliche oder technische Verbesserungen erforderlich sind.

Nachhaltige Veränderung des Nutzerverhaltens

Reine Informations- und Aufklärungsmaßnahmen führen erfahrungsgemäß häufig nur kurzfristig zu verändertem Verhalten. Ein weiterer Schwerpunkt des Forschungsprojektes liegt daher auf der dauerhaften Integration des richtigen Lüftens und Beschattens in den Schulalltag.

Dazu wird ein spielerisches und motivationsorientiertes Konzept entwickelt und untersucht. Eine Smartphone-App ist mit einem Temperatursensor im jeweiligen Klassenraum verbunden. Abhängig von den aktuellen Innen- und Außenbedingungen gibt die Anwendung konkrete Empfehlungen zum richtigen Lüften und Beschatten. Anschließend erhalten die Nutzerinnen und Nutzer eine Rückmeldung über die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen.

Elemente der Gamification binden die Schülerinnen und Schüler aktiv ein. Dazu gehören:

  • das Sammeln von Punkten für erfolgreich umgesetzte Maßnahmen,

  • das Erreichen unterschiedlicher Levels,

  • gemeinsame Klassenziele,

  • schulinterne Vergleiche und Bestenlisten sowie

  • die Darstellung der durch richtiges Verhalten vermiedenen Temperaturerhöhung.

Bauphysikalische Berechnungen und Prognosen ergänzen die Rückmeldungen der App. Dadurch wird anschaulich dargestellt, wie sich die aktuelle Raumtemperatur im Vergleich zu einer Situation ohne angepasstes Lüftungs- und Verschattungsverhalten entwickelt.

Ziel des Forschungsprojektes

Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten, einfach anwendbaren und kosteneffizienten Ansatzes zur Reduktion sommerlicher Überwärmung in bestehenden Bildungseinrichtungen. Die Kombination aus österreichweiter Bestandsaufnahme, bauphysikalischer Bewertung und spielerischer Nutzeraktivierung soll eine rasch umsetzbare und auf unterschiedliche Schulen übertragbare Lösung ermöglichen.

Teilnahme an der Umfrage

Schulen, Bildungseinrichtungen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie weitere interessierte Personen sind herzlich eingeladen, sich am Forschungsprojekt zu beteiligen und ihre Erfahrungen einzubringen.

Der Link zur Teilnahme an der Umfrage wird in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.

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