ENERGY FOR FUTURE – Wege zur Klimaneutralität

Der aktuelle Klimabericht der Weltwetterorganisation (WMO) weist für die Jahre von 2015 bis 2019 nach vorläufigen Berechnungen die heißeste Fünfjahresperiode seit Beginn der Messungen vor rund 150 Jahren aus. Die durchschnittliche Temperatur habe in diesem Zeitraum bereits um 1,1 Grad über jener der vorindustriellen Zeit gelegen. Die durch den fortschreitenden Klimawandel verursachten Auswirkungen (Gletscherschwund, Anstieg des Meeresspiegels, Umweltkatastrophen uvm.) werden dabei immer unmittelbarer für die Menschen spürbar. Eine vor allem von der jungen Generation initiierte und getragene weltweite Bewegung fordert entsprechende Maßnahmen ein, was durch zahlreiche Kundgebungen und Aktionen weltweit zum Ausdruck gebracht wird. Der gesamte Energiebereich spielt dabei eine zentrale Rolle.

Auf weltweiter Ebene wird das Thema Energie und Klimaschutz neben vielen weiteren bedeutenden Zielsetzungen im Rahmen der „Sustainable Development Goals“ der United Nations thematisiert. Basierend auf der Klimakonferenz in Paris vom Dezember 2015 – bei der sich bisher 195 Staaten auf ein Klimaabkommen geeinigt haben – finden im Rahmen der nächsten Klimakonferenz im Dezember 2019 in Madrid weitere Beratungen statt. Es gilt, die globale post-industrielle Erwärmung langfristig auf zwei Grad oder weniger zu begrenzen und die Wirtschaft in Richtung CO2-Neutralität umzubauen.

Die Europäische Kommission legt mit dem „Clean Energy for all Europeans Package" ein umfassendes Regelwerk zur Erreichung der europäischen Ziele vor, welches die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie auf 32%, die Hebung der Energieeffizienz um 32,5% sowie die Reduktion der Treibhausgase um 40% bis 2030 umfasst. Bis 2050 wird in der EU darüber hinaus Klimaneutralität angestrebt. Sämtliche Teile wurden bis zum Juni 2019 offiziell verabschiedet und werden nun in nationalen Gesetzgebungen und Energiestrategien (z.B. #mission2030, Klimaschutzgesetz) umgesetzt. Die Themen umfassen dabei besonders Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Elektrizitätsmärkte, Regulierung sowie Gebäude.

Bei der Transformation unseres Energiesystems sind die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Hebung der Energieeffizienz weiterhin zentrale Eckpfeiler. Darüber hinaus wird elektrische Energie künftig eine noch bedeutendere Rolle spielen. Die Integration hoher Anteile erneuerbarer Energie in das Gesamtenergiesystem sowie neue Marktteilnehmer (z.B. Prosumer, Aggregatoren, Energiegemeinschaften) erfordern aber auch Anpassungen im Bereich der Elektrizitätsmärkte sowie des Regulierungsregimes, eine verstärkte Flexibilisierung der Erzeugung und der Nachfrage, mehr Energiespeicheroptionen, die Kopplung unterschiedlicher Sektoren, eine Fortentwicklung zukunftssicherer Übertragungs- und Verteilnetzinfrastrukturen sowie Veränderungen im Gebäude- und Mobilitätssektor.

Die Sicherstellung unserer Lebensgrundlagen hat weltweit oberste Priorität. Ob Klimaneutralität erreichbar ist und vor allem welche infrastrukturellen und energiewirtschaftlichen Voraussetzungen auf den unterschiedlichen Wegen erfüllt sein müssen, sind zentrale aktuelle Fragestellungen. VertreterInnen der Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, NGOs, Verbände sowie Politik und Verwaltung sind daher aufgefordert entsprechende Beiträge im Sinne einer gedeihlichen Entwicklung insbesondere der europäischen Energiewirtschaft und Gesellschaft zu leisten und diese werden im Rahmen des Symposiums diskutiert.


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Assoc.Prof. Udo Bachhiesl

Institut für Elektrizitätswirtschaft und Energieinnovation
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