EnableMe 50+

Ausgangssituation

Die Industrie sieht sich aktuell vielen Herausforderungen gegenüber, wie zum Beispiel einer stetigen Zunahme der Komplexität im Arbeitsumfeld durch kundenindividuelle Produktion und Variantenreichtum, steigendem Technologieeinsatz im Arbeitsalltag unter dem Decknamen Industrie 4.0 oder einer radikalen Verkürzung von Produktlebenszyklen und den damit verbundenen Herausforderungen für manuelle Arbeitsplätze. Zur selben Zeit durchläuft auch das Arbeitskräftepotential kurz- und mittelfristig eine starke Veränderung. Einer der großen Veränderungstreiber des Arbeitskräftepotentials ist der demographische Wandel.
Durch die Verschiebung des mittleren Alters der erwerbsfähigen Personen müssen sich Unternehmen in Zukunft vermehrt mit den besonderen Bedürfnissen und Herausforderungen älterer Mitarbeiter auseinandersetzen. Derzeit wird dies nur in wenigen Betrieben durchgängig praktiziert und ältere Mitarbeiter, welche eigentlich über die Jahre einen wertvollen Erfahrungsschatz für das Unternehmen aufgebaut haben, werden an andere Arbeitsplätze versetzt oder müssen das Unternehmen frühzeitig Verlassen. Die erhöhten Anforderungen Älterer in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Technologieakzeptanz, Arbeitszeitanforderungen, Arbeitssystemgestaltung und dergleichen werden nur oberflächlich behandelt. Dies führt dazu, dass altersabhängig Arbeitsunfähigkeitstage um bis zum 5-Fachen zunehmen, was zu erheblichen Kosten für die österreichische Volkswirtschaft und betroffene Unternehmen führt.

Ziele und Ergebnisse

EnableMe 50+ hat die Entwicklung eines generischen Konzepts zur Befähigung von älteren Mitarbeitern unter der Berücksichtigung der Dimensionen Technologie, Organisation und Mensch zum Ziel. Dazu wurde die Entwicklung eines strukturierten Vorgehens zur Identifikation von alterskritischen Arbeitsplätzen in Unternehmen und deren Adaptierung durch körperliche Unterstützung z.B. mit Assistenzsystemen, zur Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen angestrebt.

Schlüsselergebnisse von EnableMe 50+ bestehen aus den folgenden Punkten:

1. Analysemethodik für die Alter(n)sgerechtheit von Arbeitsplätzen und Arbeitssystemen basierend auf einer altersgerechten ergonomischen Arbeitsplatzbewertung

2. Lösungskatalog mit konkreten Methoden zur Unterstützung älterer MitarbeiterInnen in den drei Dimensionen Technologie – Organisation – Mensch

3. Handlungsrahmen und Vorgehensmodell zur Identifikation einer passenden Lösung für die alter(n)sgerechte Umgestaltung von Arbeitssystemen sowie zur Bewertung deren Nutzen für MitarbeiterInnen

Basierend auf diesen Teillösungen konnte im Projekt die Basis für eine zielgerichtete und nachhaltige Implementierung von Maßnahmen für altersgerechte Arbeitsplätze in Industrie und Handel geschaffen werden

Projektlaufzeit: 
01.07.2017 - 30.06.2020
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Veröffentlichungen

Wolf M., Siedl, S. (2020): Exoskelette zur altersgerechtes Gestaltung von physischen Belastungen in Industrie und Handel. WINGBusiness 2/2020 (In Press)
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Wolf M.(2020): Counteracting demographic challenges in industrial blue collar work – Development of a structured approach for the identification of age-critical workplaces and their adaption by physical assistance, Dissertation Technische Universität Graz (In Press).
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Wolf M., Herstätter P., Ramsauer C. (2019): Using the IIM LEAD factory to identify countermeasures for demographic challenges. Procedia Manufacturing Volume 31,2019, Pages 123-128. doi.org/10.1016/j.promfg.2019.03.026
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Wolf M., Ramsauer C. (2019): Towards an Age-Differentiated Assessment of Physical Work Strain. In:Bagnara S., Tartaglia R., Albolino S., Alexander T., Fujita Y. (eds) Proceedings of the 20th Congress of the International Ergonomics Association (IEA 2018). IEA 2018. Advances in Intelligent Systems and Computing, vol 826. Springer Cham, Pages 189-205. doi.org/10.1007/978-3-319-96065-4_22
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Wolf M., Kleindienst M., Ramsauer C. (2018): “Future industrial challenges – the demographic change and measures for elderly workers in Industry 4.0”.        Annals of Faculty Engineering Hunedoara – International Journal of Engineering, 16(1), Pages 67-76. annals.fih.upt.ro/pdf-full/2018/ANNALS-2018-1-09.pdf
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Kleindienst, M., Wolf, M., Ramsauer, C., & Pammer-Schindler, V. (2016): „Industry 4.0: What Workers Need and What ICT Can Give – An Analysis”.        Proceedings of the 16th International Conference on Knowledge Technologies and Data-driven Business (I-KNOW 2016), Messe Kongress Graz  

Kontakt
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Matthias Wolf
Projektassistent

Institut für Innovation und Industrie Management
Kopernikusgasse 24/II
8010 Graz
Österreich+43 316 873 7796

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