Ferdinand Schuster (1920–1972)

Ferdinand Schuster wurde am 21. September 1920 in Schönbach bei Eger in der Tschechoslowakei geboren. Die Familie übersiedelte 1929 nach Graz. Ab Oktober 1938 studierte er an den Technischen Hochschulen in Graz sowie in Prag Architektur. 1947 legte Ferdinand Schuster die Meisterprüfung im Geigenbau ab, danach setzte er sein Architekturstudium in Graz bei Karl Hoffmann und Fritz Zotter fort. Die Zweite Staatsprüfung legte er am 28. November 1949 in Graz ab, danach arbeitete er ab Dezember 1949 bei der Gemeinnützigen Mürz-Ybbs Siedlungsanlagen-GmbH in Kapfenberg und wurde im Dezember 1951 Abteilungsleiter der Planungsabteilung der Böhlerwerke Kapfenberg. Diese Stelle bekleidete er bis Jahresende 1952 und eröffnete mit 1. Jänner 1953 sein eigenes Büro in Kapfenberg. Bereits zuvor, am 26. Juli 1952, war Schuster mit seiner Dissertation „Die Arbeiterstadt – Grundlagen für die Ortsplanung von Kapfenberg“ an der Technischen Hochschule Graz zum Dr. techn. promoviert worden.

1954 erwarb Ferdinand Schuster seine Zivilingenieurbefugnis und plante in der Folge vor allem für obersteirische Gemeinden und Pfarren. Von 1960 bis 1963 übte er zusätzlich die Funktion eines Gemeinderates (SPÖ) der Stadt Kapfenberg aus. Insbesondere seine Kirchenbauten stellen einen wichtigen Beitrag zur Steirischen Moderne der 1950er, 1960er und 1970er Jahre dar. Ferdinand Schuster war seit 1961 Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer für Steiermark und Kärnten. Am 30. Juli 1964 wurde Ferdinand Schuster in Nachfolge Friedrich Zotters zum Professor für Baukunst und Entwerfen an der Technischen Hochschule Graz ernannt, wo er bis 1972 tätig war. Er stand der Architekturfakultät in den Jahren 1969 bis 1971 auch als Dekan vor. Als Architekturtheoretiker verfasste er zahlreiche Aufsätze.

Ferdinand Schuster setzte seinem Leben am 11. Juli 1972 im Hochschwabgebiet ein Ende. Er erhielt posthum 1974 den Kulturpreis der Kapfenberger Kulturtage, im selben Jahr fanden in Kapfenberg sowie im Rahmen des Steirischen Herbstes in der Neuen Galerie Graz Gedenkausstellungen statt. 2020 fand an der TU Graz ein Symposium zu seinem 100sten Geburtstag statt. 2022 fand in Graz, Kapfenberg und Wien eine umfassende Retrospektive statt.

Personen_Ferdinand Schuster

Sammlung
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Übernahme vom Haus der Architektur in der Engelgase 5 (Ute Aneringer) 2008. Die Sammlung besteht aus Unterlagen, Dokumenten, Korrespondenzen sowie ca. 2000 Plänen zu Projekten und Fotos.