Angelika Krainer

Die Entwicklung des österreichischen Schulsystems ist ein politisch und gesellschaftlich hoch aktuelles Thema. Die Richtung ist bereits definiert: Ganztagsschule, verschränkter Unterricht und offenes Lernen werden als Grundelemente diskutiert, die mehr Chancengleichheit und bessere Leistungen im internationalen Bildungswettbewerb ermöglichen sollen. Gerade die verschränkte Ganztagsschule kann aber nur gelebt werden, wenn die Schularchitektur einen bedürfnisorientierten Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum ermöglichen kann. In dieser Masterarbeit werden die räumlichen Anforderungen und Potenziale einer Ganztagschule mit verschränkten Lern- und Freizeitphasen untersucht und die Erkenntnisse in einem praxisnahen Architekturentwurf umgesetzt. Ausgehend von der Betrachtung einer beispielhaften verschränkten Ganztagsschule, dem Forschungsfeld Projektschule Graz, durch eine Raum-Zeit-Analyse und Interviews mit den handelnden ExpertInnen wird ein räumliches Anforderungsprofil entwickelt und mögliche Potenziale werden definiert. Die Erkenntnisse werden im architektonischen Entwurf einer verschränkten Ganztagsschule umgesetzt, der ausgehend vom Realisierungswettbewerb „Volksschule Schwefel“ entwickelt wird. Inhalt des Wettbewerbs ist die Erlangung von Vorentwürfen zur Neuplanung der Volksschule Schwefel in Hohenems für ca. 300 Schüler. Die Intention der Gemeinde ist es, eine Schule zu realisieren, die verschränkten Unterricht, Ganztagsschule und offene Lernformen ermöglicht. 

Die Masterarbeit Volksschule Schwefel. Verschränkte Ganztagsschule, räumliche Anforderungen und Potenziale wurde von Franziska Hederer (Institut für Raumgestaltung) betreut.