Voladigital – Kompetenzen für eine volatile, digitale Geschäftswelt

Ausgangssituation

Relevante Herausforderungen wie Volatilität und Unsicherheit nehmen im heutigen Geschäftsumfeld, vor allem bei Klein- und Mittelbetrieben (KMUs), stetig zu.  Seit einigen Jahren stellt die Digitalisierung einen der vielversprechendsten Wegbereiter zur Produktivitätssteigerung in der Fertigungsindustrie dar. Durch den digitalen Wandel ergeben sich neue Anforderungen an Kompetenzen der Mitarbeiter. Um das Potential der Digitalisierung über die Produktivitätssteigerung hinaus zu nutzen, bietet das Konzept der Agiltät eine Möglichkeit, sich proaktiv auf Unsicherheiten einzustellen und schnell auf Veränderungen zu reagieren können, um die wirtschaftliche Situation durch die Nutzung der gesamten Wertschöpfungskette zu optimieren. Vor allem KMUs haben Probleme die Potentiale der Digitalisierung, besonders auf Grund des diesbezüglich mangelnden ausgebildeten Personals, zu nutzen. Derzeit gibt es wenige praktische Trainings bezüglich Digitalisierung und Agilität. Sowohl Lernfabriken als auch Makerspaces bieten effektive hands-on Lernumgebungen.

Ziele

Ziel des Projektes ist es, (1) aufzuzeigen, welche Herausforderungen KMUs in der heutigen digitalen, volatilen Zeit haben; (2) zu ermitteln, welche Kompetenzen von den Arbeitskräften gefordert werden; (3) zu evaluieren, wie diese Kompetenzen vermittelt werden können sowie (4) Trainings zur Nutzung digitaler Technologien und Digitalisierungsimplementierungsprojekten zu konzipieren und zu testen.

Vorgehen

Im ersten Schritt des Forschungsprojektes, der Analysephase, werden auf Basis des Wissens von zuvor durchgeführten Projekten zum Thema Kompetenzen und Digitalisierung sowie auf einer qualitativen Vorstudie Herausforderungen und Kompetenzanforderungen in Hinsicht auf Digitalisierung erhoben. Bei der Vorstudie werden Experten von acht steirischen KMUs der Fertigungsindustrie interviewt. Aufbauend darauf wird ein Fragebogen erstellt wobei Kompetenzanforderungen und Herausforderungen abgefragt werden. Diese werden mit Hilfe von deskriptiven statistischen Methoden ausgewertet. In der Lösungsentwicklungsphase wird evaluiert, wie diese Kompetenzen vermittelt werden können. Es werden theoretische Trainingsinhalte erstellt, welche auf einer intelligenten E-Learning-Plattform bereitgestellt werden. Diese Inhalte sollen in Zukunft allen steirischen KMUs kostenfrei zur Verfügung stehen. Bei den Theorieinhalten wird vermittelt, wie Digitalisierung sinnvoll eingesetzt und umgesetzt werden kann. Zudem werden Kenntnisse über digitale Technologien und weitere Kompetenzen, abhängig von der Umfrage, ermittelt. Basierend auf den individuellen Anforderungen kann das intelligente Lernsystem Module mit Lehrinhalten sowie Quizze personifiziert anpassen. Im praktischen Teil des Trainingskonzeptes werden theoretisch gelernte Inhalte in der LEAD Factory, einer Lernfabrik, und dem Schumpeter im Labor für Innovation umgesetzt. Die beiden Infrastrukturen werden eingesetzt, um das Spektrum von der Produktentwicklung (Schumpeter Labor für Innovation) bis hin zur (Serien-) Produktion (LEAD Factory) abzudecken. Im Schumpeter Labor für Innovation werden digitale Anwendungen in dem Produktentstehungsprozess eingesetzt und analysiert, sowie darauf eingegangen, welche Auswirkungen die Produktgestaltung auf die spätere Produktion hinsichtlich Agilität etc. hat. Die LEAD Factory ist eine Lernfabrik, bei den Digitalisierungslösungen (beispielsweise Augmented Reality Anwendungen, Machine Learning, Shop Floor Management Boards, RFID Anwendungen und viele weitere) umgesetzt werden können und Trainingsteilnehmer unmittelbar den Einfluss dieser Anwendungen erleben und mit Kennzahlen visualisieren. Teilnehmer können somit Digitalisierungspotentiale identifizieren, evaluieren sowie eigene Ideen in einer geschützten Umgebung umsetzen. Die Datenintegration soll von der Innovation bis zur Produktion gewährleistet werden. Begleitet wird das Trainingskonzept außerdem von immersive Learning Elementen. In einem weiteren Schritt (nach dem Projekt) soll das Training zur Anwendung gebracht werden und steirische KMUs der Fertigungsindustrie geschult werden.

Projektzeitraum: Mai 2020- April 2022

Kontakt
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Maria Hulla
Universitätsassistentin 

Institut für Innovation und Industrie Management
Kopernikusgasse 24/II
8010 Graz
Österreich+43 316 873 7095

Finanziert durch
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Projektpartner
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